Mittwinter?

#1 von kerstin , 21.12.2009 10:22

Hallo,
wir haben gestern erstmals die Wintersonnwende mit einer kleinen Lichterzeremonie gefeiert. Wie schon in den Tagen davor habe ich festgestellt, dass es mir schwer fällt, das so richtig als Freudenfest über die Wiedergeburt der Sonne und der jetzt wieder länger werdenden Tage zu feiern. Das mag zum einen daran liegen, dass ich nun mal im Zeitalter von Elektrizität aufgewachsten bin und es für mich "natürlich" ist, elektrisches Licht anzuhaben.
Eine größere Rolle spielt aber die Tatsache, dass um diese Zeit der Winter mit seiner Kälte und Ungastlichkeit draußen ja erst richtig beginnt. Ich bin kein Wintermensch! Und die kalten Tage, an denen ich den Hund (und mich) ins Freie zwingen muss, gaaanz vorsichtig frühs in die Arbeit fahren muss (dauert dann ewig) und ich die richtige Temperatur einfach nicht erwische (zu kalt oder zu warm) kommen jetzt ja erst. War das vor tausenden von Jahren anders?
Ich muss zugeben, so innerlich ist Lichtmess Anfang Februar das größere Fest für mich...

Nachdenkliche Grüße
kerstin

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RE: Mittwinter?

#2 von Inge , 21.12.2009 10:40

Was mich betrifft, so tut mir einfach das innere Wissen gut, daß die Tage nun länger werden und somit die Zeit der langen Dunkelheit vorbei ist/geht.

Es stimmt schon, sicherlich hält uns der Winter noch etwas in seinem Bann (ich liebe knackig kalte Tage, mit knirschendem Schnee unter meinen Füßen und blauem Himmel ) und wir haben Elektrizität. Es ist aber doch etwas anderes, jedenfall für mich, wenn das natürliche Licht von außen meine Wohnung (mich und meine Energien) durchdringt oder die Kerzen und Lampen die Wohnung erhellen und draußen ist es tief schwarz.- In dem Moment ist es für mich Nacht und der Tag somit gelaufen (in Punkto Aktivitäten ... )

Mit dem (inneren) Wissen, daß die Tage nun wieder länger werden, steigen auch meine Lebenskräfte und-säfte langsam wieder nach oben .... Aber etwas Winterträge darf man noch sein, oder ?

LG Inge

 
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RE: Mittwinter?

#3 von petitsorciere , 21.12.2009 10:51

Zitat von Inge
Was mich betrifft, so tut mir einfach das innere Wissen gut, daß die Tage nun länger werden und somit die Zeit der langen Dunkelheit vorbei ist/geht.
...
LG Inge



Dem kann ich voll und ganz zustimmen
Ich bin zwar auch nicht unbedingt der "Wintermensch" - vor allem, sich wenn alles grau in grau zeigt.
Nichtsdestotrotz hat auch der Winter seine schönen Seiten : ich bin Heute Morgen schon mit den Hunden durch den Tiefschnee getobt und habe die weisse Flockendecke für die Landschaft bewundert. Werd mir im Laufe des Tages die Kamera schnappen und auf Fotojagd gehen - sobald sich hier die Sonne zeigt

LG

Gabi

 
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RE: Mittwinter?

#4 von Saikka , 21.12.2009 15:10

Ich finde es ein großartiges Gefühl mit den Jahreszeiten zu leben und Wechsel mit den ursprünglichen Festen zu begehen, auch in der Großstadt. Wir haben hier in Köln schon das zweite Mal in diesem Jahr eine geschlossene Schneedecke über mehrere Tage, da lässt sich die Sonnenwende nur erahnen. Aber Mittwinter heißt ja letztlich auch, wir sind noch mittendrin. Und danach kommen ja noch die Rauhnächte. Da "gehts nochmal richtig zur Sache" bevor man merkt, dass sich etwas an der Helligkeit tut. Ich kann gut verstehen, wenn man das Licht noch nicht fühlt, sondern nur darum weiß, dass da was ist. Imbolc ist ja dann schon was anderes.

War bereits am Samstag in der Schwitzhütte und habe den Kleister der abwärtsgerichteten Zeit rausgelassen. Fühle mich großartig.
Schönen Sonnenwendmorgen!

LG
Saikka

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RE: Mittwinter?

#5 von angelikaherchenbach , 21.12.2009 17:52

Kann mich Inge nur anschließen, gerade weil ich kein Wintermensch bin.
Genau das Wissen, dass es "aufwärts" geht, ist das Tröstliche. Der nächste Frühling kommt bestimmt!
Außerdem mag ich paradoxerweise (?) seit ich mit dem jahreskreis und den alten Festen lebe die Weinachtsstimmung: All die Hoffnung und Freude, die Lichter, die Fröhlichkeit und die Freundschaft, die sich in den lieben Geschenken äußert .

Angelika

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RE: Mittwinter?

#6 von Esme , 21.12.2009 20:03

Wintermensch bin ich auch nicht, aber ich liebe es mit Fotoapparat bewaffnet durch die Natur zu streifen, Frau Holle malt die schönsten Bilder, manchmal bizarr, manchmal bedrohlich, manchmal einfach nur schööön, selbst unser Hund sieht im Schnee umso mehr wie ein Wolf aus, es ist alles so anders und die Tage werden nun länger, auch wenn für viele die Depressionen erst anfangen, weit bis in den Januar gehen, das Licht ist nicht aufzuhalten, darum habe ich heute draußen, wie immer, viele Lichter angezündet, um es zu begrüßen und um allen, die unter der Dunkelheit leiden, ein Zeichen zu setzen.

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RE: Mittwinter?

#7 von Weisser Schatten , 21.12.2009 21:35

ihr gudsden,

bin weder frühlings-, sommer-, herbst- oder wintermensch, bin mensch,
mensch nochmal
und wenn ich mich heute hätte selbst photographieren können, dann
wäre ein bild vom nackten alten mann hier, der sich im schnee seinen
holzhackedreck abwäscht,
gut daß kein foto da ist,

jede jahreszeit hat ihre reize und schönheiten, wie wir alle auch
und gerade das ist ja das wunderbare am leben (und lebengelassenwerden)

winterliche grüße aus dem haus am wald und ab morgen aus dem allgäu von

ian-jonthan der weiße schatten aus schnee bastelt

 
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RE: Mittwinter?

#8 von Oak King , 22.12.2009 00:20

Astronomisch gesehen gibt's wohl keinen Zweifel das wir in der Mitte der dunklen Jahreszeit stehen die wir Winter nennen. Vom Tiefststand der Sonne gibt's nur einen Weg und der fuehrt aufwaerts dem Licht entgegen. Meteorologisch gesehen hinkt der Winter allerdings hinterher. Als ehemaliger Wetterfrosch weiss ich das die langfristigen Durchschnittstemperaturen (im Erfurter Raum zumindest) am kaeltesten sind zwischen dem 20. und 25. Januar mit einem zweiten, weitaus schwaecherem Minimum Mitte Februar. Liegt wohl daren das die naechtiche Ausstrahlung immer noch staerker ist als die Einstrahlung bei Tage und die Erdoberflaeche somit insgesamt immer noch einen Energieverlust erleidet. Im englischen hoert man hin und wieder das Sprichwort 'As days lengthen, cold strengthens'.

Doch denkt mal was sich in der Tier- und Pflanzenwelt schon tut! Unter der Oberflaeche ruehren sich schon erste Keime und zumindest hier in unserer Ecke der Welt sehen wir die ersten Schneegloeckchen schon von Mitte Januar an. Seit mehreren Jahren ist mir auch aufgefallen dass die Voegel schon etwa zwei Wochen vor Weihnachten nach Herzenslust singen und der Herr Amsel der Frau Amsel den Hof macht. An klaren Tagen erscheint die Qualitaet des Lichtes schon ganz anders als noch im November. Dies ist freilich sehr subjektiv, genauso wir das Empfinden das die Zeit mit unterschiedlichem Tempo fortzuschreiten scheint. Ich weiss nicht ob es euch genauso geht aber ich finde immer wieder dass wir im Spaetherbst mit Riesenschritten in die Dunkelheit zu "stuerzen" scheinen, jedoch nur mit kleinen und muehsamen Schritten im zeitigen Fruehjahr wieder daraus auftauchen. Oder ist es lediglich die spaete Kaelte die mir den Blick truebt?

Wie dem auch sei, dunkler zumindest kann's nun nicht mehr werden und nach meinem letzten Arbeitstag morgen werd ich naechsten zwei Wochen ueberwiegend in der Naehe des Kaminfeuers verbringen, mit gutem Essen, Trinken und in der Gemeinschaft von guten Freunden und Familie. Das ist was Winter ultimativ fuer mich bedeutet und dafuer bin ich ihm dankbar!

Winterliche Gruesse aus Wales,
Holger

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RE: Mittwinter?

#9 von Sirona , 22.12.2009 05:59

Hallo,

wir haben Mittwinter mit einer Kartenweihe begangen. Und es war - zumindest bei uns in der Südpfalz a....kalt. Dazu haben wir dann noch eine Pfadarbeit gemacht: den 32. Pfad, der vom Abstieg in die Unterwelt erzählt. Noch während ich es vorlas, kam in mir das Gefühl aus: ja, es passt.

Der Dezember ist ja erst der 1. Wintermonat, im Januar herrscht die strengere Kälte, was auch der alte, deutsche Name ausdrückt: Hartung. Dann folgt mit dem Februar ein kurzes Hoch mit milderen Temperaturen, um noch einmal von tieferen Graden abgelöst zu werden.
Anfang Februar säe ich dann meine Paprika, damit sie noch vor November reif werden.

Mittwinter ist eine Zeit, um alte, kitschige Filme zu sehen, mit Freunden zu erzählen und dem wilden Jäger zuzuhören, der draussen ums Haus pfeift. Kuschlig wäre auch noch ein Kamin, vor dem man sitzen könnte, in einem tiefen Ohrensessel, ein Buch, die Katze auf dem Schoß und einer Tasse Tee. Man fühlt sich schwunglos und ein bisschen faul, weil die tägliche Sonneneinstrahlung nicht so hoch ist. Ich denke, dass es einfach wie Ebbe und Flut ist: mal das eine, mal das andre. Es muss einfach sein.

LG
Sirona

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RE: Mittwinter?

#10 von Solitaire , 06.01.2010 22:12

Also, ich freue mich, dass es nun wieder auf Imbolc zugeht. Tee, Buch und Katze auf dem Schoß gibt es bei mir das ganze Jahr, ebenso Kerzenlicht

 
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