Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#1 von Sinaris , 19.01.2010 03:02

Der Wälder wehen rauscht in meinen Ohren,
wieder der Stimmen klingen.
Der Sonne strahlen, wechselt der vertrauten Seelen schreiten.

Aus wirren wird mein wiederspenstig Geist geboren.
Ich fühle mich wie ein Geist der Ihrer Mauern wenig beachtung schenkt.
Freunde verblassen, weil alles ins Licht rückt und Foki schwinden.

Verständis für alles und einen jeden,
nur kaum für den Griff derer,
die mich länger an Ihrer Seite sehen.
Ich fühle mich wie ein Verräter an Ihrem Vertrauen.
Ich liebe sie um keinen Gedanken weniger,
doch führt mich jedes Aufblicken weiter von Ihnen,
gar Ihre Sorge wandelt zu kalten Wassern zwischen uns.

Nichts scheint warhaft, doch nur eines scheint von Sehnen erfüllt.
Aber dies wirft lange -Schatten- denen, die ich liebe.
Ich fühle mich wie neu geboren und doch in altem Leben Pflicht.

Mein Licht kann niemand erleuchten, aber mein -Schatten- kann Leid werfen.
Wie geleite ich die, die nicht folgen wollen.
Wie dulde ich, das Ihre Zeit noch nicht gekommen ist?
Ein Wolf, dem das Rudel den Rücken kehrt,
denn diese Jagd wird kein Fleisch als Beute bringen.

Ich stehe im Schnee und kenne die Richtung die ich wählen werde.
Doch ich wünscht mir mehr Zweifel.
Mehr suchen wieder altem Fühlen.
Selbst wenn ich meine Fänge zeigte,
wäre kein Feind den es zu schlagen gelte.

**************************

Das sind die Worte die mir einfallen, ob dem Gefühl meine Freunde mehr und mehr zu verlieren. Ich habe schon immer in einem Wandel gelebt und viele Gesichter gezeigt aber diesmal scheint es der erste Moment zu sein, wo mir kaum jemand, den ich liebe folgen kann. Ich kann nichteinmal erahnen in wie weit es wirklich der Bardenkurs und die damit verbundenen Blickwinkel sind, die mich vortführen.

Was als andereres Lebensgefühl begonnen hat wird langsam aber sicher zu verteidigen Pflichtgefühl. Einstellungen, Meinungen und sogar die Art zu fühlen scheinen meinem Umfeld nach und nach zu wiederstreben. Fragen und Antworten harmonieren nicht länger und auf beiden Seiten ist es, als wäre "Einsicht" gewünscht"

Ich muss allerdings eingestehen... Der Bardenkurs ist nur eine von vielen Türen, die ich gleichzeitig aufgestossen habe. Ich war und bin schon immer unmässig gewesen. Jetzt verklingen Ihre Worte eben so wie die meinen an Ihren Wällen aus Gewohnheit zerschellen.

Heute war es deutlicher denn je, wie weit der Graben schon geworden ist. Das schmerzt. Mich von Freunden zu entfernen, weil nur ich mich verändere schmerzt enorm. Weniger wegen gefallener Worte, denn der Visionen von folgenden Wochen und Monaten, gepaart mit der Gewissheit, dass Erkenntnis ja nur entstehen und nicht erzeugt werden kann.

Schlimmer noch... bislang folgen den Worten nichtmal Taten und schon werden wir fremd einander. Wie wird es erst sein, wenn ich einstmals nichtmehr nur denke, sondern gar handel.

Ich will zumindest inspirieren können, ohne zu manipulieren. Das ist was ich mir auf die Flaggen geschrieben habe. Wie steht es bei Euch. Haben einige von Euch ähnliche Erfahrungen und wie seit Ihr damit umgegangen?

Ehre und Stärke
Sinaris

PS: Was soll denn das mit dem Wort "Schatten" das immer durch "Weisser -Schatten-" samt Icon ersetzt wird? Ich hab mal Steuerzeichen eingesetzt, um dem entgegen zu wirken.

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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#2 von Inge , 19.01.2010 09:31

Ich habe auch einige Freunde hinter mir gelassen - aber nicht wegen einem Bardenkurs Das ergibt sich im laufe des Lebens, in dem man lernt und sich ändert. Eigentlich ist dies sehr bedauerlich, ich würde am liebsten festhalten. Ich bin nun mal eine nostalgische Tante (jedenfallls in einigen Bereichen)

Nur ist es doch auch so, daß die Freunde einem trotz eigener Veränderung weiterhin die Hand reichen könnten. Ich finde man erkennt daran die wirklichen Freunde, die weiterhin zu einem stehen und sich nicht abwenden, wenn man an sich arbeitet und halt mal nicht in deren Sinne arbeit. Jeder lebt doch immerhin sein eigenes Leben ....
Das hört sich jetzt vielleicht blöd an- doch waren das dann keine "echten" Freunde. Manchmal verwechselt man Gespräche, gemeinsame Aktivitäten ... mit Freundschaft ... Ich bin mir sicher, daß die echten Freunde geblieben wären, dir den Rücken gestärkt hätten, auch wenn sie dich in deinem Verhalten nicht verstehen können, bzw. du einen anderen Weg gehst.


.... und das mit dem weisser ist einfach nur ein lustiges WortSpiel -hat sich so ergeben

LG

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#3 von Weisser Schatten , 19.01.2010 11:18

lieber sinaris,
ich werde brianna bitten, diesen namens-ticker wieder herauszunehmen,
er gründete auf der , eigentlich guten idee, den einzelnen moderatoren ein "achtungs?-icon" zu schenken,
daß sich mein "weisser schatten"-icon nun bei allen 'weisser' und allen 'schatten' einklinkt, war nicht beabsichtigt,
um diese irritation zu verhindern, möchte brianna das ding doch 'rausnehmen

ian-jonathan der weiße schatten

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#4 von Sinaris , 19.01.2010 14:16

Danke für Deine Antwort baer die Freunde von denen ich hier spreche haben bereits vieles mit mir durchgemacht. Nur diesmal ist das anders. Ich würde nichtmal sagen das ein ringen ist. es wirkt eher wie ein stilles abdriften. Aber vielleicht interpretier ich momentan auch einfach zuviel in jede Geste der Menschen um mich herum.

Offtopic @ :
Anfürsich finde ich eine solche Funktion nicht schlecht aber es sollte schon an beide Wörter gekoppelt sein. Ansonsten sehen einige Texte doch ein bisschen merkwürdig aus. Aber wenn ich es weiß, kann ich auch darauf achten Steuerzeichen zu verwenden, wenn ich es für nötig halte.

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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#5 von Tatjana , 19.01.2010 14:37

Hallo Sinaris,

deinen Text finde ich wunderschön und ansprechend. Ich möchte Dir sehr gerne darauf antworten, aber das kann ich nicht mal so zwischendurch. Sobald ich hier in Ruhe dazu komme, schreibe ich Dir etwas.

herzliche Grüße,

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#6 von Fingayin , 19.01.2010 22:52

Hi Sinaris...
Was soll ich dazu sagen...ein wundervoll geschriebenes Gedicht. Voller Gefühl und Achtung Deinen Freunden gegenüber.
In den letzten zwei Jahren ist bei mir alles zusammen gebrochen. Und das ist noch nicht das Ende gewesen. Es geht noch weiter.
Es ist so. Ich habe auch viele Bekannte verloren. Ich bin sehr vorsichtig mit dem Begriff " Freund; Freunde"
Aber wiederum haben sich Leute gemeldet und mir geholfen womit ich nie gerechnet hatte.
Auch seit dem ich beim OBOD bin. Alte Bekannte betrachten mich mit befremden weil sich auch im Haus in der Zeit viel verändert hat.
Die Zockerrechner sind weg,ich habe kein Fernsehen mehr und das ganze Haus ist grün, bestehend aus vielen Pflanzen und komplett umgestalteten Wänden und Räumen.
Die letzte seltsame Frage kam von meinem Neffen, er war etwas verwirrt über die "immergrüne" Küche und fragt,..."hä?!...Du gehst allein spazieren?!..."
Also ich sage nicht allen welchen WEg ich gehe weil etliche Menschen damit nicht klar kommen.
Aber ich weiß das ich den für mich richtigen Weg gefunden habe. Auch wenn es manchmal schmerzlich ist weil sich alte Bekannte abwenden.
Ich denke das es ähnlich ist wie bei Dir.
Aber wenn Du für Dich denkst das es richtig ist und Dir gut tut, dann geh weiter.

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#7 von Tatjana , 20.01.2010 09:50

Hallo Sinaris,

möglicherweise gibt es zweierlei Arten von Freundschaften. Das eine sind die ganz seltenen, die Freundschaften für´s Leben. Die, die unabhängig sind vom Lebensweg und seiner Gestaltung. Da mag es mal Pausen geben, aber wenn man den Kontakt wieder aufnimmt, ist es so "als sei es gestern gewesen". Und die womöglich stabiler sind als Partnerbeziehungen. Solche Freunde haben in Veränderungsphasen möglicherweise weniger Kotakt zu einem, verstehen nicht wirklich was einen umtreibt, aber: sie lassen Dich machen, beobachten wohlwollend, passen aus der Distanz auf Dich auf und selbst wenn es einmal zu Streit deswegen kommt, wird die Freundschaft an sich niemals in Frage gestellt.

Und dann gibt es Freunde, die sind Weggefährten in bestimmten Lebensphasen. Man fährt im Zug des Lebens einige Stationen im selben Abteil, aber irgendwann steigt einer von beiden an einem Bahnhof aus, weil er in einem anderen Zug weiterfahren muß, um an sein persönliches Lebensziel zu gelangen. Das bedeutet Abschied, Wehmut, vielleicht das Gefühl verlassen zu werden. Alleinsein und Unsicherheit, weil man ja noch nicht weiß, wer im nächsten Zug sitzen wird und zum Gefährten wird. Enttäuschung, wenn der Andere den Weg nicht mitgeht und andere Gefühle mehr, wie Du es ja auch so schön in deinem Text formuliert hast. Man sagt dann manchmal so leichtfertig, dies wären dann ja keine echten Freunde gewesen. Aber stimmt das denn? In der gemeinsamen Zeit sind sie es durchaus gewesen, das ist ein Geschenk das einem immer in Erinnerung bleiben kann. Mit welchem Recht erwartet man, daß der Andere einen versteht? Vielleicht ist es ja auch so, daß man den Anderen nicht mehr versteht? Daß man einander nichts mehr zu sagen hat, daß die gemeinsamen Interessen als Basis der Freundschaft nicht mehr vorhanden sind... heißt nichts Anderes, als daß die Züge des Lebens in verschiedene Richtungen fahren.

Die grosse Herausforderung ist herauszufinden, welche Freunde Dich umgeben... und wer eh nur ein Kollege, Bekannter oder Nachbar war. Mein Umfeld hat sich in den vergangenen Jahren auch sehr verändert, ich weiß ganz genau, was Du da in deinem Gedicht beschreibst. Es gab und gibt noch komische Momente, Enttäuschung, Irritationen und Unverständnis. Abschiede. Aber ich denke: nur wenn Du Deinen ganz persönlichen Weg gehst, mag er Dich auch um viele Kurven und von vielem Alten wegführen, lebst Du dein Leben authentisch. Und nur, wenn Du authentisch bist, kannst Du selbst Anderen ein Freund sein. Ich habe die Erfahrung machen dürfen, daß es gerade die ganz langjährigen Freundschaften sind, die mir geblieben sind. Zu Menschen, die ich schon über zwanzig und einmal sogar schon dreissig Jahre kenne, die mich also völlig anders erlebt haben und mit deren Weltbild ich nicht mehr übereinstimme. Die Art der Freundschaft hat sich verändert, aber wir haben uns immer noch viel zu sagen. Vielleicht macht gerade die Authentizität das Verlässliche in diesen Freundschaften aus?

Jetzt ist mein Post aber lang geworden, oje. Eines möchte ich noch sagen... auf Deiner Reise durchs Leben werden Dich nicht alle Freunde bis zum Schluß begleiten können. Und die Abschiede können weh tun. Aber es werden neue Gefährten in Deinen Zug einsteigen, die zu Freunden werden und dein Leben bereichern.

herzliche Grüße aus Worpswede,

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#8 von Serpentia , 20.01.2010 10:30

Mir geht es wie - nur wusste ich vorher, auf was ich mich einlasse, als ich mich für diesen Weg entschloss, denn ich bin einen ähnlichen (Wicca) ja schon gegangen. Interessant ist für mich jetzt besonders, nicht nur die neuen Freunde zu integrieren - die sehr intensive Freundschaften sind - sondern auch viele alte, verloren gedachte Freunde wiederzufinden - ganz zufällig natürlich

Das ist allerdings keineswegs eine Einbahnstrasse - genau genommen bin sogar in den meisten Fällen ich es, die sich abwendet, denn ich kann die oberflächlichen Gespräche über Friseure, Promis, TV oder Beziehungskisten einfach nicht mehr ertragen. Da ist selbst ein Mittagessen mit den Kolleginnen manchmal schon an der Schmerzgrenze. Ich werde immer stiller - was soll ich dazu auch sagen? Umso mehr rede ich mit Leuten, mit denen ich tief gehen kann. Und umso mehr Freunde habe ich, die wissen, von was ich rede.

Warum sonst ist dieses Forum so aktiv?

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#9 von yannik ( Gast ) , 21.01.2010 17:03

Ich habe viele Bekannte, aber wenige gute Freunde...die hat man aber!
"Ein echter Freund ist immer nah, auch wenn er weit entfernt"(Havamal)

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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#10 von Inge , 21.01.2010 19:54

@

Das hast du sehr schön, passend und treffend beschrieben !!!!!

LG

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#11 von Solitaire , 22.01.2010 00:03

war schneller als ich, denn auch ich betrachte manche "Freundschafen" als Züge, die sich durchaus auf manchen Strecken begegnen, auch ein Stück parallel verlaufen können, dann aber auch wieder in eine andere Richtung fahren.

Gerade wenn man dem alten Pfad nun schon länger folgt, wird die Erfahrung kommen, dass selbst Menschen, die einen vielleicht fast 20 Jahre gekannt haben, einen doch nicht "richtig" gekannt haben und vielleicht auch mit der von mir eingeschlagenen Richtung nicht unbedingt was anfangen können. Auch lernt man mit dem Begriff "Freundschaft" sehr vorsichtig umzugehen, wie schon gesagt, viele sind heute mit den Begriffen "Freundschaft", "Liebe" etc sehr schnell bei der Hand und manchmal kommt es auch vor, dass man Freunden an einem Punkt auch zu viel zugemutet hat und sie dann den Kontakt abbrechen aus reinem Selbstschutz oder dass du den Kontakt abbrichst, weil du merkst, dass man sich irgendwann nichts mehr zu sagen hat.

Es gibt ein sehr schönes Gedicht mit dem Titel "Alle 7 Jahre" von Mascha Kaléko, wo es darum geht, dass das Leben eines Menschen bestimmten Zyklen unterworfen ist, wo sich dann die Einstellung und das Streben ändert, ich habe das Gedicht vor fast 20 Jahren durch "Zufall" (???) gefunden und es hat mir geholfen, eine Umbruchsphase und die damit verbundenen Trennungen von Menschen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, hier ist das Gedicht: http://unertraeglich-leicht.blogspot.com...-100-jahre.html

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#12 von Fingayin , 22.01.2010 00:57

@Solitaire, der sieben Jahre Zyklus des sich veränderns ?

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#13 von Solitaire , 22.01.2010 01:03

Zitat von Fingayin
@Solitaire, der sieben Jahre Zyklus des sich veränderns ?



Yepp, genau der - wobei es manchmal auch 6 oder 8 Jahre beim Menschen sein können, die Zahl 7 hat sich so eingebürgert als Pi mal Daumen-Wert.

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#14 von Rainer , 22.01.2010 07:16

@Solitaire

....schönes Gedicht von Mascha - dankeschööön für´s teilen!

LG


)O(

 
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RE: Neue Pfade wieder geliebter Menschen streben

#15 von Inge , 22.01.2010 08:21

.... schöööööööööööööön

LG

 
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