Schatten der Vergangenheit

#1 von Blattregen , 20.03.2010 19:24

Seid gegrüßt,

ich möchte hier über ein Thema reden, das mich sehr nachdenklich macht und mich auch selber betrifft. Mich würden Eure Meinungen dazu sehr interessieren, vielleicht sind auch ein paar Tipps mit dabei, das wäre schön. Vielleicht war oder ist auch der Ein oder Andere in einer ähnlichen Situation wie ich.

Wie fange ich an...

Ich wurde seit meiner Kindheit christlich erzogen. Ab einem bestimmten Alter, in dem ich nicht mehr so freiwillig in die Kirche und dem Religionsunterricht gehen wollte, auch mit Zwang und Drohungen. So verlor ich immer mehr die "Lust" am Glauben und meine Beziehung zu Gott ging immer mehr in die Brüche. Ich suchte dann irgendwann meinen Weg in anderen Religionen und trat sogar aus der Kirche aus.

Viele Jahre gingen ins Land, in denen ich in der esoterischen Welt lebte und dann in der Buddhistischen. Als ich dann meine Frau kennenlernte, die in einer sehr christlichen Stadt lebte, und ich jeden Tag die Glocken hörte, erwachte eine Art Sehnsucht in mir. Eine Sehnsucht nach Gott. Langsam ging ich wieder auf Gott zu und trat recht bald wieder der Kirche bei. Ich fühlte mich wohl, hatte aber doch ab und an starke Glaubenskrisen, die dann aber wieder weggingen und ich gestärkt daraus hervor.

Schließlich kam irgendwann mein seelischer Absturz wegen meiner Vergangenheit, der mich fast mein Leben gekostet hat. Mein christlicher Glaube war es, der mich auffing und wortwörtlich das Leben gerettet hat, in letzter Minute. Ich habe dem christlichen Glauben also viel zu verdanken.. Gott... Jesus.

Meine Tochter wurde in diesem Jahr getauft, wir redeten viel über Gott, über Jesus. Wir beteten gemeinsam am Abend, gingen in die Kirche. Sie kann ihre Kindergebete und das gesamte Vater Unser auswendig. Jesus ist für sie zu einem sehr guten Freund geworden, den sie sehr lieb hat. Sie glaubt auch daran, das Tiere und Menschen nach dem Tod zu Jesus und zum lieben Gott in den Himmel kommen.

Trotz alledem, das ich dem christlichen Glauben viel zu verdanken habe, schlägt mein Herz auch für den druidischen Weg. Ich fühle mich im Druidentum sehr wohl, so frei, so verbunden mit der Natur, den Tieren, allen Lebewesen. Ich fühle mich als lebte ich im Einklang und in Frieden mit allem. Keine Selektion in gerettet und nicht gerettet, kein Zwang das man dieses oder jenes glauben soll / darf. Und doch schlägt ein Teil meines Herzes auch für den christlichen Glauben. Oder ist es Gewohnheit? Jahrelange Gehirnwäsche?

Ich versuche mich ständig für eine Seite zu entscheiden. Und wenn ich mir dann absolut Sicher bin, mich für den druidischen Weg entschieden zu haben, mag meine Tochter mit mir beten oder sagt wie sehr sie Jesus liebt und ich fühle mich dann so schlecht, als wenn ich Jesus und meine Tochter verraten würde, als wenn ich das veraten würde, was mir und meiner Tochter doch auch so wichtig ist.

...

Kennt jemand von Euch auch dieses Problem?
War jemand von Euch vorher Christ?
Wie seid ihr damit umgegangen?

Danke für Eure Antworten, Meinungen und vielleicht auch Tipps.

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RE: Schatten der Vergangenheit

#2 von Nebelweib , 20.03.2010 21:54

Zitat von Blattregen

Ich versuche mich ständig für eine Seite zu entscheiden.



Du willst dich für eine Seite entscheiden? Wieso?
Geh raus, geh in die Natur, umarme einen Baum und höre auf das Flüstern des Windes.
Gott ist nicht dieser oder jener Weg, Gott ist DER Weg. Wenn du dich im Christentum wohl fühlst und es dir viel gegeben hat, wieso sollst du nicht dort bleiben können? Deinen Horizont kannst du mit dem Druidentum allemal erweitern. Das Druidentum ist kein Kult, es ist eine Lebenseinstellung. Mit Bäumen reden, im Rhythmus der Jahreszeiten leben, Tiere verstehen lernen - das ist Druidentum. Ein Philosophie, die Licht ins Dunkel bringen kann, eine spirituelle Erweiterung deines Ichs - das ist Druidentum.

Ich war immer schon sehr Göttinnengeprägt und habe lange Zeit dazu geneigt mir die Göttin als Frau vorzustellen. Und jetzt, da ich mich intensiv mit meinem Glauben, meinen Überzeugungen und der Göttin beschäftigt habe, habe ich erfahren, dass ich der Göttin weder einen Namen noch einen Körper geben kann. Die Amsel, die auf einem Baum sitzt und ihr Lied singt, das ist die Göttin. Der Fluss, der durch das Tal fließt und mir Frieden schenkt, das ist die Göttin. Der Baum, der mit mir über so vieles philosophiert, das ist die Göttin.

Manchmal müssen wir nur unseren Blickwinkel verändern um das große Ganze zu erkennen...

Viel Glück dabei!

Und: Folge keinen Regeln, keinen Dogmen, keinen Vorschriften. Folge dir selbst, nur so findest du deinen Weg!

 
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RE: Schatten der Vergangenheit

#3 von Nanny Ogg , 21.03.2010 08:37

Ich wurde ebenfalls sehr Christlich erzogen (mein Vater war ein ehemaliger Mönch ), muß aber sagen, daß ich nie gezwungen wurde, in die Kirche zu gehen - was ich auch nicht tat. Ich ging als Kind schon in die Natur, fand dort meinen Glauben, indem durchaus auch Gott seinen Platz hat.
Meine Kinder sind ebenfalls getauft, was ich schon wichtig finde, da sie ja noch einen festen Platz brauchen. Beide haben es aber abgelehnt, zur Kommunion zu gehen.
Was sie später machen, bleibt ihnen überlassen - Glauben kann man nicht vorschreiben oder anerziehen - es ist die eigene innere Stimme, die einem sagt, was für einen falsch oder richtig ist.
Ich habe keine Probleme damit Christlichen und Druidischen Glauben miteinander für mich in Einklang zu bringen - warum auch, ich pick mir von Beiden das Beste raus und lebe wunderbar damit

 
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RE: Schatten der Vergangenheit

#4 von Rowena of the lake , 21.03.2010 11:05

Ich habe meinen christlichen Glauben nicht aufgegeben, nur weil ich angefangen habe, mich für das Druidentum zu interessieren. Ich versuche einfach, beides zu verbinden. Es mag sein, das Viele (vor allem Christen) das nicht verstehen. Ich habe mich aber schon immer Gott in der Natur viel näher gefühlt als in einer Kirche. Natürlich ist es mir immer noch wichtig, Gottesdienste zu besuchen, aber ich sehe keinen Widerspruch darin, meinen eigenen "Gottesdienst" im Freien zu halten. Ich glaube auch, das Zweifel etwas ganz normales sind und immer wieder vorkommen, aber es ist doch schön, wenn dein Glaube dich immer wieder auffängt. Vielleicht findest du ja auch einen Weg, beides zu kombinieren, aber es muss ja nicht jeder Weg der selbe sein. Das ist für mich das Schöne am Druidentum: die Vielfalt und die Toleranz gegenüber jedem Glauben. Ich hoffe jedenfalls, das du deinen Weg findest und ihn auch ein Stück weit mit deiner Tochter gemeinsam gehen kannst.

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RE: Schatten der Vergangenheit

#5 von Blattregen , 21.03.2010 11:26

Könnt Ihr mir Beispiele nennen, wie man Druidentum und Christentum verbinden kann? Schließlich akzeptiert das Christentum keine Religion neben sich und auch keine Göttin.

 
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RE: Schatten der Vergangenheit

#6 von Rowena of the lake , 21.03.2010 11:36

Ich sehe das Christentum als meine Religion, nicht das Druidentum. Mein Glaubensweg innerhalb meiner Religion ist druidisch.
Und was die Göttin betrifft: Siehst du Gott denn als Mann, nur weil wir die männliche Form benutzen? Ich habe Gott eigentlich immer als geschlechtslos betrachtet, solange ich mich mit dem Druidentum noch nicht beschäftigt habe. Das hat mich aber immer gestört, weil es natürlich Dinge gibt, die man eher (mit)teilen kann, wenn man sich an ein bestimmtes Geschlecht wendet. Heute denke ich, Gott ist sowohl männlich als auch weiblich, damit sind Gott und Göttin für mich eins.

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RE: Schatten der Vergangenheit

#7 von Blattregen , 21.03.2010 15:20

Zitat von Rowena of the lake
Ich sehe das Christentum als meine Religion, nicht das Druidentum. Mein Glaubensweg innerhalb meiner Religion ist druidisch.



Das klingt interessant.
Könntest Du das näher beschreiben?
Wäre sehr nett von Dir.

 
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RE: Schatten der Vergangenheit

#8 von Rowena of the lake , 21.03.2010 16:34

Ich gebe mir Mühe!
Ich bin nach wie vor Christ, aber ich habe in den vergangenen Jahren das Gefühl gehabt, das ich in der Institution Kirche nicht mehr zu Hause bin, weil es da doch sehr viele Dinge gibt, mit denen ich nicht übereinstimme. Andererseits fühlte ich mich in der Natur immer mehr zu Hause, als ob mich da etwas ansprechen würde und ich nur den Sinn nicht begreife. Gleichzeitig bin ich quasi über das Druidentum "gestolpert", ich bin eher zufällig darauf gekommen und habe dann einige Bücher zu dem Thema gelesen. Viele der Dinge, über die ich mir Gedanken gemacht habe (und immer noch mache, denn ich beschäfige mich ja noch nicht so lange damit), wurden da erwähnt, so das ich feststellte, das ich ja mit diesen Problemen nicht alleine bin. Mir ist jedenfalls bewusst geworden, das das Göttliche in allem ist, was mich umgibt (schliesslich wurde alles von Gott/ der Göttin geschaffen); in jedem Menschen, mit dem ich zu tun habe, und eben auch in der Natur. Darum versuche ich eben jetzt, mehr darauf einzugehen, in dem ich nicht mehr blind durch die Welt gehe und sie einfach als selbstverständlich hinnehme, sondern sie auch zu würdigen. Dazu gehört für mich auch ein bewusster Umgang mit dem Jahreslauf, das ich öfter innehalte und mich eben auch bei Gott/ der Göttin dafür bedanke, was mir die Umwelt im Laufe der Monate schenkt.
Ich hoffe, ich habe deine Frage damit beantwortet und du hast verstanden, was ich sagen will. Ehrlich gesagt, ist es für mich ziemlich schwer, das in Worte zu fassen, ich verlasse mich da ziemlich auf mein Gefühl.

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RE: Schatten der Vergangenheit

#9 von Nebelweib , 21.03.2010 18:01

Das Druidentum an sich ist ja auch keine Religion, sondern eher eine sehr wertvolle Ergänzung (heißt, Lebenseinstellung, Tradition usw.) zu einer Religion. Irgendwo in meinen Kursunterlagen habe ich einen sehr inspirierenden Text zum Thema "Druidentum und andere Religionen" gelesen. Ich versuch mal alles mit meinen eigenen Worten zu erklären
Als das Druidentum in frühen Zeit noch von vielen Menschen gelebt wurde, kannten wahrscheinlich die wenigsten das Wort "Religion". Ich denke, das Druidentum ist keine Religion an sich, auch kein Kult weil niemand bestimmtes "verehrt" wird. Ich denke, Druidentum ist eher ein Weg, sein Leben kreativ und bewusst zu gestalten. Sich selbst und seine Umgebung einfach besser kennen zu lernen. Das Druidentum verbietet dir nichts. Du kannst also deinen Weg gehen, wie du ihn gehen möchtest. Überhaupt finde ich es persönlich echt bescheuert (tut mir leid wegen dem Ausdruck), dass dir etwas, woran du gern glauben und dem du folgen möchtest, bestimmte Dinge verbieten will. Wie soll ich mich in einem Glauben wohl fühlen, der mir Dinge verbietet, die mein Leben sinnvoll ergänzt und inspiriert haben? Ich denke, Dinge zu verbieten und sein eigenes System als "richtig" hinzustellen und andere Systeme als "falsch", das ist einfach der falsche Weg bzw. Ansatz... (Das war jetzt mal meine ganz persönliche Meinung)

Und wie oben schon beschrieben, wenn sich das Druidentum für dich richtig anfühlt, dann ist es eine wertvolle Ergänzung zu deiner christlichen Lebensphilosophie. Denn am Ende sind alle Götter ein Gott und alle Göttinnen sind eine Göttin und ganz zum Schluss sind Gott und Göttin eins...

 
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RE: Schatten der Vergangenheit

#10 von Elrued , 23.03.2010 11:54

Hallo Blattregen,

deine Zeilen haben mich sehr bewegt. Und in einigen Dingen, die du schreibst, habe ich Parallelen zu meiner eigenen Entwicklung gefunden.

Du schreibst:

„Trotz alledem, das ich dem christlichen Glauben viel zu verdanken habe“

Ich würde es für mich inzwischen so formulieren, dass du dir selber viel zu verdanken hast. Der christliche Glaube war dir in dieser Zeit eine Hilfe. Aber du selbst hast dein Leben gelebt, du selbst hast dich durchgetragen.

Das ist jedenfalls das Fazit, das ich für mich selber gezogen habe. Denn auch ich dachte, ich hätte dem christlichen Glauben viel zu verdanken. Ich habe mich „bekehrt“ als ich 16 war. Das war der Tag, an dem mein Vater sich das Leben nahm. Ich sah, wie er aus dem Haus ging, ich ahnte, was er vorhatte, ich ließ ihn gehen. Nachmittags lief die Muppets-Show. Ich sah, wie die Polzei zu unserem Haus kann, sie klingelten. Ich fuhr mit ihnen mit, meinen Vater indentifizieren – er war von der Grünentaler Hochbrücke gesprungen. Mit diesem Ort verband er schöne Erinnerungen.

Danach hatte ich Angst. Die meiste Angst bestand darin, so zu werden wie er. Ich fühlte so viel Dunkel um mich rum und in mir drin. Das Christentum war für mich die Lösung, denn dort fand ich Er-Lösung. Und Licht. Es war für mich der Ausweg aus dem Dunkel. Ich hatte es bei einem Schulkameraden gesehen, das Christsein. 30 Jahre war ich dann Christ.

Du schreibst:
„Ich versuche mich ständig für eine Seite zu entscheiden. Und wenn ich mir dann absolut Sicher bin, mich für den druidischen Weg entschieden zu haben, mag meine Tochter mit mir beten oder sagt wie sehr sie Jesus liebt und ich fühle mich dann so schlecht, als wenn ich Jesus und meine Tochter verraten würde“.

Ich glaube, das kann ich ganz gut nachvollziehen. Bei mir hing das Ende meines christlichen Glaubens mit dem Ende meiner fast 25-jährigen Ehe zusammen. Vielleicht kannst du für deine Tochter einen Weg finden, der für euch beide ok ist? Dein Glaube ändert sich, weil du dich veränderst. Nimm deine Tochter behutsam mit, ohne sie vor den Kopf zu stoßen. Gib ihr Sicherheit, Geborgenheit und Liebe. Liebe macht erfinderisch. Wenn deine Tochter die Liebe, die ihr widerfährt , mit Jesus verbindet, das ist doch ok. Auch ihr Glaube wird (er)wachsen!

Ganz lieber Gruß!

 
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RE: Schatten der Vergangenheit

#11 von Hjördis ( Gast ) , 23.03.2010 12:25

Hallo Blattregen!
Wie alt ist denn deine Tochter?

Hjördis

RE: Schatten der Vergangenheit

#12 von Hjördis ( Gast ) , 23.03.2010 12:32

Ich verschiebe das mal zu den Philosophen. Es ist ja doch ein "ernstes" Thema und ich denke, dass es da besser aufgehoben ist.

Hjördis

RE: Schatten der Vergangenheit

#13 von Sinaris , 23.03.2010 16:27

Grüsse Blattregen,

zu der Verbindung Druidentum / Christentum kann ich wenig sagen, da ich selbst zwar offiziell getauft wurde, für mich allerdings niemals den Glauben akzeptiert habe, vor allem, weil damals noch nicht verstanden habe, zwischen der Lehre des Christentums und der Kirche zu trennen.

Aber Du sprichst davon, dass Du Dich wie ein Verräter fühlst. Ich denke verraten kannst Du nur etwas dem Du untergeben oder verpflichtet bist. Glaube heisst aber nunmal nicht wissen und wenn Dein Glaube in und an etwas sich wandelt, kannst Du aus meiner Sicht nur einen verraten oder besser gesagt belügen. Dich.

Dein Glaube hat Dir in harten Zeiten Rückhalt gegeben. Das ist gut zu hören. Aber wenn Du Deinen damaligen Glauben durchleuchtest und die grundlegenden Ideale und Lehren herausnimmst, sind sie dann so unterschiedlich zu dem was Du heute denkst und fühlst? Ich bin jetzt wirklich kein Experte was das Christentum angeht aber ich bin fest überzeugt, das es leichter ist Christentum und Druidentum zu verbinden als Christentum und die freie Wirtschaft.

Vor wem willst Du Dich überhaupt verantworten gerade wenn Du sagst, das das Christentum das Druidentum nicht akzeptiert? Akzeptierst Du als Christ Deinen druidischen Pfad? Oder fürchtest Du die Ablehnung von Gott für einen spirituellen Weg, der seine Schöpfung so sehr in den Vordergrund stellt?

Sicher gibt es Rituale und Denkweisen die bei vielen Christen einen bitteren Beigeschmack hinterlassen könnten aber es ist in erster Linie Dir überlassen, in wie weit Du Dich darauf einlassen willst und wenn man das Christentum mal genauer betrachtet sind da auch viele Symbole und Rituale zu finden die mindestens genauso Mystisch sind und Neuchristlich verwerflich erscheinen.

Merkwürdig. Das klingt fast so als hätte ich niemals Zweifel an dem was ich tue. Aber tatsächlich betrachte ich auch mit jeder neuen Lektion, Geschichte oder Erfahrung meines Lebens, meinen Glauben neu. Aber ich denke das ist auch wichtig. Ich persönlich denke das sich unser Glaube entwickeln darf und auch muss.

Wenn ich an Jesus glauben würde und ich würde das Bild nehmen, was ich als letztes von Ihm hatte, dann kann ich mir beim besten Willen keinen erhobenen Zeigefinger vorstellen.

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RE: Schatten der Vergangenheit

#14 von Anna , 23.03.2010 21:10

Hallo

Schon mal von den Celi De gehört? Ich habe es an der Uni in Edinburgh so gelernt, das der christliche Orden aus einer druidischen Idee hervorgeht. Von daher gibt es diese Verbindung und sie ist auch vollkommen lebbar. In Groß Britannien findest du ganz viele christliche Druiden.

Das Drudientum ist ja nicht unbedingt eine Religion. Von daher ist ganz viel möglich.

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RE: Schatten der Vergangenheit

#15 von angelikaherchenbach , 23.03.2010 22:28

Lieber Blattregen!

In Deiner Fragen stecken eigentlich 2 - oder sogar 3 Fragen.

Die eine ist die nach Deiner eigenen Identität, Deinem persönlichen Glauben, Deinem Weg.
Die kannst Du nur für Dich alleine beantworten; aber - wie die Antworten vorher schon beschreben haben - da gibt es viele Möglichkeiten. Und das Schönste daran ist, dass es dieses kategorische Entweder-Oder im Druidentum eben nicht gibt.

Die andere ist das Problem, wie und was Deiner Tochter vermittelt wird. Und da kann ich Dir nur antworten: Je authentischer Du selbst bist und Dich verhälst, auch und gerade mit Deinen Zweifeln und Entwicklungen, umso einfacher ist es auch für Deine Tochter.
Man darf Kinder nicht unterschätzen! Auch sie sind fähig zu diffrenzieren und mit Veränderungen klar zu kommen - oft sogar besser als Erwachsene!

Und da kommt der 3. Punkt rein, der eine Kombinatrion aus 1 und 2 darstellt:
Deine Ängste und Zweifel in Bezug auf Deine Tochter sind nichts anderes als eben Deine Ängste und Zweifel!
Wenn Du mit Dir selbst klar bist, kannst Du auch Deine Tochter glauben lassen, was sie will, was sie braucht, was für sie richtig ist - und mit Vergnügen beobachten, wie sich das im Laufe ihres Lebens verändert.

Sie hat Jesus gern?
ist doch schön für sie!
Du doch auch, oder?
Ist ja auch ein toller "Held".
Was an Feinheiten, Unterschieden, Dogmen sonst noch so im Christentum zu finden ist, kann ein Kind eh noch nicht erfassen.

Vertrau Deinem Kind, vertrau Dir selbst, vertrau deinem Weg, vertrau der Gottheit, die Dich führt - vertrau dem Leben, und alles ist gar nicht mehr so kompliziert, wie es einem Erwachsenengehirn oft erscheint!

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