RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#16 von kerstin , 11.01.2010 08:15

Hallo
ich will keine Spaßbremse sein und auch als Neuling hier niemanden auf die Füße treten...Aber hat das Druidentum sich nicht Toleranz und Nicht-Missionieren auf die Fahne geschrieben - den Respekt, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss? Ist nicht einfach in einer christlichen Umwelt, die das nicht kennt (ich weiß wovon ich rede, ich wohne in einem DORF in BAYERN).
Ich finde es einerseits gut, dass Jugendliche sich heutzutage überhaupt noch mit Glaubensfragen auseinandersetzen, ich habe auch mal so angefangen. Und die Idee, sich gegenseitig zu segnen - im Namen welcher Gottheit auch immer, aber ohne Pfarrer und so - finde ich hat auch etwas.
Wenn die nur nicht immer so schröckelisch singen täten

Stören tut mich eigentlich nur die aufgehaltene Hand, die postwendend folgt. Auch wenn die Sammler der Meinung sind, das für einen guten Zweck zu tun. Mit kommt das vor, als ob ich für den Segen bezahlen müsste (für eine Sache, von der ich persönlich nichts halte: Missionieren), was das ganze in meinen Augen etwas ad absurdum führt.

Muss
Grüße kerstin

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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#17 von Tríona Ní Erc , 11.01.2010 13:35

Ich will euch ja nicht die Illusionen kaputt machen, aber eigentlich schert sich kaum jemand von den Sternsingern (ich sage nicht niemand!) um den Zeck der Sammlung. Meistens wissen sie noch nicht mal den genauen Zweck, wenn man sie fragt. Ich weiß wovon ich rede, immerhin war ich auch selbst dabei, hab kleine Kinder an die Tür hochgehoben, damit sie schreiben konnten und aufgepasst, dass sie von niemandem geklaut wurden auf ihrer Sammeltour
In einem kleinen Dorf kommt man nicht um solche Aufgaben herum, da sind oft Eltern oder Großeltern mit ausschlaggebend, die melden einen gerne mal für kirchliche Dienste an (an dieser Stelle...Danke Oma......)
Wieauchimmer - Der Hauptantriebsgrund für viele sind und bleiben die Süßigkeiten, die man zum Geld oft dazu bekommt, und das tütenweise. Ich wage sogar zu behaupten, dass einige der kleinen Könige nichtmal ihren Text lernen (bei uns wird nicht gesungen, nur ein Verschen aufgesagt), sondern nur die Tüten im Geiste vor sich sehen, die sie am Abend mit nach Hause tragen werden.
Wie gesagt, es gibt sicherlich auch Kinder, die nicht auf ihren Profit aus sind, aber die gibt es wohl leider zu selten.

 
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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#18 von yannik ( Gast ) , 11.01.2010 13:49

"Sternsingen ist die Fortsetzung von Halloween mit anderen Mitteln(Clausewitz)
Bei uns stand mal zu Halloween (Reformationstag) ein kleines evangelisches Mädchen als Mönch verkleidet mit Hammer und Papierrolle vor der Tür."Süßes oder ich nagel euch Thesen an die Tür!" Das war wenigstens kreativ!(Und wurde belohnt).
Klar denken die Kinder an die Belohnung, dafür sind sie Kinder. Schlimm ist nur, daß sie so langsam in die Mechanismen und Denkstrukturen des moralisch- industriellen Komplexes eingebunden werden.

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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#19 von Tríona Ní Erc , 11.01.2010 14:00

*Kinder* ist so eine Sache...bei kleinen Kindern - ja, klar drückt man da ein oder zwei Augen zu und himmelt sie an...sind die Sternsinger dann allerdings über 15 und sind sonst weder in der Kirche, noch bei sozialen Projekten in der Gemeinde engagiert und tauchen dann zu 3König plötzlich mit einem Sack an der Tür auf...da kommt man schon ins Grübeln.
Ich gebe dir vollkommen Recht, Kinder sollten auf einen Weg begleitet werden, auf dem sie lernen eigenständig zu denken, sich ihr eigenes Bild von der Welt zu Machen und sich nicht schämen, auch mal mit ihren spirituellen Bedürfnissen auseinanderzusetzen, statt nur mit dem Wunsch nach Bonbons... Hoffen wir mal auf eine globale Erleuchtung und tun selbst unser bestes dazu...die Hoffnung stirbt nie

 
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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#20 von yannik ( Gast ) , 11.01.2010 14:05

Du meinst die Sternsinger, die so Sachen singen wie: ein Kind konkret gebore, voll krass in eine Stall?
Yipp!

yannik

RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#21 von Tríona Ní Erc , 11.01.2010 14:08

Das würde ja historisch schon wieder irgendwie hinhauen, so ein König mit Emigrationshintergrund
Nimmt man die 3 Könige für die Lebensalter her, wie das früher auch gemacht wurde, passt ein 15jähriger bestimmt auch rein - aber doch bitte einer mit Hirn

 
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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#22 von Solitaire , 11.01.2010 17:20

Für diejenigen, die sich noch gerne tiefer mit den 3 Weisen aus dem Morgenland beschäftigen möchten: guckt mal auf ARTE +7 rein, da läuft noch eine Doku über die 3 Jungs.

Hm, wie konnte jemand was gegen Tick, Trick und Track haben, kann ich nicht verstehen

Die Drohung mit den Thesen finde ich auch gut - ist doch mal ein herzerfrischend anderer Halloweenspruch als das ewige "Süßes sonst gibts Saures".

 
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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#23 von Hjördis ( Gast ) , 11.01.2010 18:34

Zitat von yannik
"Bei uns stand mal zu Halloween (Reformationstag) ein kleines evangelisches Mädchen als Mönch verkleidet mit Hammer und Papierrolle vor der Tür."Süßes oder ich nagel euch Thesen an die Tür!" Das war wenigstens kreativ!(Und wurde belohnt).
Yannik





Das find ich klasse,.... und ausgerechnet bei euch....

Wir sind hier GsD "Sternsingerfreie Zone". die würde ich auch mit dem Hinweis darauf, dass wir keine Christen sind, freundlich aber bestimmt weiterschicken. Mit der Kirche will ich nichts zu tun haben und ich werde die schon gar nicht mit irgendwas unterstützen. Die haben mit ihrer Mission so unendliches Leid verursacht, sorry, aber da kann ich nur .

Wohingegen ich die 3 Könige höchstselbst nicht abweisen würde, oder gar Mirjam, Jussuf und Jeshua....das wären sicher interessante Gäste....

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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#24 von angelikaherchenbach , 11.01.2010 18:58

Ich glaube, da gehen ein paar Sachen durcheinander...

Bei uns ist es so, dass um "Dreikönig" herum christlich organisierte Kinder (in der Regel die Messdiener, auf jeden Fall alle unter 15) von Haus zuHhaus gehen, ihr Sprüchlein aufsagen und/oder was singen und sammeln für irgendwelche "Neue-Welt"- Projekte (so heißt das ja wohl jetzt korrekt).
Als Gegenleistung - ganz offen - gibts dan den Segen und das K*M*B an die Tür.
Natürlich nehmen sie auch Süßigkeiten als Zugabe, die sie dann unter sich aufteilen oder mit in dern Jugendclub nehmen oder so.

Es ist seit einigen jahren strenge Vorschrift, dass immer eine erwachsene Person mitgehen muß.

Eine andere traditionelle Sitte ist an Fastnacht; da gehen die Kinder (hier glücklicherweise meistens noch ohne die Alten) verkleidet von Haus zu Haus "singen" für Süßigkeiten und auch Geld (üblich sind max. 50 Cent pro Nase).
Meine Kinder, die schon seit ca. 10 jahren aus dem Alter raus sind, haben in ihren letzten jahren zunehmend die Erfahrung gemacht, dass es Leute gibt, die sie brüsk abweisen; das finde ich schade!

Das Ami-Halloween-Trick-or-treat gibt es wohl in der Stadt, aber nicht hier auf dem Land; aber zunehmend Veranstaltungen, die sich ein bißchen an Samhain orientieren - Märchenlesungen, Konerte etc. - da tut sich langsam, aber sicher was!

Die eindeutig eigennützige "Voll-krass"-Variante von Jugendlichen kenne ich auch nicht - wäre aber witzig!

Angelika

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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#25 von Solitaire , 11.01.2010 20:30

Zitat von angelikaherchenbach
Eine andere traditionelle Sitte ist an Fastnacht; da gehen die Kinder (hier glücklicherweise meistens noch ohne die Alten) verkleidet von Haus zu Haus "singen" für Süßigkeiten und auch Geld (üblich sind max. 50 Cent pro Nase)



Also, was ich an Fasching hier kennen gelernt habe (und was mir keiner der hiesigen bis heute erklären kann), ist die (Un)sitte von Kids, sich irgendwo mitten in die Straße/Gehweg zu stellen (oder sogar die Straße abzusperren) und "Wegzoll" zu fordern, wird das andernorts auch gemacht???

 
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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#26 von matodemi , 11.01.2010 20:34

Wegezoll nicht direkt, aber an einigen Straßen bieten Kinder an, die Autofenster zu putzen (also zu Karneval)...

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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#27 von Hjördis ( Gast ) , 11.01.2010 20:37

Ja, leider machen die Kids das hier auch...sehr zum Leidwesen der Polizei. das ist zum einen lästig, aber auch hochgefährlich, Unfälle hat's schon gegeben.

Hjördis

RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#28 von Inge , 11.01.2010 20:38

... das mit dem Wegzoll gibt es auch bei uns ...

LG Inge

 
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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#29 von angelikaherchenbach , 11.01.2010 20:45

Ich kenne das auch aus dem saarländisch-pfälzischen Grenzgebiet - Kinder und v.a. Jugendliche, die sich ihr Taschengeld für die Faschingsfeier erbettel; ich find's witzig - ist Tradition und wird (auf dem Land) mit Wohlwollen behandelt.
War selbst schon mal mit Leuten in einem solchen Auto, die ihre eigenen Kider dann heimgeschickt haben ("Für heute habt ihr genug, jetzt sind wir dran!"); der meckernde Vater war der Bürgermeister des Dorfes!

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RE: Brauchtum und (christliche) Traditionen

#30 von Solitaire , 11.01.2010 20:50

Also, hier stellen sich die kids bloß in den Weg und blöken dir "Wegzoll" ins Gesicht.

Hier übrigens mal eine Abhandlung zu diversen Faschingsbräuchen, in der auch nochmal der Dreikönigstag in Verbindung mit der Wahl des "Narrenkönigs" angesprochen wird:

http://www.rpi-baden.de/images/Fasnacht_Karnveval.pdf

 
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