schlaues über Weihrauch

#1 von Inge , 19.12.2009 16:55

WEIHRAUCH

… noch etwas Schlaues über Weihrauch, von Christian Rätsch:

„Der Gebrauch von Weihrauch war ursprünglich in der (katholischen) Kirche als
´zu heidnisch` verboten. Im frühen Christentum wurde der Weihrauch sogar illegal. Ende des vierten Jahrhunderts verbot der römische Kaiser Theodosius der Große (347 – 395) alle heidnischen Rituale, speziell das Räuchern: ´Wenn jemand Weihrauch
Götzenbildern opfert, die von der Hand des Menschen stammen und verdammt sind, oder wenn er es wagt, eitle Bilder zu verehren, indem er einen Baum mit Bändern behängt oder im Freien einen Altar errichtet, so macht er sich damit, selbst wenn er eine Kultübung ausführt, nichtsdestoweniger einer Beleidigung gegen die Religion und eines Sakrilegs schuldig`.“

 
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RE: schlaues über Weihrauch

#2 von Esme , 26.03.2010 19:33

Wenn man bedenkt das in der katholischen Kirche auf "Teufel komm raus" geräuchert wird, so das die Messdiener reihenweise umkippen, scheint irgendwie Nachholbedarf zu sein.
Genug Sarkasmus.
Weihrauch war auch am Anfang für mich eine reine "Glaubensfrage" eben wegen dem, es kostete mich Überwindung damit zu räuchern, heute schwöre ich aber darauf. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Qualitäten. Das beste was ich bisher hatte und immer noch habe, ist ein ganzer Block aus Ägypten, sehr intensiv, sehr wirksam.

Wie sind eure Erfahrungen?

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RE: schlaues über Weihrauch

#3 von Solitaire , 26.03.2010 21:39

Also, bei mir ist Weihrauch ebenfalls Standard, wobei mein Favorit der Weihrauch aus Oman ist (ein goodie für die besonderen Momente des Lebens), ansonsten räuchere ich mit Weihrauch Eritrea oder eben mit Aurum Nero (auch als Isis und Osiris oder Sternennacht bekannt - der schwarze mit Goldkörnern).

 
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RE: schlaues über Weihrauch

#4 von Belbara , 27.03.2010 00:05

Mir hilft Weihrauch immer, mich auf einen ganz besonderen Bewußtseinszustand einzustimmen... wobei ich eher süße Düfte bevorzuge, wie zum Beispiel Styrax, Opoponax und Sandelholz. Ich nehme aber auch ganz gerne mal Kampfer oder Salbei (das putzt ganz gut), oder, in selteneren Fällen, Elemi (leicht zitronig), Drachenblut, Erdrauch, Beifuß... hat halt alles eine ganz eigene Stimmung.

Es gibt ein nettes Buch über das "Räuchern mit heimischen Kräutern" - heißt auch genau so und ist von Marlies Bader.

Liebe Grüße,
Belbara

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RE: schlaues über Weihrauch

#5 von Solitaire , 23.05.2010 15:53

Die Weihrauchstrasse von Dhofar

"Das aromatische Harz des boswellia sacra Baumes zählte zu den begehrtesten Handelsgütern der antiken Welt. In Ägypten wurde Weihrauch ebenso verbrannt wie an den Höfen indischer Maharadschas. In Rom wurde er in Gold aufgewogen. Über Tausende von Kilometern wurde er gehandelt; es entstand die "Weihrauchstraße".

Wie der wohl bekannteste aller Wohlgerüche des Orients gewonnen wurde und vor allem woher genau er stammte, blieb den Abnehmern verborgen. Die Karawanenführer bewahrten ihr Schweigen, die Produzenten wurden reich.

In der Region Dhofar im Süden des Sultanats Oman wird bis heute Weihrauch gewonnen. In den Trockentälern ritzen Beduinen die knorrigen Bäume, um nach einigen Tagen das Harz zu ernten; verkauft wird es im Weihrauch-Souk von Salalah.

Von der Blütezeit des Weihrauchhandels künden indes nur noch Ruinenstädte: Häfen wie Samharam und al-Balid verdienten am Seehandel, Oasen wie Wubar wurden als Karawanenstationen reich und mächtig - Stationen an der omanischen Weihrauchstraße, die nun zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

Buch und Regie: Rolf Lambert
Kamera: Donald Saischowa"

Quelle: http://www.schaetze-der-welt.de/denkmal.php?id=209



"Kulturdenkmal: Archäologische Fundorte, mittelalterliche arabische Stadtarchitektur

Unesco-Ernennung: 2000

Flora und Fauna
Weihrauch, auch Olibanum genannt, ist Harz von Sträuchern aus der einzigen Monsunzone Arabiens

ab dem 3. Jtsd. v. Chr.
Weihrauchhandel mit Sumerern in Mesopotamien

4.-1. Jh. v. Chr.
Im Hellenismus ist Petra Knotenpunkt der Weihrauchstraße von der Südspitze des arabischen Halbinsel, später übernimmt Gaza diese Funktion für Rom und Griechenland

Römische Kaiserzeit
Der Preis für Weihrauch beträgt in Rom das Dreihundertfache des Materialwertes

Im 7. Jh.
Die Weihrauchstraße büßt im Zuge der Ausbreitung des Islam ihre Bedeutung ein, der Handel verlagert sich auf den Seeweg

1990/1991
Archäologische Ausgrabungen bestätigen die Wiederauffindung der Handelsstadt Ubar mit Hilfe von NASA-Satellitenfotos"

© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010

 
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