Dunkelheit

#1 von Anna , 14.12.2009 21:16

Wie kommt ihr mit der Dunkelheit zurecht?

Was hat die Dunkelheit für eien Qualität für euch?

Ist der Stillstand, der gerade in der Luft liegt, das gleiche wie Stille? oder hat es eine andere Qualität?

Kann man/frau die Ursuppe in der Nana oder Cerridwen rührt aushalten?


Mal so ein paar Gedanken zur Zeitqualität...

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RE: Dunkelheit

#2 von matodemi , 14.12.2009 22:03

Dunkelheit kann bedrohend sein. Und das Zwielicht deprimierend.
Aber sie kann auch als Schutz dienen, als Rückzugsmöglichkeit. Ein zur Ruhe kommen - beruhigen.
Und zur Zeit ist sie für mich die Zeit der Besinnung, und des Vorbereitens auf einen Neuanfang.

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RE: Dunkelheit

#3 von Serpentia , 14.12.2009 22:20

Was ist an Dunkelheit denn per se bedrohlich? Vor was haben wir denn Angst? Gerade heute, wo wir wesentlich mehr Bedrohungen am hellen Tag in der Stadt haben, was ist denn noch bedrohlich daran?

Ich bin am liebsten im Dunkeln unterwegs, dann ist es so herrlich ruhig, nicht nur für die Ohren. Und dann laufen bis die Sonne aufgeht.

Dunkel ist für mich ein Wohlgefühl, hat mit Wärme und Schutz zu tun. Geborgen sein im Schoß der Erde...

MoonDancer, die NachtEule

 
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RE: Dunkelheit

#4 von Inge , 15.12.2009 10:40

Die Dunkelheit birgt wie schon gesagt eine tiefe Ruhe und Geborgenheit. Ihr spezieller Charakter - wie sie sich anfühlt, wie sie riecht, schmeckt und wie sie sich anhört .... , ist schwer zu beschreiben. Ich möchte ihn fast "heilig und schützend/ummantelnd" nennen.

Doch möchte ich mich Moonys Frage anschließen. Woher kommt die Angst vor der Dunkelheit ? Ist es die angeborene (Schutz)Angst; ist es eine anerzogene Angst (die Bösewichte lauern im Dunkeln und warten darauf einen zu überfallen - jeder der etwas zu verbergen hat, treibt sich in der Dunkelheit herum ; oder ist es eine Art "Urangst" ?- die Angst vor dem Unbekannten, dem Unterbewußten ...

Ich genieße die Zeit der Dunkelheit. Doch wie bei so allem im Leben: wenn es am schönsten ist, sollte es wieder aufhören .... Also, alles sollte seine Grenzen haben- die Dunkelheit sollte nicht zu lange andauern. So sehr ich die Dunkelheit mag, so freue ich mich doch schon wieder auf die langen hellen Tage, die wäremenden Sonnenstrahlen ... (ab Ende nächster Woche ist es wieder soweit )

LG Inge

 
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RE: Dunkelheit

#5 von matodemi , 15.12.2009 13:39

Für mich kann Dunkelheit auch Unsicherheit hervorrufen - nämlich dann, wenn ich auf unbekannten Terrain im Dunkeln unterwegs bin, da ich ein wenig nachtblind bin. Und diese Unsicherheit kann durchaus auch mal ein wenig Ängstlichkeit hervorrufen.

Ansonsten liebe ich die Dunkelheit aber auch - genieße es und wie Inge geschrieben hat, es ist auch wenn es wieder vorbei ist, weil es für alles die richtige Zeit gibt und nichts Dauerzustand sein sollte.

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RE: Dunkelheit

#6 von Sinaris , 15.12.2009 13:52

Naja ich bin ohnehin ein totaler Nachtmensch. Das merke ich immer daran wie sich mein Tagesrhytmus verändert wenn ich mal Urlaub habe oder jetzt wo ich Arbeitslos bin.

Gestern Nacht bin ich eine ganze weile durch die Nächtliche Stadt spaziert. Ich fand es ungewöhnlich still. Kein Windhauch, kein Stern und auch das Rauschen der Strassen war, abgesehen von der Nahen Autobahn, vollkommen verstummt. Wenn ich mich in Momenten wie diesen auf die Dunkelheit konzentriere werd ich oft melancholisch.

Früher hab ich immer gesagt, die Dunkelheit ist der Hort der Träume. Aber gerade im Augenblick ist das anders. Es ist so als würde ich das alles anders wahrnehmen. Aber ich versuche die bedrückende Natur abzuschütteln, was mir nicht immer besonders gut gelingt. Wenn ich Merke, dass ich dem ganzen nicht entkommen kann, stürze ich mich regelrecht hinein. Bewege mich sozusagen bis zum Grund und versuche dann wieder einen lichten Gedanken zu finden.

Was den Stilstand angeht, liegt es ja in meiner Situation an mir die Sache zu ändern, allerdings ist es tatsächlich gerade schwer für mich kreativ zu sein, sehr zum Leidwesen meiner Rollenspielgruppe die schon seit einiger Zeit auf eine neue Geschichte wartet.

Ehre und Stärke
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RE: Dunkelheit

#7 von Sommerfalke , 15.12.2009 16:15

Im Allgemeinen mag ich die Dunkelheit im Winter. Ich muß nur alle paar Jahre aufpassen, daß ich nicht eine Winterdepression aufgrund von Lichtmangel bekomme, das geht bei mir schnell. Aber da hilft viel Kerzenlicht und Kaminfeuer, und wenn's gar nicht anders geht, der Besuch beim Toaster, was ich eigentlich nicht so mag, aber es scheint die richtigen Hormone anzukurbeln.

Gerade dieses Jahr geniesse ich die Ruhe der dunklen Zeit aber sehr. Vor einem Jahr habe ich mit dem Bardenkurs angefangen, und jetzt gehe ich auf das Ende zu, und da passt es, die Zeit zur Reflektion zu nutzen.

Trotzdem kann Dunkelheit natürlich auch Angst machen, und ich denke das steckt ganz tief in uns drin. Schließlich mussten unsere steinzeitlichen Vorfahren in der Dunkelheit erst recht Angst haben, von Tieren gefressen zu werden.

LG
Chris

 
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RE: Dunkelheit

#8 von Solitaire , 15.12.2009 18:02

Ich liebe die Dunkelheit, draußen spazieren gehen, wenn mir nichts anderes begegnet als Katzen, Mond und Sterne sehen (und nach den Sternbildern gucken), bin bekennende Nachteule, "I live among the creatures of the night..."

 
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RE: Dunkelheit

#9 von Saikka , 15.12.2009 18:26

Wenn das Licht geht, wird's oft kalt. Ich genieße Dunkelheit sehr, aber nur, solange ich weiß, an welcher Feuerstelle ich mich innen und außen wärmen kann.
Ich glaube,wenn es eine Art Urangst vor der Dunkelheit gibt, dann weniger vor der Abwesenheit von Licht, als vielmehr vor der Kälte, die die dunkle Jahreszeit hier in unseren Breiten mit sich bringt.

Andererseits gibts irgendwie nicht schöneres, als dass es draußen dunkel ist und drinnen hell und warm, durch Kerzen, Kamin oder nette Menschen.
Ich finde, das ist eine passende Analogie. Oft tröstet allein der warme Sommer über eine schwierige (innere) Zeit hinweg. Und viele, die es in sich selber nicht aushalten, weil sie sich selber nicht kennen oder gar nicht kennenlernen wollen, geraten dann in dunkler Zeit in Hektik und stürzen sich auf Weihnachtseinkäufe, weils so schön ablenkt...
Die, die sich mit sich selber auseinandersetzten können, finden über kurz oder lang auch in schwierigeren Zeiten eine innere Herdstelle, die gerade lodert und wärmt.
LG
Saikka

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RE: Dunkelheit

#10 von kerstin , 17.12.2009 08:52

Auch dür mich hat Dunkelheit ganz verschiedene Qualitätn.
In fremder Umgebung macht mich das Fehlen der visuellen Umgebung seeeehr vorsichtig.
Nächtens Spazierengehen hat für mich grade was ganz alltägliches: Ich muss fast jeden morgen sehr früh mit dem Hund raus. Schummerlicht am Feuer ist gemütlich und weckt Ruhe und Entspannung.
Die Dunkelheit der Schwitzhütte wirkt auf mich wie eine Leinwand, die Unbewusstes zeigt und als emotionaler Verstärker dient.
Beeindruckend finde ich die völlige Abwesenheit von Licht und Schall in einer Höhle: Augen auf = Augen zu und es ist die völlige Leere in der ich schnell die komplette Orientierung verliere - selbst oben und unten ist dann nicht mehr so leicht zu unterscheiden.

Irgendwie ist Dunkelheit jedesmal anders...

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RE: Dunkelheit

#11 von Weisser Schatten , 17.12.2009 15:28

für mich ist die dunkelheit eine fürsorgliche freundin und wir akzeptieren uns beide,
besonders merke ich dieses, wenn ich auf meinen langen sommerwanderungen in
wildfremden landen irgendwo, mitten im wald oder an einem unbekannten teich oder
am rande eines ortes, mein nachtlager aufschlage,
die im dunkel geschehenden geräusche faszinieren ob ihrer "nähe" und wenn der sternenhimmel
über mir zu glänzen beginnt - was ist dann noch beängstigend?

da ich in meinem waldhaus lebe, gehört die dunkelheit mir zum normalen, denn nur die
anderen fürchten sich, hier heraus ins dunkle zu kommen - ich bin ja schon mittendrin
und sie behütet mich, wei eine gute freundin

ian-jonathan der weiße schatten auch im dunklen wirft

 
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RE: Dunkelheit

#12 von barbara , 17.12.2009 21:30

Nach dem Sommer freue ich mich immer sehr, wenn der Herbst kommt und die Nächte wieder länger werden.

Es ist ein Zur-Ruhe-Kommen, sich wieder in der Wohnung aufzuhalten. Kerzen anzuzünden... für mich gibt es nichts Entspannenderes. Die trübe Jahreszeit hat daher auch nichts Deprimierendes für mich.

Allerdings achte ich auch darauf, mich jeden Tag mindestens 20 Min. bei Tageslicht draußen zu bewegen. Damit meine ich nix sportliches, eher einen Spaziergang um den Block in der Mittagspause oder eine Runde im Park am Wochenende. Das ist auch gut für die Knochen, die das Sonnenlicht brauchen. Und der Stimmung hilft es auch.

***

Etwas Anderes ist es, im Dunklen in einer unbekannten Umgebung zu sein. Da werde ich schon unsicher, weil ich auch nicht so gut sehe nachts. Wenn ich mich irgendwo fremd fühle, fällt es mir schwer, mich zu orientieren. Besonders in der Natur, wenn z.B. der Boden uneben ist und es Geräusche gibt, die ich nicht zuordnen kann. Da die lauten Geräusche in der Nacht oft fehlen, hört man leise Geräusche, die man tagsüber meist nicht wahrnimmt. Schon ein Knacken von einem Ast kann in einem Wald daher un-heimlich sein.

Ob es eine Ur-Angst vor dem Dunklen gibt - ich glaube schon: der Mensch ist dafür gemacht, tagsüber draußen rumzulaufen und sich nachts in seine Höhle, sein Haus oder seine Wohnung zurückzuziehen. Wir sind keine nacht-aktiven Lebewesen. Daher instinktiv der Wunsch nach Vertrautem.

Ich finde auch, dass man nachts empfänglicher ist - sowohl für Gutes, als auch für Schlechtes. Deshalb finde ich die Dunkelheit auch besonders spannend - aber im Vertrauten.

Liebe Grüße

barbara

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RE: Dunkelheit

#13 von Käutzchen , 19.12.2009 15:04

Ich finde die Dunkelheit birgt viel Stille und Raum - gerade für das Arbeiten mit Ritualen. Die Hektik des Tages samt Lärm und Getriebe bleibt draußen - eine sehr schöne Qualität. Eine Zeit um ganz für sich zu arbeiten. Allerdings birgt die Zivilitsation Probleme. So finde ich zum Beispiel schwierig, als Frau allein bei uns in der Nacht an die Lechauen zu gehen. Dabei kommen mir weniger Wölfe oder Bären in den Sinn -

Unsere Vorfahren waren essentiell darauf angwiesen, dass der Winter nicht zu hart wird. Denn Hungersnöte oder Kälte konnten den Tod bedeuten - Kein Wunder, dass die Wiedergeburt der Sonne so sehr gefeiert wurde. Das fällt nicht so leicht, das heutzutage in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht nur im Kopf nachzuvollziehen.

Liebe Grüße

Käutzchen

 
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schlaues zu Alban Arthuan
Alban Arthan

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