Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#1 von Emrys , 09.01.2010 20:43

Zitat von angelikaherchenbach
Danke Inis!
ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass an der Sache irgend etwas nicht stimmig ist - und Du hast es erkannt:
Es ist die Ausgangsbasis, dass in einer (Waldorf!))Schule die Tiere als Unterrichtsmaterial verwendet werden. [...]



Nunja, wenn wir bei der Begrifflichkeit "Unterrichtsmaterial" bleiben, kann ich das gut nachvollziehen.
Nur bin ich jetzt schon seit 12 Jahren auf dieser Schule und weiß, dass das auch durchaus anders abläuft. Bis zur 8. Klasse hat man das Waldorfklischee vom Waldspaziergänge machen und Tiere beobachten. Mit der 9. Klasse wechseln dann die Lehrer. Diese sind dann meistens Staatsschullehrer, dier zwar eine waldorfpädagogische Ausbildung gemacht haben, aber trotz allem zum Teil Staatsschullehrer bleiben.

Unsere aktuelle 1. Klasse hat beispielsweise einen "Hundetag". Einmal in der Woche kommt der Klassenlehrer mit seinen beiden Hunden in die Schule, und die Schüler machen nichts anderes, als mit den Hunden im Wald gassi zu gehen. Das finde ich eine schöne Art des "tierischen Unterrichts".

Waldorf heißt im Fall der Grillen halt nicht Naturverbundenheit, sondern Anschaulichkeit. Ob dieses unmenschliche (oder eben grade doch? ) Verhalten noch Konsequenzen hatte weiß ich nicht.
Apropos Anschaulichkeit: Unsere Biolehrerin rennt durchaus auch mal zwei Tage lang mit einer Schweinewirbelsäule durch die Gegend um uns den Aufbau anschaulich zu machen. (Zumeist mit dem Resultat, dass ein oder zwei Schüler/innen den Unterricht auf einer Liege fortsetzen)
Außerdem predigen viele Leute immer, dass Waldorfschulen und demnach auch Lehrer doch soooo naturverbunden, weltoffen, tolerant und "spirituell" sind ... was meiner Ansicht nach zum Teil Schwachsinn ist. Die ersten Jahre wird noch viel in Richtung der Naturgeister erzählt, ob es nun Geschichten, Gedichte oder besagter Waldspaziergang ist. Das hört ab einer bestimmten Klasse bei vielen Lehrern auf. Und die Schüler, die diesen Glauben beibehalten werden dann müde belächelt (Zitat meiner ehemaligen Klassenlehrerin: "So ein Schwachsinn, wie kommst du denn auf die Idee, es gäbe auf anderen Planeten Leben??? Die Menschen sind die einzige intelligente Rasse, die existiert!")

Manchmal möchte ich das ganze mit Außen Hui, Innen Pfui beschreiben, aber dadurch würde den Lehrern, die ihre Sache super machen Unrecht getan werden.

@Inis
Das verhalten der genannten Personen ist leider generell so ... ob im Umgang mit Mensch oder Tier. Argumentieren und appellieren hilft da leider mehr als wenig.

Ich werde weiterhin für mehr Verständnis und Einsicht beten. Im Großen wie im Kleinen.

Die Frösche unter dem Messer gibt es bei uns glücklicherweise nicht

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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#2 von Solitaire , 10.01.2010 16:57

Also, dann verrät sich das ganze Konzept Waldorfunterricht am Ende doch wieder selbst.

Ich komme ja noch aus der Generation, die im Biounterricht an Kuhaugen rumschnippeln durften, ich muss aber auch sagen, dass ich heute diesem "Anschauungsunterricht" mit geteilter Meinung gegenüber stehe.

Eine frühere Nachbarin von mir hatte ihre Kinder auch auf der Waldorfschule, ihre größte Sorge war immer, dass bei der städtischen Weihnachtsdekoration ja bitte alle Sterne mit der Spitze nach oben aufgehängt werden, einmal hing am Eingang der Fußgängerzone irgendein Stern mit der Spitze nach unten, woraufhin meine liebe Nachbarin sich standhaft weigerte, unter diesem Stern durchzugehen, da er ja "böse" sei - ich habe mir verkniffen, sie darüber aufzuklären, dass Rudolf Steiner ein sehr enger Freund von Alexander von Bernus war - das ist auch so ein Thema, das die meisten Waldorfianer gerne "vergessen".

 
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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#3 von inis , 10.01.2010 20:17

Ich weiß nicht, ob wir nicht langsam geraten...
...aber ich hab einfach grundsätzlich mit Schulen Schwierigkeiten, die eine bestimmte Weltanschauung vermitteln wollen.
Jede fest definierte Weltanschauung hat Grenzen, und es wird dann auch immer wieder Schüler/innen, Lehrer/innen, Eltern und sonstige Personen geben, die an diese Grenzen stoßen oder gar ausge-grenzt werden.

Soweit ich weiß, ist an orthodoxen Waldorfschulen z.B. das Fußballspielen verpönt bis verboten - wie fühlt sich denn dann ein kleines Kind, das selbst gern Fußball spielt oder Fußballfans in der Familie hat? Ist vielleicht nur Kleinkram als Beispiel, zeigt aber, wie aus dem gutgemeinten "wir wollen keine Gewalt an unserer Schule (und Fußball ist ein brutaler Sport, weil es ums Treten geht)" doch wieder Unterdrückung oder Gewaltausübung erwächst.

Sorry, ist wirklich off topic, hab aber leider keine Mod-Rechte für dieses Forum, um den Teil des Threads abtrennen zu können...

 
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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#4 von angelikaherchenbach , 11.01.2010 19:29

Geht mir genauso, dass ich Probleme habe mit stark weltanschaulich orientierten Schulen (aber sind das nicht auch unsere "staatlichen? ), und habe früher auch große Vorbehalte gegenüber Waldorf-Schulen gehabt.

Seit meine Neffen dort sind, habe ich jedoch meine Meinung in Vielem revidiert.
Die Schule hat ihnen wirklich sehr gut getan. Dies betrifft in erster Linie die künstlerisch-kreative Erziehung, das Soziale (habe sonst nie und nirgends so offene, klare, unverkrampfte Pubertierende gesehen!) und einen großen Teil der pädagogisch-difaktischen Methoden.
Anderes finde ich eher verschroben, weltfremd bis verboten: Dass Lindgren-Bücher z.B. bis ca. zur 2. Klasse unerwünscht sind - es sind nur Märchen "erlaubt" -, und die anachronistische Ablehnung von (Kindern aus) Ein-Eltern-Familien...

Manches sind sicherlich nur Auswüchse einzelner LehrerInnen an einzelnen Schulen; bin zu wenig informiert, um wirklich differenzieren zu können, was "echt" Waldorf ist und was nicht.
Würde mich aber interessieren.

Angelika

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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#5 von Solitaire , 11.01.2010 20:08

Zitat von angelikaherchenbach
Dass Lindgren-Bücher z.B. bis ca. zur 2. Klasse unerwünscht sind - es sind nur Märchen "erlaubt" -, und die anachronistische Ablehnung von (Kindern aus) Ein-Eltern-Familien...



Äh, kann mich mal jemand aufklären, was an den Lindgren-Büchern so verwerflich sein soll????

Was können Kinder dafür, wenn sie ein alleinerziehendes Elternteil haben????

 
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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#6 von Emrys , 12.01.2010 16:15

Ich denke, dass das ein generelles Problem ist.
Und hier sei auch nochmal angemerkt, dass das, was ich schreibe meine eigene Meinung, 5-11 Jahre zurückblickend ist.
Jede Waldorfschule ist individuell und somit einzigartig in Vor- und Nachteilen. Und so, wie sich jede Schule von den anderen unterscheidet, unterscheiden sich auch die Klassen(lehrer) innerhalb einer Schule. Wir hatten zwar eine teilweise sehr strenge Klassenlehrerin (für meine damaligen Begriffe), haben aber durchaus viel für's Leben gelernt. Viele andere Lehrer waren mir in der Zeit sehr unangenehm, da ich ihren Unterricht (aus heutiger sicht, "damals" war es nur ein Gefühl) für nicht unbedingt pädagogisch und soziologisch sinnvoll erachte. Auf dem ersten Elternabend meiner Klasse wurde den Eltern deutlich gesagt "Natürlich will ich nicht von ihnen, dass sie Fernseher und Plastikspielzeug jetzt im Keller verstecken." Dadurch ist einfach eine andere Grundlage gesetzt, als wenn gesagt wird, dass Fernseher "vom Teufel" sind, genau wie Lego und Playmobil (etc.).

Zitat von angelikaherchenbach
Anderes finde ich eher verschroben, weltfremd bis verboten: Dass Lindgren-Bücher z.B. bis ca. zur 2. Klasse unerwünscht sind - es sind nur Märchen "erlaubt" -, und die anachronistische Ablehnung von (Kindern aus) Ein-Eltern-Familien...



Von diesem "unerwünscht sein" habe ich bisher nichts mitbekommen; muss aber auch sagen, dass auch wir sehr viele bis ausschließlich Märchen in den ersten 2 Klassen gehört haben. Meiner Ansicht nach einfach deshalb, weil die Märchen eher die Fantasie anregen, als ein Buch in dem vorgegeben ist, wie eine Person aussieht und sich Geste für Geste verhält.
Wir haben zu jeder Geschichte viele Bilder gemalt um darzustellen, wie das alles in unserem Kopf aussieht.
Das ist bei "vorgegebenen" Büchern denke ich um einiges schwieriger.

Auch von der angesprochenen Ablehnung habe ich nichts gemerkt. Wobei ich rückblickend sagen kann, dass alle Schüler, als sie eingeschult wurden zusammenlebende/verheiratete Eltern hatten.
Also mag da durchaus etwas dran sein.

Zitat von angelikaherchenbach
(habe sonst nie und nirgends so offene, klare, unverkrampfte Pubertierende gesehen!)


Auch das kommt auf die 8 Jahre Klassenlehrerzeit an denke ich. Meine Klasse hat(te) immer den Ruf, die eifrigste, intelligenteste, netteste, sozialste und liebste Klasse der Schule zu sein ... Was wir eigentlich nie so gesehen haben. Die Lehrer bekommen halt auch meistens nur das mit, was im Unterricht vor sich geht. Die Klasse über uns war immer die "Ärgerklasse", mit der es viel Streit gab; und auch die Klasse unter uns (siehe Thread Tierquälerei und Ohnmacht) ist nicht gerade die höflichste.

Der Vorwurf (den ich schon in Gesprächen gehört habe), dass die Waldorfschule nur Steiners Anthroposophie lehrt kann ich hier (zumindest für unsere Schule) klar abstreiten. Den Lehrern an Waldorfschulen ist es verboten, anthroposophische Ansätze in ihren Unterricht mit einzubinden, da dies die spätere Lebenseinstellung der Kinder zu stark verändern könnte.

Ebenso der Religionsunterricht.
Natürlich haben wir christlichen Religionsunterricht ... zumindest am Anfang; aber nie so ausgeprägt wie an anderen Schulen. Schon ab der 3. Klasse lernen wir Mantren (zumindest Om Mani Padme Hum und das Gayatri Mantra) in Sanskrit zu schreiben und lernen sie auswendig. Etwas später wird dann auf dem Schulhof jedem Schüler ein Stab in die Hand gedrückt, der zuvor im Wald gesammelt werden musste, und "Urzeit war es, da Ymir hauste, nicht war Sand nicht See nicht Salzwoge ..." rezitiert, wobei man im Kreis ging und mit den Stäben rhythmisch auf die Erde schlug. Und natürlich wurden in dem Zuge auch diverse Ausflüge zu den Externsteinen unternommen und "heidnische" Symbole in den Steinen werden gedeutet.
In der Oberstufe sind dann als erstes (christliche) Sekten Thema (Mormonen, Zeugen Jehovas, aber auch Scientology), danach ausführlich Buddhismus, Hinduismus, Judentum und Islam. Die naturreligiösen Dinge kommen leider nur zur Ansprache, wenn der Unterricht grade auf diesen Tag fällt (als beispiel vorletztes Samhain, wo ich fast mehr über die Festivitäten und Riten erzählen konnte, als meine Lehrerin).

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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#7 von Inge , 12.01.2010 20:40

Zitat von Emrys
. Die naturreligiösen Dinge kommen leider nur zur Ansprache, wenn der Unterricht grade auf diesen Tag fällt (als beispiel vorletztes Samhain, wo ich fast mehr über die Festivitäten und Riten erzählen konnte, als meine Lehrerin).blessed be, Emrys



.... , woher kommt das nur ?

LG Inge

 
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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#8 von inis , 14.01.2010 01:35

Huhu,

habe auch schon gehört, daß die Waldorfschulen sich in ihrer Ausprägung sehr unterscheiden, je nach Schulleiter/in und Kollegium natürlich, aber auch durch Lage und Herkunft der Schüler/innen... hier in den feinen Elbvororten gibt es auch eine Waldorfschule, und ja, es wird dort (natürlich) auch Eurhythmie als Unterrichtsfach gegeben, aber das nimmt dort niemand ernst, auch nicht die Lehrerin. Ansonsten sind wohl eine Menge Kinder und Jugendliche auf dieser Schule, die auf einer Regelschule Schwierigkeiten hatten, deren Eltern aber gern das Schulgeld bezahlen, damit ihr Kind doch irgendwie Abitur macht. (Sorry, soll nicht abwertend klingen - aber es gibt hier in der Ecke ne Menge unterbelichtete Zahnarztsöhne und Rechtsanwaltstöchter.)
Dürfte wohl in einigen Gegenden Deutschlands anders sein - wenn die Waldorfschule eben nicht nur eine PRivatschule mit kleinen, verschrobenen Besonderheiten ist, sondern ein ernstgemeintes Konzept.

 
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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#9 von Emrys , 14.01.2010 14:49

Zitat von inis
und ja, es wird dort (natürlich) auch Eurhythmie als Unterrichtsfach gegeben, aber das nimmt dort niemand ernst, auch nicht die Lehrerin.



Ich bin glaube ich einer der wenigen, die Eurythmie einigermaßen ernst nehmen. Einfach weil ich es als Körpertraining sehe, und auch eine gewisse Wirkung auf den Körper und den Geist nicht abstreiten will. Aber da teilen sich die Meinungen auf's Extremste

Zitat von inis
Ansonsten sind wohl eine Menge Kinder und Jugendliche auf dieser Schule, die auf einer Regelschule Schwierigkeiten hatten, deren Eltern aber gern das Schulgeld bezahlen, damit ihr Kind doch irgendwie Abitur macht.



Ich bezweifle, dass jemand, der Lernschwierigkeiten hat (zumindest an unserer Schule) das Abitur schafft. Die Themen sind komplett identisch mit denen von anderen Schulen. Zentralabi ist Zentralabi
Es mag sein, dass an Waldorfschulen die Vorbereitungszeit intensiver/besser/anders genutzt wird, aber im Endeffekt sind wir in den Abschlüssen keiner Schule unter-/überlegen (bezogen auf den Hauptschul- und Realschulabschluss, so wie das Abitur)

Verschrobene Besonderheiten haben wir doch alle im Leben Ob die nun schon in der Schule ausgeprägt werden oder erst später ist doch egal

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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#10 von bassman , 14.02.2010 19:55

Hallo!

Ich bin noch ziemlich neu hier und habe mal die Themen im Forum durchgesehen. Und beim Thema Schule kann ich als Grundschullehrer einer staatlichen Schule vielleicht auch mal meinen ´´Senf``dazugeben.
Zur Zeit bin ich Klassenleiter einer 4.Klasse. Zuvor habe ich viele Jahre als Musiklehrer in der sogenannten ostdeutschen ´´Polytechnischen Oberschule`` und dann in der Sekundarschule gearbeitet. Seit einigen Jährchen darf ich die Kleinen unterrichten, wofür ich sehr dankbar bin. Die Kinder und meine Wenigkeit sind eigentlich eine ziemlich gute Truppe geworden. Wird mir jetzt schon fehlen, wenn ich sie in ca. 4 Monaten abgeben muss.
Meine Erfahrung mit naturreligiösen Themen im Unterricht sind recht gut. Natürlich renne ich nicht herum und versuche den oberschlauen Waldschrat raushängen zu lassen. Das funktioniert in unserer supermodernen Gesellschaft nicht. Egal welche Schulform. Meist wird man mit einem Lächeln oder schlimmer noch, mit Ausgrenzung oder Abmahnung ´´belohnt``. Ich versuche solche Themen sehr behutsam und portionsweise den Kindern zu vermitteln.
z.B. Thema Märchen: Wir haben vor dem eigentlichen Unterricht immer ca. 15min. Zeit für organisatorische Dinge... Und da machen wir oft eine kleine Märchenstunde. Dann wird ein Räucherstäbchen (Kinder werden gefragt, ob sie das wollen- sie fanden das sehr spannend) angezündet und es wird ein irisches, keltisches oder auch trad. Märchen erzählt vorgelesen oder gespielt... Wir haben im Frühjahr mit Kindern und Eltern Beltain gefeiert. Mit Lagerfeuer und Weidenmann... Unsere Klassenweihnachtsfeier haben wir als Elfen und Trolle gefeiert.... Fast alle Kinder meiner Klasse sammeln Mineralsteine.... Das macht unheimlich Spass, wenn man sieht, wie unkompliziert die Kinder mit solchen Dingen umgehen. Oft wird zu viel diskutiert. Bis jetzt wurde ich auch noch keinem ´´Hexenverfahren`` unterstellt. Das sind bis jetzt meine Erfahrungen zu diesem Thema. Wir werden sehen, wie sich das noch entwickeln wird.

der bassman

 
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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#11 von Fingayin , 14.02.2010 21:05

He,Bassman,ich kenne die POS.
War nicht schlimm,nur durfte man keine Werbung vom Klassenfeind tragen...
Spaß beiseite.
Ein Freund von mir stand jetzt auch vor der Wahl. Sein Sohn ist sehr Naturverbunden und kommt in seiner Klasse nicht so ganz zu Recht.
Seine Eltern haben sich jetzt auch dazu entschlossen Ihn auf eine Walddorfschule zu geben.
Ich hoffe und wünsche mir für sie das es die richtige Entscheidung ist.

 
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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#12 von Incantata , 18.06.2011 18:52

Hallo Ihr Lieben,

als ExWaldorfschüler und Mutter dreier WaldiKids stoßen wir immer wieder an Grenzen, allerdings gibt es derzeit keine sinnvolle Alternative. Wir (Gesellschaft) versuchen in die Kinder Wissen zu pumpen oder in allgemeingültige Schubladen zu quetschen. Zum Glück klappt das zunehmend nicht mehr. Doch das hier erwähnte seltsame, widersprüchliche Gefühl in Bezug auf diese Schule kann ich nur bestätigen.

Mich stört vor allem, dass das Christentum in der Waldi immer noch als Non-Plus- Ultra gelehrt wird und sogar als Voraussetzung das Kind in die Schule aufzunehmen. Da mein Mundwerk oftmals schneller als mein Verstand funktioniert, kann ich mich meist nicht zurückhalten (klappt eigentlich nie... ) wenn dogmatische Aussagen gemacht werden. Ich erlebe dann immer, dass einige Eltern eifrig nicken aber nicht bereit sind, sich einer anderen Gruppierung zugehörig zu outen, oder ihre Meinung sagen und die nötige Akzeptanz einfordern. Naturverbundenheit und Jahreszeitentische sind immer noch eng verbandelt mit viel Zwang und Verurteilung. Die gesääte Angst der Jahrhunderte trägt immer noch seine Früchte.

Meine Kleinste erlebt die Liebe zur Natur, ihren Schutzgeistern und den Energien durch mein Beispiel und das Einbeziehen der großen Feste schon seit Jahren. Große Kämpfe haben wir immer um die Weihnachtszeit herum, die meine Tochter auch schon prima beschrieben hat: ....das ist das Fest an dem der Gott der Christen geboren wird, den die später umbringen....die wissen alle gar nicht, dass Gott/Göttin in ihnen ist.... dann lacht sie sich immer kaputt...

Ich freue mich auf eine entspannte Lösung, die unsere Kinder als verantwortliche und liebende Begleiter unserer Umwelt ausbildet.... weiss jemand wo man die finden kann???? Druidische Schulen mit Kräuterkunde, Räucherwerk und Co?? Die ursprüngliche 19 jährige Ausbildung beinhaltete doch auch die normale Schulbildung.......

 
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RE: Walddorfschule und andere alternative Schulkonzepte

#13 von teroon , 18.06.2011 20:03

Zitat
Druidische Schulen mit Kräuterkunde, Räucherwerk und Co?? Die ursprüngliche 19 jährige Ausbildung beinhaltete doch auch die normale Schulbildung


In Deutschland gibt es so etwas als wirklich anerkannte Schule nicht. Es gibt allerdings Weiterbildungseinrichtungen, die auch mit Schulen zusammenarbeiten (z.B. http://www.wildnisschulen.org/).
Eine Schule mit direktem Bezug zum Druidentum existiert in Deutschland meines Wissen aber nicht. Wäre allerdings eine interessante Frage ob man eine entsprechende Schule nicht ins Leben rufen könnte wenn man wirklich wollte. Aber das ist ein wenig weit vom Thema entfernt ...

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