Druide und Kampf

#1 von Eiche , 02.07.2008 20:59

Hallo

Ich hätte da mal eine Frage an euch. So viel wie ich weiß durften Druiden ja nicht Kämpfen. Würde nun mal gerne wissen, ob das so richtig ist? Durften sie sich auch nicht Verteidigen wen sie angegriffen wurden?
Was mich da noch Interessieren würde, ist wie das im heutigen Druidentum gehalten wird. Denn wenn das so stimmt dürften Druiden ja in der heutigen Zeit auch nicht zur Armee gehen.
Freue mich schon auf eure Antworten.

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RE: Druide und Kampf

#2 von Brianna , 03.07.2008 17:42

Hallo

Für Druiden ist die Erhaltung und Verbreitung von Frieden sehr wichtig und das nicht nur völkerübergreifend, sondern auch im Kleinen in der eigenen Lebensweise und dem Umgang mit den Mitmenschen.
In OBOD Ritualen wird z.B. Gefühle und Energie von Frieden in alle Himmelsrichtungen gegeben.

Daher denke ich schon das sich das mit der heutigen Wehrpflicht nicht verträgt, aber ob es da erfahrungen gibt weiß ich nicht. Das ist aber eine sehr interessante frage die ich mal im englischen OBOD Forum anschneiden werde und dann hier wieder berichten werde.

Früher in der vorchristlichen Zeit hatten die Druiden ja die Kriegerkaste 'unter sich' die dafür da war sie und deren Oberhaupt zu verteidigen mit ihrem Leben. Daher bestand für die Druiden damals keine Notwendigkeit selber zum Schwert zu greifen, dafür hatten die bei der Fülle von Lernstoff auch gar keine Zeit.
Ich denke wenn sich ein Druide verteidigen mußte hat er das wohl eher auf psychologische weise gemacht. Schließlich galten Druiden damals als weise Menschen die Magie beherrschten.
Sogar die Römer hatten deswegen Angst vor den Druiden am Anfang. Das kann man an der Überlieferung von der Einnahme Iona's sehen wo anfangs weibliche Druidinnen eine Römerarmee in die Flucht geschlagen haben ohne eine einzige Waffe.

 
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RE: Druide und Kampf

#3 von waldfeeraven , 10.07.2008 09:56

Hallo Ihr Lieben,

wollte nur als Neuling mal vorsichtig dazwischenfragen, ob ich da noch richtig informiert bin, daß es auch Schwerter zu rituellen Zwecken gab, ein solches könnte ein Druide doch durchaus besessen haben...

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RE: Druide und Kampf

#4 von Brianna , 10.07.2008 18:59

Hallo ihr Lieben,

hab schon viele Anworten im Englischen OBOD Forum. Wochenende kommen sie hier rein in deutsch.

Das mit dem Schwert sind eher die Wiccas. Wobei wie alt/neu die Trad ist ist fraglich. Schwerter waren damals sehr teuer und in Nicht-Krieger-haushalten ein großer Verräter der sagte das hier eine Hexe lebt.... zumindest wenn man den Wicca Büchern glaubt. Aber wie's jetzt bei Druiden ist?
Ich hab da noch nichts von Schwertern gelesen/gehört. Aber ich kann ja mal nachfragen.

 
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RE: Druide und Kampf

#5 von waldfeeraven , 11.07.2008 11:32

Danke Dir - würde mir bei der Orientierung sehr helfen...

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RE: Druide und Kampf

#6 von Sunfire , 12.07.2008 16:11

Huhu!
Beim OOC wird Stockkampftraining zur Selbstverteidigung betrieben. Deswegen kann ich mir gut vorstellen das die Druiden durchaus in Stockkampf erfahren waren. Aber bin mal gespannt auf die Antworten aus dem englischen Obod Forum.

Lg Sunfire

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RE: Druide und Kampf

#7 von Eiche , 12.07.2008 16:59

Zitat von Sunfire
Huhu!
Beim OOC wird Stockkampftraining zur Selbstverteidigung betrieben. Deswegen kann ich mir gut vorstellen das die Druiden durchaus in Stockkampf erfahren waren. Aber bin mal gespannt auf die Antworten aus dem englischen Obod Forum. :-)

Lg Sunfire




Genau das ist eines der Sachen die ich beim ooc komisch finde.
Ich für meinen Teil habe nämlich noch in keinem Buch oder sonst einer Niederschrift etwas derartiges gelesen :lesen: . Das soll jetzt aber nicht heißen das es nicht trotzdem sein kann.

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RE: Druide und Kampf

#8 von Brianna , 12.07.2008 22:06

Hier die Antworten vom englischen Forum:
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Art, OBOD Druide und Forum Admin

Klassische Geschichtsschreiber reden von Druiden in der Antike die von der Wehrpflicht und vom Tragen von Waffen ausgenommen waren. Gleichzeitig wird in der Mythologie von vielen Beispielen erzählt wo Druiden am Schlachtfeld dabei sind - manchmal als Vermittler (Diplomaten) und manchmal als psychologische Unterstützung und 'Mutmacher' der eigenen Truppen.
Nirgends wird erwähnt das es ein Verbot für Druiden gegeben hätte zu kämpfen oder sich zu verteidigen.
Obwohl es schwierig ist eine direkte Verbindung zwischen den klassischen Erzählungen und der heutigen Welt herzustellen, scheint die Rolle die den Druiden zugeschrieben wird mehr in die Richtung eines heutigen Militärgeistlichen zu gehen; eine Quelle des geistigen, bzw. spirituellen Unterstützung. Es gibt nicht was darauf hindeuted das Druiden sprichwörtliche Pazifisten waren.

Man muß auch in Betracht ziehen das sich die klassische Geschichtsschreibung auf eine spezifische Berufsgruppe bezieht und nicht auf die Gruppe von Menschen die dem Glauben angehörte, den die Druiden verkörperten.

Kurz gesagt, es gibt keine Hinweise, die darauf hindeuten, das eine Zugehörigkeitserklärung zur Philosophie der Druiden heutzutage eine Freistellung vom Wehrdienst rechtfertigen würde. Es gibt auf der Welt viele Druiden die in einer Armee dienen mit Ehre und Auszeichnung.

Nachdem ich das gesagt habe möchte ich aber auch dazu sagen, das ich denke das es gerechtfertigt ist zu sagen, das wir für Frieden stehen - aber nicht für Frieden um jeden Preis, denn Frieden für den Preis von Freiheit, Gerechtigkeit und die fundamentalen Rechte der Menschheit ist überhaut kein Friede.

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odinsson, OBOD Bard

Ich habe 22 Jahre in der Armee verbracht und war Stolz drauf. Ich sehe hier keinen Interessenkonflikt, tatsächlich war der Krieger ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft und viele heidnische Glaubensrichtungen haben einen eigenen Krieger-Aspekt.

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BrotherWillow , OBOD Bard

Ich war 8 Jahre lang in der Navy. Ich sehe keinen Konflikt zwischen meiner Dienstzeit und Weg als Druide. Ich glaube die meißten Menschen die Wehrdienst leisten, Druiden als auch Nicht-Druiden, tun dies, weil sie an den Frieden glauben und denken das der eigene Dienst einen Beitrag leistet den Frieden zu erhalten.

Unglücklicherweise ist unser momentaner Präsident (ich lebe in den USA) ein Kriegsstifter und hat sehr viel Schaden mit seinen Anstrengungen den "Frieden" zu erhalten angerichtet. Das ist jedoch ein anderes Thema.

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Ainevar

Ich sehe keinen Interessenkonflikt und ich unterstütze jeden Mann und jede Frau die willens sind sich in eine Risikosituation zu begeben zum Guten für alle.

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RE: Druide und Kampf

#9 von waldfeeraven , 14.07.2008 10:41

Hallo Ihr Lieben!

Vielen lieben Dank für Eure vielfältigen Antworten, die bei diesem Thema viele Deutungen möglich machen. Wie Art geschrieben hat, ist es eben so, daß es keine genaue Festlegung gab dazu was ein Druide von Amts wegen nicht durfte. Und da die Justitia (mit Sicherheit auch schon damals, denn es gab sie ja schon und das recht ausführlich ) bis heute auch einen strafenden Aspekt hat der nicht ganz ohne ist, bin ich da weniger von der Wicca-Tradition ausgegangen. Auch ist es ja inzwischen wissenschaftlich anhand entsprechender Ausgrabungsstätten erwiesen, daß es - zumindest zeitweilig - durchaus auch in deisem kulturellem Rahmen Menschenopfer gab. Und das war zu damaliger Zeit etwas ganz normales und wurde keineswegs als besonders grausam erachtet. Wenn ich mir dazu noch die Ausführungen ansehe, wie teilweise etwa die römischen Priester aus Eingeweiden ebenso wie aus Vogelflug die Zukunft gelesen haben, kann ich mir vorstellen, daß nicht alles immer in der Hand von Helfershelfern lag und ein Schwert sich - auch mal ganz ohne mit Krieg oder Kampf verbunden zu sein - auch in der Hand eines Menschen mit so mächtiger Verantwortung und Aufgaben finden ließ. Nicht bei jedem, aber zumindest weiß man doch auch daß Druiden auch das Richteramt ausübten - wohl nicht alle und überall aber doch etliche. Auch wenn die härtetse Strafe für einen Kelten war aus seiner Gemeinschaft verstoßen zu werden - wie bestrafte man denn Auswärtige? Kriegsgefangene werden ja auch von den Archäologen selbst eher als potentielle Menschenopfer angenommen.

http://www.landschaftsmuseum.de/seiten/Material/Opfer.htm

Gruß

waldfeeraven

 
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RE: Druide und Kampf

#10 von Mondfalke , 21.08.2008 14:55

Ich muss gleich sagen, ich hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen. Mein Beitrag bezieht sich auf die antiken Druiden.
Dass diese Druiden nicht kämpfen durften ist historisch nicht belegbar. Was ziemlich sicher ist, ist dass sie keine einfachen Krieger waren, falls sie in den Krieg zogen. Es ist jedoch aus den irischen Sagenzyklen sehr wohl bekannt, dass die Druiden verschiedene Funktionen im Krieg hatten. Manchen spielten die Kriegsharfe, während andere die heutzutage sogenannte Kampfmagie einsetzten um den Gegner zu schwächen oder zu verwirren. Auch das Heraufbeschwören von schlechten Wetterverhältnissen wurde zum eignen Vorteil eingesetzt.
Obwohl die Druiden eher geistig-magische Waffen einsetzten, ist es nicht gänzlich auszuschließen, dass auch manchmal mit dem Schwert zu kämpfen war. Meinungsverschiedenheiten unter Druiden wurden jedoch (siehe Gedichte des Taliesin) anhand von Streitgesprächen oder auch poetischen Wettbewerben gelöst. Die gegenseitige Bekämpfung mit magischen Mitteln ist auch anzunehmen.

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RE: Druide und Kampf

#11 von Aldaron , 08.10.2008 21:32

Waren es nicht auch eher Dolche (Athame) die für Rituelle Zwecke genutzt wurden?

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RE: Druide und Kampf

#12 von Brianna , 09.10.2008 17:49

Da stimme ich voll mit dir überein. Vor allem Frieden ist ja auch in OBOD ein Hauptthema.

Woher kommt jetzt das Uthar? *neugier*

 
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RE: Druide und Kampf

#13 von Oak King , 11.10.2008 00:06

Als Ratgeber zu ihren Koenigen ist es wohl sehr wahrscheinlich das die Druiden der Antike auch in Kriegsangelegenheiten beratschlagt haben, ob sie nun selber kaempften oder auch nicht.
Die Frauen der alten Kelten scheinen da mit ziemlicher Sicherheit 'hren Mann gestanden' zu haben. Als die roemische Armee im Jahre 60 an den Ufern der Menai Strait aufzog um die letzte britische Hochburg der Druiden auf der Insel Anglesey zu zerstoeren fanden sie am anderen ufer tausende nackte, angemalte frauen mit langem, wildem haar die riesige feuer angezuendet hatten und dazwischen solch ein Geschrei von sich gegeben haben das ihnen Angst und Bange wurde. Dahinter beschwoerten die Druiden in langen weissen Gewaendern die Goetter. Da musste ihr General Suetonius Paulinus ihnen erst ernsthaft die Leviten lesen um seine Soldaten wieder auf Vordermann zu bekommen. Doch dann, wenn die Roemer die Meerenge ueberquert hatten, war das Geschlaechter das sie anrichteten unbeschreiblich. Die Feuer die die Kelten selber angezuendet hatten diente schliesslich dazu ihre letzten Hochburgen niederzubrennen. Sicherlich ein rabenschwarzer Tag in der Geschichte der alten Briten.

Heutzutage ist die Wichtigkeit des Themas Frieden in der druidischen Bewegung unumstritten. Die Anrufung des Friedens in den vier Windrichtungen ist oft Teil von Ritualen. Selbst die nationale Eisteddfod von Wales, die nichts mit druidischer Spiritualitaet zu tun hat sondern eher eine, wenn auch fuehrende kulturelle 'Institution' ist, eroeffnet ihre alljaehrlichen Veranstaltungen bis zum heutigen Tage mit den Worten 'A oes heddwch?' (Ist da Frieden?) worauf die versammelten gemeinsam antworten 'Heddwch' (Frieden!). Ich glaube das geht auf die Erneuerer des 18. Jahrhunderts zurueck, besonders Iolo Morgannwg der zur Sommersonnenwende in 1792 die erste Eisteddfod auf dem White Hill in London abgehalten hat.

May there be peace all over the world!
Holger

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RE: Druide und Kampf

#14 von Esme , 11.10.2008 19:36

das läßt mich an die Amazonen denken Oak King und ich bin mir sicher, je mehr Frauen sich bekennen, ob Druidinnen, Hexen, Magieerinnen, desto eher ist mit Frieden zu rechnen, ich bin der Meinung das Kämpfen und Krieg eine Männerdomäne ist, Frauen aber nur kämpfen wenn es sein muß.

Liebe Grüße, Esme

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RE: Druide und Kampf

#15 von Weisser Schatten , 11.10.2008 20:05

wenn ihr meine meinung zu den historischen verfälschungen der keltischen sitten und gebräuche durch die griechen und die römer (nicht nur aus unkenntnis heraus, sondern auch aus der sieger- oder siegenwollenden pose heraus) lesen wollt, dann ruftt euch bei mir die novelle "...was von der wahrheit übrigbleibt"0 ab, in welcher ein junger römischer handelsmann eine der keltischen festlichkeiten mit-erleben darf und was darüber letztendlich an die öffentlichkeit gekommen ist

euer ian-jonathan der verfechter keltischer wahrheiten

 
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