Druiden-Haikus

#1 von Anna , 06.12.2009 16:24

Das Haiku ist eine Japanische Kunstform des Gedichts.

Es besteht aus 3 Zeilen mit 5, 7, 5 Silben.

Traditionell wird ein Bild aus der Natur beschrieben, und anhand eines Jahreszeitenwortes wird der Handlungszeitraum zu erkenne gegeben.


Mittlerweile gibt es auch freie Haikus, in denen man sich nur an die Silbenzahlen hält.


hierfindet man Beispiele


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RE: Druiden-Haikus

#2 von YOrpheus , 07.12.2009 00:16

Die Silbenzahl 5,7,5 ist kein Gesetz.
3 Zeilen, kurz, +- 17 Silben sollten es sein.
Das Haiku wird zum Haiku, indem es im Hörer den Haikueffekt
auslöst, einen Gedanken- oder Erkenntnisblitz.
Es ist also ein Geschenk, was man erst auspacken muss.
Druiden-Haikus tragen druidischen Geist.

Ich beginn mal mit meinem ersten Haiku:



Man sagt Gott ist Licht.
Sie sagen Gott ist Dunkelheit.
Schau, der Schmetterling schlägt mit den Flügeln.

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RE: Druiden-Haikus

#3 von Anna , 07.12.2009 20:34

wenn es so frei ist, dass ich nur auf 17 kommen brauch

Wintersonnwende -
das Licht gebiert sich selbst.
ich fang an zu strahlen.

Anna

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RE: Druiden-Haikus

#4 von Rainer , 08.12.2009 05:43

Frühlingshaft gebiert die Dunkelheit das Licht
Der Wind weht und ein Blatt fällt vom Baum.
Ich.

Haikus sind mir neu - hoffe ich hab´s richtig verstanden

LG

Rainer
)O(

 
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RE: Druiden-Haikus

#5 von Anna , 08.12.2009 09:13

Du hast 21 Silben

Aber nicht schlecht für den Anfang!

Ich kenn einen der hat zu jeder Karte des Druidcraft ein Haiku geschrieben. Das gleiche kann man auch mit den Karten vom Tierorakel machen oder Pflanzenorakel.
Ich bin den Haikus in meiner Pflanzenausbildung begegnet, ich muß die mal raussuchen...

Man kann mit Haikus spannende Sachen machen.

Anna

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RE: Druiden-Haikus

#6 von Rainer , 08.12.2009 10:25

gut, mal den Silbenzähler einschalten

 
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RE: Druiden-Haikus

#7 von Rainer , 08.12.2009 23:10

Lärm um mich herum
einsam in Gesellschaft
traurige Lustigkeit
Stille


edit: 19 aber ich werde besser

 
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RE: Druiden-Haikus

#8 von Anna , 10.12.2009 08:41

Baum-Wege gehen
Himmel begegnet Erde
Atem des Lebens.






Anna

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RE: Druiden-Haikus

#9 von Fingayin , 10.12.2009 11:58

Ich versuche mich auch einmal...

Von Wind und Regen durchdrungen
Göttliche Energien
ich bin

Richtig so?

 
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RE: Druiden-Haikus

#10 von Inge , 10.12.2009 16:45

Sonnenschein und Regen,
strahlende Regenbogenbrücke,
Heimat.

LG Inge

 
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RE: Druiden-Haikus

#11 von YOrpheus , 10.12.2009 23:42

Anna meint ich sollte mal kommentieren,
also mit Verlaub:

zum Formalen: es sollten nur 3 Zeilen sein,
Silbenzahl schwankt um 17.

Wichtig ist der HaikuMoment: ein überraschendes oder
einfach anderes oder neues Bild zum Thema des Haikus.
Das Haiku erschließt sich so manchmal nicht gleich.
Aber wenn, dann macht es im Gehirn
plop oder bliss.

Annas BaumHaiku gefällt mir da recht gut.

Viel Freude beim Dichten.

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RE: Druiden-Haikus

#12 von freyja , 15.12.2009 20:16

helle im dunkel
beides kommt, geht und gleicht aus
drei tiefe wurzeln .

liebe grüsse freyja
@Anna, deine Pflanzen-Haikus interessieren mich sehr..

 
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RE: Druiden-Haikus

#13 von Belbara , 12.01.2010 13:57

Hallo zusammen,

ich möchte gern noch einige Hintergründe und Gedanken zu Haiku liefern. Mir hat man gesagt, es gebe drei „Bedingungen“ oder Regeln für ein Haiku:

1. Das Einhalten des Silbenschemas (5-7-5) – was übrigens gar nicht so streng gesehen wird, es können auch problemlos mal eine mehr oder weniger oder eine andere Verteilung sein.
2. Es muß ein Kigo (Jahreszeitenwort) enthalten sein. Manche davon sind so sehr traditionell japanisch, daß wir (Europäer) sie ohne Erläuterung nicht erkennen würden – andere dagegen verstehen wir ohne Probleme. Ein Beispiel: Schnee – das ist natürlich ein Winter-Haiku (auch bei uns schneit es ja im Winter). Kaki – das ist ein Herbst-Haiku. Warum? Weil im Herbst die Kaki-Früchte reif sind, überall verkauft und gern gegessen werden, erinnert der Geschmack von Kaki Japaner automatisch an den Herbst. (Wir würden vielleicht eher an reife Äpfel denken – und, bei Apfelblüten, an den Frühling.)
3. Das wichtigste an einem Haiku ist aber eigentlich, daß es keine persönliche Wertung des Geschehens im Haiku gibt. Es ist eine Beobachtung oder Momentaufnahme; das Haiku hat – per definitionem – „keinen (über sich hinausweisenden) Sinn“(!) – den wir immer so gern darin finden möchten. Es geht um den Augenblick; der Mensch als „Ich“ wird nicht genannt, er steht eigentlich am Rand, ist gerade noch präsent als Beobachter des Geschehens. Die Natur ist, wie sie ist – auch ohne den Menschen. (Gedichte, in denen das Persönliche eine Rolle spielt, gibt es auch in Japan, aber das ist eine andere Form, das Tanka.)

Das überrascht vielleicht auf den ersten Blick, aber ich denke, man darf nicht vergessen, daß Haiku, obwohl sie auf den ersten Blick naturreligiös wirken, vor dem Hintergrund einer Kultur und Philosophie entstanden sind, die in vielem sehr anders ist als das, was wir uns darunter vorstellen. Die traditionellen Haiku sind sehr stark vom buddhistischen Gedankengut beeinflußt, das gern die Bedeutungslosigkeit und Vergänglichkeit des Menschen unterstreicht. Im Brennpunkt steht die überwältigende Macht der Natur, des Augenblicks, der Gegenwart. Das genau das macht aber Haiku (für mich) eigentlich so reizvoll, weil sie eine ganz einzigartige Atmosphäre erzeugen:

Der alte Teich
Ein Frosch springt ins Wasser
Das Geräusch des Wassers

(Haiku von Bashou)

Die Vorstellung, daß ein Haiku ein „Sinnspruch“ ist, der noch etwas anderes, Metaphysisches (jenseits des Dargestellten) oder Symbolisches bedeutet, ist eigentlich eine westliche Lesart und Auffassung des Haiku. Wir stellen immer das Individuum in den Mittelpunkt; der Mittelpunkt im Haiku ist aber die Natur, nicht der Mensch und was er so macht, sich denkt, was er empfindet.

Ein witziges Beispiel: ein Freund von mir wollte ein Haiku verfassen (er ist Japanologe) und schrieb (auf Japanisch, hier ist es übersetzt, daher stimmt die Silbenzahl nicht) –

Nach dem Taifun
Der Strand von Hayama
(ist) voller Müll

Gedacht war das als Gedanke über das mangelnde Umweltbewußtsein der Japaner – die werfen nämlich so allerhand einfach ins Wasser, was dann nach einem Taifun in unangenehmer Weise am Strand wieder auftaucht. Da er das Wort für Müll nicht kannte, fragte er seine japanische Lehrerin – die schlug dann das japanische Wort für „Staub“ vor – was natürlich das (zen-buddhistische) Sentiment der Vergänglichkeit hineinbringt („die überwältigende Macht des Taifun, der alles zerschmettert und nur Staub hinterläßt). Und das gibt dem Haiku dann inhaltlich natürlich eine ganz andere Richtung als die, die mein Freund beabsichtigt hatte

Ich ahne bereits, daß mancher dies so interpretiert, als ob ich sagen würde, man kann/darf/soll keine deutschen Haiku schreiben. Das wollte ich aber ganz und gar nicht sagen - was ich sage, ist, daß ich diese Verschiebung des Blickpunkts (die Natur im Zentrum des Geschehens) äußerst reizvoll und bereichernd finde, weil es halt mal so ganz anders als gewohnt ist. Aber unabhängig davon gefallen mir auch noch viele andere Dinge - zum Beispiel der individuelle Blick auf die Natur, mit dem Menschen im Zentrum

Lieber Gruß,
Belbara

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RE: Druiden-Haikus

#14 von Inge , 12.01.2010 14:06

, sorry, das ist jetzt sicherlich kein "Druiden- Haiku", doch habe ich dieses- was auch immer es ist- im Kopf. Folgendes hat mir mal ein Bekannter aus Amberg gesagt- schon mal tschulidigung im Vorraus, für die wahrscheinlich total falsche "Aussprache" Aber, wenn ich die Haikus lese schwirrt es immer in meinem Kopf herum ....

Zwoa san in ´d Wald eini ganga,
ham ´d Axt mitgnomma,
doot.



LG Inge

 
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RE: Druiden-Haikus

#15 von Hjördis ( Gast ) , 12.01.2010 14:37

Hjördis

   

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