RE: Totems

#31 von Alchemilla , 24.08.2010 11:17

Hi Rhiannon,

John Matthews sagt es ja richtig: VORERST .. mit Insekten zu arbeiten ist fuer einen Anfaenger nie leicht, was schon oftmals alleine in der Tatsache begruendet ist, dass sich die meisten Leute in unserer Gesellschaft vor Insekten fuerchten oder ekeln.

Und was Michael Harner angeht.. ich lieb ihn ja als Schreiber.. aber einfach "niemals" ohne Begruendung geht gar nicht. Eine Behauptung muss man begruenden. Und dann kommt es auch immer wieder auf den Kulturkreis an. In seinem Buch ist er ja viel in den Urwaeldern unterwegs und lernte dort vielleicht gerade von einer Gruppe, die Insekten als solche tabuisieren. Aber das haette er naeher erwaehnen sollen.

 
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RE: Totems

#32 von little_kolibri , 24.08.2010 11:37

Wer weiss vielleicht beruht das einfach auf eigene Erfahrungen, die er gemacht hat. Wäre wirklich schön würde er das begründen.

Also ich kann einfach aus eigener Erfahrung sagen, dass sich sehr wohl Insekten und ähnliches als Kraft oder Helfertiere zeigen können.

Zum einen wäre da eine Spinne (so ziemlich gruseliges haariges Ding ) das als Helfer einer meiner Lehrer (Schutz und Heilung) fungiert. Noch hält es, auf meinen Wunsch hin, abstand zu mir, da ich Angst vor Insekten und Spinnentieren habe.

Und auch durfte ich Wespen/Bienen als Führer in der Anderswelt kennenlernen. Leider bin ich noch nicht bereit sie anzunehmen, da ich echt Panik vor ihnen habe. Wie gesagt Insekten gehen garnicht und wenn sie auch noch fliegen können ist das für mir der absolute Horror, ich glaub ich bin die einzige die beim anblick von Schmetterlingen fast die Flucht ergreift.

Aber ich habe ihnen gesagt, dass mir ihre Aufgabe durchaus bewusst ist, ich aber noch nicht bereit bin dieser grösste Angst (woher die auch immer kommt, war als Kind schon so) ins Auge zu sehen und mich wirklich bewusst damit auseinanderzusetzen.

Ich denke da sollte man sich auf sein Bauchgefühl und seine Helfer verlassen.

 
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RE: Totems

#33 von Rhiannon13 , 24.08.2010 14:16

Hej ,
das fand ich bei John Matthews auch gut, dass er eine Begründung sofort nach schob.

Bei Harner fehlt das komplett, ich hab noch mal alles durchgelesen, da steht aber nix dazu. Das Einzige, was als Erklärung dienen könnte ist, dass er später im Buch auf die Pflanzenhelfer zu sprechen kommt und die scheinen in ihrem nichtalltäglichen Aspekt, oft Insekten zu sein.

Da hab ich übrigens auch noch den gesuchten Absatz gefunden:

"Ebenso wie die mächtigen Schutzgeisttiere gewöhnlich wilde, ungezähmte Tierarten sind, so besteht der grösste Teil der Hilfsgeister aus wilden, freiwachsenden Pflanzenarten. Es scheint so, als ob die meisten Haustiere und Gartenpflanzen einfach nicht die geistigen Kraft hätten, um für Schamanismus von Bedeutung zu sein. Vom schamanischen Standpunkt st allein die Tatsache, dass bestimmte Tiere und Pflanzen gezähmt und für Nahrung und andere Forschungszwecke benutzt werden, schon kennzeichnend für ihren Kraftmangel."

Aber wie gesagt, in dem Buch von Matthews werden auch Hunde, Katzen, Kühe, Pferde, Schweine usw vorgestellt. Da gehen die Meinungen wohl auseinander welche Tiere passend sind und welche nicht. Oder wie little_Kolibri gesagt hat, sind es vielleicht einfach "nur" die Erfahrungen der jeweiligen Autoren.
Mal gucken was es bei mir wird

 
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RE: Totems

#34 von Schwarzer Wintertag , 11.06.2012 18:05

Einen angenehmen Tag wünsch ich.

Ich möchte insbesondere einmal auf den Eröffnungsbeitrag eingehen und relativ ungeachtet aller folgenden Beiräge aus meinen eigenen Erfahrungen, meinem eigenem Erleben berichten:

Zitat von Alchemilla
Sinaris, ich komme deiner Bitte gerne nach und eroeffne einen Faden ueber Totems.

Das Wort Totem kommt urspruenglich aus Kanada und bedeutet etwa "Verwandschaft" oder "verwandt". Ein Totem, oder auch Sippentier, ist das Tier, von dem eine gewisse Sippe, also eine Familie, abstammt, sozusagen der Urahn und das schuetzend ueber dieser Familie steht. Wie schon von KleinerFliegenpilz richtig gesagt wurde, koennen Totems durchaus auch Naturerscheinungen sein, Berge, das Meer, Fluesse, Ebenen, Waelder etc.

Totems sind an sich vergleichbar mit dem heutigen Nachnamen, denn interessanterweise regelten sie die Bande innerhalb und ausserhalb der Familien. Sippenmitglieder des Baeren durften keinen anderen der Baerenfamilie heiraten. So beugte man Inzest vor. Daher mischten sich bald die Familien und Sippen. Erkennbar ist das heute noch an den Totempfahlen, die oftmals eine ganze Reihe an Totemtieren zeigen. Diese Regelung findet sich meistens bei den Nordamerikanern und in abgeschwaechter Form auch bei den Aboriginies.

Sippentiere galten als heilig, sie wurden weder getoetet, noch verletzt oder sogar gegessen werden. Ausnahmen waren hier nur Hungersnoete und selbst dann durfte ein Bulle beispielsweise nur von einem Familienmitglied der Bullen-Sippe getoetet werden.

Das Totemtier wurde an die Kinder vererbt, entweder vom Vater oder der Mutter. Das war nicht wirklich geregelt, denn das Totemtier begegnet einem. Es wird also nicht bestimmt „unsere Tochter ist ein Frosch“, nur weil der Vater zur Frosch-Familie gehoert.

Ein Krafttier oder Tierschutzgeist ist ein persoenlicher Helfer , der dem Menschen auf vielerlei Weise zur Seite stehen kann, z.B. bei der Jagd oder waehrend einer Schweren Krankheit.

Zusammenfassung:
Ein Totem ist der Urahn einer Gruppe von Menschen.
Ein Krafttier ist ein Wesen, das dem Menschen helfend zur Seite steht.
Diese beiden sind nicht dasselbe, auch wenn sie sich in vielen Faellen aehneln.



Was Alchemilla schreibt, kann man sich in diverser Literatur immer wieder bestätigend herauslesen.
Und schon springe ich in die Anderswelt, wie ich persönlich sie tagtäglich wahrnehme und beginne nochmal von vorn.

Ein Totem wählt man sich ja nicht selbst.
Ein Totem sucht sich seine menschlichen Begleiter selbst aus und zeigt sich diesen, wenn es an der Zeit ist.
Dies kann ein einzelner Mensch sein oder eine ganze Gruppe von Menschen.
In meinem Fall war ich es wohl allein, welchem ein Totem sich zeigte, obgleich ich sagen möchte, das die Charaktere, Fähigkeiten und Gaben meiner Familie sich in Hinsicht des Charakters usw des Totems sehr ähneln und meine Totems auch Einfluß auf den Rest meiner Familie haben.
Ob sie es wahrhaben wollen oder nicht. Es bleibt meine Beobachtung.
Alle noch Lebenden meiner mir bekannten Familie tragen Eigenschaften/Fähigkeiten oder Gaben meiner Totems.
Und ja, jetzt verfalle ich in den Plural. Denn ich habe 2 Totems, warscheinlich sogar einen dritten, welcher völlig anders geartet ist, als die anderen beiden.
Bitte erschlagt mich jetzt nicht. *schmunzel*
Doch bleiben wir ersteinmal bei 2 Totems.
Mir wurde auf einer meiner schamanischen Reisen meine eigene allererste Geburt gezeigt. Dabei lernte ich meinen Vater kennen, welcher mich geboren hat und ich lernte mich in der Hülle kennen, in welcher ich einst zu aller erst geboren wurde.
Diese Reise war im übrigen wahrscheinlich auch der Initialpunkt, ab welchen ich nicht mehr an der Existenz von >Noch mehrTotemTotem< nicht aufs indianische versteifen. Das mache ich im Übrigen nämlich auch nicht.

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