Ahimsa

#1 von Anna , 18.11.2009 23:05

Gandhi hat die Idee der Ahimsa wieder belebt, und auch in ein größeres Bewußtsein gebracht.

Zitat
Ahimsa (Sanskrit, f., अहिंसा, ahiṃsā, wörtlich das Nicht-Verletzen) bedeutet Gewaltlosigkeit – eines der wichtigsten Prinzipien im Hinduismus, Jainismus und Buddhismus. Es handelt sich um eine Verhaltensregel, die das Töten oder Verletzen von Lebewesen untersagt bzw. auf ein unumgängliches Minimum beschränkt. Damit ist die Vorstellung verbunden, dass jede Gewaltausübung schlechtes Karma erzeugt und sich dadurch auf die Zukunft des Täters negativ auswirkt. Man soll sich also im eigenen Interesse möglichst gewaltlos verhalten.[1]

Sehr unterschiedlich sind die Ansichten darüber, wie konsequent Gewaltlosigkeit im täglichen Umgang mit den verschiedenen Lebensformen umgesetzt werden kann und soll und inwieweit persönliche oder kollektive Selbstverteidigung zulässig ist. Darüber bestehen seit Jahrtausenden Meinungsverschiedenheiten zwischen den Religionen und innerhalb von ihnen zwischen verschiedenen Traditionen und Autoritäten, die sich auf uralte Überlieferung berufen. Daher ist die Ahimsa nur vor dem Hintergrund der religionsgeschichtlichen Entwicklung in Indien zu verstehen.

(Wiki)

entwickelt hat sich die Idee wohl schon gut 2 Tausen Jahre vor unserer Zeitrechnung.

Im Jainismus wird sie am engsten ausgelegt. Und wo einige Prinzipien im Hinduismus und Buddhismus nur für Mönche gilt, gelten sie im Jainismus für jeden. Wie er sie umsetzt muß wohl jeder mit seinem Gewissen ausmachen, denn es gibt auch Jains, die Bauern sind.

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RE: Ahimsa

#2 von Solitaire , 19.11.2009 00:39

So, da habe ich mal rüberkopiert, was im o. g. Wikiartikel zu Gandhis Ahimsa-Konzeption steht:
"Mahatma Gandhi (1869-1948) erreichte eine Erneuerung und Wiederbelebung des Ahimsa-Ideals. Er wandte sein Konzept von Gewaltlosigkeit auf alle Lebensbereiche und besonders auf die Politik an und popularisierte es durch sein Vorbild und seine Schriften.[44] Seine gewaltfreie Widerstandsbewegung gegen die britische Kolonialherrschaft nannte er Satyagraha ("Festhalten an der Wahrheit"). Mit ihr machte er tiefen Eindruck auf die öffentliche Meinung in Indien und in westlichen Ländern. So wurde er der international bekannteste Vertreter der Ahimsa und ein Vorbild für verschiedene Bürgerrechtsbewegungen. Nach Gandhis Auffassung schließt das Konzept Ahimsa nicht nur physische Gewalt aus, sondern auch geistige. Dazu zählte er üble Gedanken und Hass ebenso wie verletzende Worte, Unredlichkeit und Lüge.[45] Er war überzeugt, dass Verzicht auf Gewalt nicht schwächt, sondern im Menschen eine Kraft entwickelt, durch die der Gegner überwunden werden kann.

Sri Aurobindo kritisierte Gandhis Ahimsa-Konzept als einseitig, begrenzt und nicht allgemein anwendbar. Er vertrat einen pragmatischen, nichtpazifistischen Standpunkt, wonach es von den besonderen Umständen der jeweiligen Situation abhängt, ob Gewaltanwendung gerechtfertigt ist oder nicht.[46]" (Zitat Ende)

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ahimsa

Wobei ich mich aber erinnern kann, dass Gandhi ziemlich despotisch und ekelig zu seiner Frau gewesen sein soll (das war einer der Punkte, der mich damals doch sehr an Gandhi entsetzte, da man sowas bei einem Menschen, der immerhin als "große Seele" und der Verfechter der Gewaltlosigkeit einfach nicht erwartet). Ich weiß aber nicht mehr, wo ich das mal gelesen/gesehen oder gehört habe.

 
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RE: Ahimsa

#3 von Solitaire , 19.11.2009 00:46

Um, wenn man sich Gandhis Ahimsa-Konzept in seiner Gesamtheit ansieht, dann wäre doch Gandhi ein Jaina gewesen, oder?????? Laut Wiki waren aber er und seine Familie Vishnuiten....
siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Mohandas_Karamchand_Gandhi , was eine Form des Hinduismus ist.

Ok, dann muss wohl der Kontakt mit den Jainas in seiner Jugend doch sehr prägend auf ihn gewirkt haben.

 
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RE: Ahimsa

#4 von Anna , 19.11.2009 10:42

Hallo Solitaire.

wenn ich es richtig verstanden habe, ist Ahimsa ja nciht nur eine FOrm des Jainsimus sondern auch bei den Hinduisten udn Buddhisten von Bedeutung.

Udn bei den Buddhisten bedeutet Ahimsa nicht aufruf zum Paszifismus. Also das steht auch ausdrücklich , dass die Todesstrafe ok ist.


Ich weiß nicht, ob wir diese Gesamtheit der Ahimsa in dieser Tradition so erfassen können, wenn wir da Gegensätze wahrnehmen, die die vielleicht gar nciht sehen.


Heruka!! Kannst du uns helfen?

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RE: Ahimsa

#5 von heruka , 19.11.2009 11:30

Hallo Ihr Lieben,
zum Buddhismus kann ich Stellung nehmen, nicht aber für die Jains, da diese mich nie besondes interssiert haben.
Der Begriff Ahimsa ist im Buddhismus nicht etabliert. Sehr wohl gehört jede Form der Gewalt zu den Grundüblen,
die zu verneiden ist. Insbesonderer im Theravada Fahrzeug der persönlichen Befreiung gibt es diverse Verhaltensvorschriften,
die das Ziel haben keine Lebewesen zu töten. Das wird dann in den späteren "Grossen Fahrzeug" relativiert. Es kann manchmal
sinnvoll sein ein anderes Lebewesebn zu töten, wenn damit z.B. grosses Leid abgewendet wird.

Aus heutiger Sicht ist die Umsetzung von Ahimsa gar nicht so einfach: Mit jedem Schritt, mit jedem Schluck Wasser, mit jedem Gemüse,
das wir kochen und Essen, töten wir eine unzahl von "niedrigen" Lebewesen, oder im Schlaf verpeisen wir Spinnen und Fliegen....


Liebe Grüße,
Frank

P.S.: Dass Todesstrafe irgendwo im Buddhismus befürwortet wird, ist mir neu.

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RE: Ahimsa

#6 von Anna , 19.11.2009 12:45

Huhu Frank

stand so in Wiki...

also das Herrscher jemanden die Todesstrafe verhängen dürfen...trotz der Ahimsa.

fremde Kulturen...faszinierend aber wenn mannicht drin aufwächst ein großes Fragezeichen...

Aber spannend mal seinen Blickwinkel zu ändern.

Anna

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RE: Ahimsa

#7 von Nivien , 19.11.2009 13:50

Ahimsa spielt in mehreren Richtungen der indischen Philosphie eine bedeutende Rolle. Die Jainas mit ihrem Versuch(!) beispielhaft Ahimsa zu leben, sind vielleicht das extremste Beispiel. Die indische Geisteswelt erscheint uns fremd und exotisch, deshalb ist es oft schwierig, Verständis und Verstehen zu entwickelt. Asketische Lebensweisen mögen skurril absurd anmuten. Ich finde es nicht leicht, da einen Weg zu finden.

In der klassischen Yoga-Philosophie des Ashtanga-Yoga (Patanjali) ist ahimsa ein Bestandteil von Yama, der
"gesellschaftlichen Disziplin" (Verhaltensregeln).

Gewalt wird als "Fehlen von Liebe" (Gita Iyengar) gedeutet: "Gewaltlosigkeit heißt Respekt vor den anderen - Gewaltlosigkeit ist ein Bewußtseinszustand." T.K.V. Desikachar, ein bekannter Yogalehrer, bezeichnet ahimsa als "wohlüberlegte Rücksichtnahme auf Menschen und Dinge."

herzlich
Nivien

 
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RE: Ahimsa

#8 von heruka , 19.11.2009 15:11

Das Herrscher manchmal Sachen machen, die nichts mit ihrer Religion zu tun haben, ist ja nicht neu. Auch im Christentum gibt es ja das Gebot "Du sollst nicht töten",
darum geschert haben sich nicht immer viele. Das ist vermutlich bei buddhistischen Herrschern ähnlich. Sind ja auch nur Menschen

Grüße,
Frank

heruka  
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RE: Ahimsa

#9 von Nivien , 19.11.2009 17:44

Politik und Religion...

...ein weites Feld, und ich fürchte auch, da geben sich die Religionen nicht viel, ganz gleich, wie friedliebend sie -theoretisch - auch sein mögen.


Nivien

 
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RE: Ahimsa

#10 von Solitaire , 19.11.2009 21:39

Zitat von heruka
Es kann manchmal
sinnvoll sein ein anderes Lebewesebn zu töten, wenn damit z.B. grosses Leid abgewendet wird



Hallo heruka,
habe ich das jetzt richtig verstanden, dass es gemäß den Lehren des "Großen Fahrzeugs" legitim wäre, ein anderes Lebewesen zu töten, eben im Sinne der Verhinderung anderen großen Leidens?

 
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