Samenmeditation

#1 von Anna , 30.10.2009 19:40

Samenmeditation

Du spürst die Erde unter deinen Füßen. Du atmest ein und aus. Und mit jedem Atemzug atmest du Erde ein und wieder aus.

Du spürst, wie dich die Erde umgibt, Du bist Samen. Sicher verwahrt von der Erde. Vor ein paar Wochen noch, warst du Teil einer Pflanze, Hoffnung auf ein Neues Leben. Du hast Sonne getankt, die Kraft der Erde und des Himmels gespürt. Die Pflanze hat dich genährt und alle Hoffnung in dich gesetzt. Und mit diesem Wissen hat sie dich losgelassen. Dich fallen gelassen. Dich dem Wind übergeben oder einem Tier. Das dich an einen neuen Ort gebracht hat. Und hier hast du Erde berührt. Die Erde hat dich empfangen. Aufgenommen. Du spürst sie. Du atmest sie ein. Achte noch mal auf deinen Atem.

Pause

Und dann achte auf die Erde. Wie sicher sie sich anfühlt, Wie sicher sie dich umschließt. Wie warm sie sein kann. Hier ruhst du nun. Wirst still. Sicher beschützt. Gehütet und bebrütet von der Erde. Warm gehalten. Du wirst ganz still. Es existiert nur noch die Erde, du und dein Atem. Du atmest ruhig ein und aus. Und liegst still in der Erde.

Pause.

Und du weißt außerhalb der sicheren Erde um dich, werden Stürme sein, wird Kälte sein. All dies. Doch du bist sicher. Du trägst die ganzen Hoffnungen in dir, behütest sie durch die Dunkle Zeit. Trägst sie in deinem Herzen. Bis die Sonne kommt und dich weckt. Dann wird es Zeit die Hoffnungen wachsen zu lassen. Das weißt du. Und du erwartest den Tag, bis die Sonne wieder wärmt. Aber solange bist du sicher verwahrt in der Erde, gehalten. Du träumst. Du bist still. Du atmest.

Pause

Noch einmal spürst du Samen wie die Erde dich umgibt. Sicher hält. Und dann spürst du die Erde unter deinen Füßen. Du spürst deine Füße, deine Beine, deinen Körper. Wie er dasteht. Und atmest Luft. Und kommst langsam wieder zurück in diese Welt.

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