RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#16 von Inge , 01.04.2010 12:40

Sehr beeindruckend Das macht Lust, die Plätze life zu erleben ...

LG

 
Inge
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#17 von Oak King , 01.04.2010 22:04

@Belbara: Das ist was mir zunehmend am Herzen liegt, soviel wie moeglich ueber die Geschichte und Legenden von Wales im allgemeinen und von unserer Gegend hier im besonderen herauszufinden. Buecher und Webseiten findet man schon (wenn man weiss wonach man sucht!) doch dauert es alles seine Zeit sich durchzuarbeiten und authentisches vom mehr erfinderischen zu unterscheiden, wenn das moeglich ist. Zum Glueck haben wir in unserer Grove seit einem Jahr einen 'mittelalterlichen Eingeborenen' (Walisischsprecher meine ich) der uns hin und wieder Einblicke in weitgehend unbekannte Ueberlieferungen aufmerksam macht. Und davon gibt es mit ziemlicher Sicherheit genug denn zum einen gibt es immer noch Dokumente die nie ins englische uebersetzt wurden und damit fuer die Welt als Ganzes immer noch obskur sind und zum anderen wurden die meisten lokalen Traditionen eh nur oral uebermittelt. Da gibt es also noch soooo viel herauszufinden!
@Inge: Haette auch nie gedacht mich in so einer kargen Gegend (zugegebenermassen von rauher Schoenheit) zu Hause zu fuehlen. Obwohl ich jetzt schon ueber 15 Jahre hier wohne werde ich niemals muede voller Ehrfurcht ueber die Landschaft zu schauen, gibt mir jedesmal einen gewaltigen Auftrieb und nicht selten eine Gaensehaut. Ich denke es sind gerade die Geschichten und Legenden von Generationen von Menschen die die Landschaft so mit Leben und Energie erfuellen. Na ja, vielleicht irgendwann in der Zukunft kann es schon sein dass ich mal eine Art Pilgereise organisiere. Zum Glueck sind diese Plaetze heutzutage nicht mehr unmoeglich zu erreichen.
Habt einen sonnigen April!
Holger

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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#18 von Fingayin , 02.04.2010 01:04

Schön und traurig... Oak King.
Gern würde ich Dich einmal besuchen kommen.
Der Tag mit ,Inge und haben mir einen enormen Schub gegeben, das hätte ich so nicht für möglich gehalten.

 
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#19 von Oak King , 02.04.2010 23:36

Ein populaeres englisch-sprachiges Volkslied hier in Wales beginnt mit den Worten 'We'll keep a welcome in the hillside, we'll keep a welcome in the vale ....' Jederzeit , liebe Freunde bin ich bereit, falls ihr hier durchzieht, euch zu Stellen zu fuehren wo ihr euch von Legenden und Mythen bezaubern lassen koennt. Vielleicht klappt's ja eines tages mal.
Eostre-liche Gruesse,
Holger

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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#20 von Solitaire , 03.04.2010 01:04

@ Holger: habe mir grad mal die Dokumentation "Das Gold der Kelten" von Gisela Graichen auf veoh angesehen, da war auch die Rede von keltischen Goldminen in der Nähe von Mona und dass es wohl nicht nur um eben die Unterwerfung der Druiden und eine Art Nebenschauplatz im Kampf gegen Bodecea ging, sondern eben auch um diese Minen.
Wieviel ist denn überhaupt über diese Goldminen bei Mona bekannt?

 
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#21 von Belbara , 03.04.2010 11:06

Heyho,

daß es den Römern gerade auch um das von den Kelten mehr wegen seines sakralen als wegen seines materiellen Werts geschätzte Gold ging, hatte ich auch in Anne Ross' "Der Tod des Druidenfürsten" gelesen - ein tolles Buch, übrigens. Es würde mich auch sehr interessieren, wieviel da eigentlich dran ist, denn die Römer waren ja an und für sich gegenüber fremden Religionen tolerant, sofern sie sich eingliedern ließen.

Das Problem mit dem Christentum war, daß die Christen die Verehrung des römischen Kaisers ablehnten, aber mit den Druiden hatten sie meines Wissens kein im eigentlichen Sinne religiöses Problem - das mit den "Menschenopfern" war wohl eher vorgeschoben, obwohl es solche Opferungen gegeben hat (s. "Druidenfürst"), aber sie waren Ausnahmen fanden beileibe nicht alle Tage statt.

Liebe Grüße,
Belbara

 
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#22 von Solitaire , 03.04.2010 18:09

Zitat von Belbara
hatte ich auch in Anne Ross' "Der Tod des Druidenfürsten" gelesen - ein tolles Buch, übrigens



Jepp, kann ich bestätigen, habe just dieses Buch vor einigen Tagen meiner Bibliothek eingegliedert und es liegt auf meinem "must-read"-Stapel ganz oben, allein das, was ich beim ersten Durchblättern und Querlesen gesehen habe, klingt hochinteressant und sehr vielversprechend.

 
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#23 von petitsorciere , 04.04.2010 00:18

Zitat
Anne Ross' "Der Tod des Druidenfürsten"



Danke für den Tipp - hab´s mir eben bestellt - als Ergänzung zu den interessanten Informationen hier

LG

Gabi

 
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#24 von Oak King , 04.04.2010 01:24

Das die Suche nach neuen Rohstoffquellen eine der Triebquellen roemischer Expansion war da sind sich die Gelehrten heute praktisch einig. Die Dinge haben sich halt nicht viel geaendert!!! Wales hatte damals schon einiges zu bieten - Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zinn, Eisen ... Von Goldfunden auf Anglesey ist mir allerdings nichts bekannt; dies wurde meines Wissens nach in Nordwales nur im Raum Dolgellau (Clogau-Mine) und in Suedwales im Tal des Flusses Cothi (Dolaucothi-Mine) gewonnen. Koenigin Elizabeth II, deren Mutter, Prinz Charles und Diana und andere Mitglieder der gegenwaetigen Royal Family haben alle Eheringe aus Clogau Gold waehrend die Dolaucothi Mine nachweislich schon von den Roemern bearbeitet wude vom Jahre 75 bis mindestens 300. Sie hatten damals schon eine so ausgereifte Technologie die von anderen Nationen erst im Mittelalter erreicht wurde.
Doch um zu Ynys Mon zurueckzukommen, hier gab es reiche Kupfervorkommen das schon in der Bronzezeit abgebaut wurde und es ist gut vorstellbar dass die Roemer ein Auge darauf hatten. Das reichste Vorkommen fand man im Norden der Insel bei Amlwch, unweit der hillfort von Dinas Gynfor wohin sich die letzten Druiden zurueckgezogen haben sollen. Allerdings war es nicht bis ins 18./19. Jh. das es industiemaessig im offenen Tagebau abgebaut wurde. Zu dieser Zeit war die Mine am Parys Mountain der groesste Kupferproduzent in der Welt und deren Kupfer wurde unter anderem auch fuer die Schiffshuellen der Flotte von Admiral Nelson genutzt. Welchen Masstab der Abbau erreichte ist in den Bilden des folgenden Links ersichtlich:
http://y2u.co.uk/&002_Images/Parys_Mountain_01.htm
Heutzutage sieht die Gegend noch wie eine Marslandschaft aus und es gibt nun Plaene dort eine Schaumine fuer Touristen zu eroeffnen. Vielleicht finden sich ja dann wieder einige Roemer hierher, freilich in mehr friedlicher Absicht!?
Schoene Gute Nacht,
Holger

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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#25 von Inge , 04.04.2010 09:46

Furchtbar .... Ich finde es jedesmal erschreckend, was Menschen Mutter Erde antun und das nur, um sich an ihr/durch sie zu bereichern. Das ist für mich (auch) eine Art "schwarzer Magie".

LG

 
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#26 von Solitaire , 04.04.2010 12:01

Das sieht ja tatsächlich aus wie eine Marslandschaft, ein Wunder, dass da überhaupt was wächst. Ich frage mich, wie lange es dauern wird, bis sich die Erde davon erholt.

 
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#27 von Oak King , 04.04.2010 12:04

@Inge: Hab selber hin und wieder so meine Momente wenn ich mich im Angesicht von soviel menschlicher Gier und Unvernunft am liebstem als Eremit auf eine einsame Insel zurueckziehen moechte aber dann denke ich dass Kopf-in-den-Sand-stecken unserer grossen Mutter auch nicht helfen wuerde. Alternativen aufzeigen, umweltvertaegliche Projekte unterstuetzen, ein einfacheres und dennoch erfuellendes Leben vorzuleben sind da schon eher geeignet selbst wenn man meistens den Eindruck hat auf taube Ohren zu stossen. Irgendwann in der Zukunft zahlt sich selbst der kleinste Versuch aus, da bin ich mir sicher!
Auf eine helle Zukunft,
Holger

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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#28 von Inge , 04.04.2010 17:30

@ Oak King ; jepp,das Gefühl kenn ich zur Genüge .... Aber wie du schon geschrieben hast, Aufgeben und "sich auf seiner einsamen Insel verstecken" hilft niemanden und schon gar nicht Mutter Erde. Manches Mal ist es aber wirklich verdammt schwer, nicht den Kopf zu verlieren ... Schön und stärkend ist es dann wiederum, GleichDenkende- und Fühlende zu treffen. Das gibt Hoffnung !!!

LG

 
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#29 von Fingayin , 06.04.2010 22:51

 
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RE: Nordwales: Landschaft, Geschichte, Mythologie

#30 von Oak King , 18.04.2010 00:37

Hier nun die naechste Etappe auf unserer Reise durchs geschichtstraechtige Nordwales. Dazu verbleiben auf Ynys Mon, der Insel Anglesey. Nach jahrelangen Willenserklaerungen hab ich es nun endlich geschafft einen Ort nahe der Nordostkueste zu besuchen wo steinerne Zeugen aus drei veschiedenen Zeitperioden nahe beieinander liegen und selbst fur fuss-schwache Indianer leicht erreichbar sind.
Bild 1
Leicht versteckt hinter einer Hecke, doch direkt an der seite einer schmalen Strasse, liegt die spaet-steinzeitliche Grabkammer von Lligwy die von circa 3000 v.u.Z. datiert. Urspruenglich war sie wohl unter einem Erdhuegel begraben mit einem engen Zugang in die Kammer selbst. Ausgabungen in 1909 brachten Knochenfunde von 15 bis 30 Menschen, aber auch Scherben von Keramikbechern was darauf schliessen laesst dass es sich hier um eine der letzten noch in Brauch befindlichen Grabkammern dieser Art handelt. Das bermekenswerteste an dieser Kammer ist der riesige 'capstone' der ungefaehr 25 Tonnen wiegt.
Bild 2
Din Lligwy befestigte Siedlung liegt nur wenige hundert Meter von hier auf einem flachen Huegel mit Baumbestand an drei Seiten. Innerhalb der dicken Steinmauer finden sich die Reste von sieben Gebaeuden, zwei davon rund, so wie sie in der Eisenzeit ueblich waren, und als Wohnplaetze betrachtet waehrend die viereckigen wohl die Werkstaetten und Scheunen gewesen sein duerften. Ausgrabungen zwischen 1905 und 1908 brachten Funde von roemischen Muenzen, Keramikscherben und einem Glaskrug und lassen auf eine Hauptokkupationszeit waehrend des 3. und 4. Jahrhunderts schliessen, doch fand man in und um die Siedlung auch Hinweise darauf dass Menschen dort schon viel frueher gelebt haben. Im groessten der viereckigen Haeuser fand man Eisenschlacke und Eichenholzkohle von mindesten fuenf Feuerstellen was den sicheren Schluss zulaesst dass das Schmelzen und Bearbeiten von Eisen eine der Haupttaetigkeiten der damaligen Bewohner war. Hier koennt ihr einen 'Vogelblick' auf den gesamten Komplex werfen:
http://maps.google.co.uk/maps?q=lligwy&i...002127&t=h&z=19
Bild 3
Einen Steinwurf von Din Lligwy finden wir die winzige, dachlose Kapelle Hen Capel Lligwy die dem 12. Jh. zugeschrieben wird. Zu dieser Zeit waren die Attacken der Wikinger praktisch zum Erliegen gekommen und viele hoelzerne Kirchen wurden durch steinere ersetzt. Welchem Heiligen die Kapelle gewidmet war ist nicht bekannt. Ihre exponierte Lage in Farmland laesst daruf schliessen dass sie den umliegenden Bauernhoefen diente fuer deren Bewohner der weite Weg zu ihrer eigentlichen Kirche zu unbequem war. Im 14 Jh. wurde noch ein Anbau mit einer darunterliegend Krypte zugefuegt.
Schoene Reise,
Holger

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 Hen Capel Lligwy.jpg   Din Lligwy.jpg   Lligwy Grabkammer.jpg 
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