Waschbären in Deutschland

#1 von angelikaherchenbach , 29.07.2009 22:30

Auf der Funkenburg in Thüringen gab es eine Waschbärenplage (s. Marktplatz)....

Ich war sehr erstaunt, als ich das gelesen habe, habe dann ein bißchen rumgegoogelt und gelesen, dass wohl Waschbären, die zur Pelzzucht aus Nordamerika importiert worden waren, später in Niedersachsen projektmäßig ausgesiedelt wurden.

Wie findet Ihr das: Nicht-heimische Tiere bei uns anzusiedeln? Ich denke dabei auch an Lamas, Strauße u.ä., die bei uns teils in "Wildparks", teils zur Fleischproduktion gehalten werden.

Wie puristisch sollten wir sein?

Ich weiß, man kann das auch auf Pflanzen ausdehnen: Bambus in Vorgärten und letztlich auch die Kartoffeln des Kolumbus...


Angelika

angelikaherchenbach  
angelikaherchenbach
Besucher
Beiträge: 3.560
Registriert am: 04.01.2009


RE: Waschbären in Deutschland

#2 von Sinaris , 29.07.2009 22:42

Das einbringen fremder Arten in ein bestehendes Ökosystem ist immer eine heikle Sache. Das sieht man ja auch an den Problemen des heimischen Eichhörnchens, das momentan übelst gegen die Verdrängung des Streifenhörnchens (glaube ich war der richtige Name) aus den Staaten kämpft, weil es kleiner und schwächer ist.

Bei dem Waschbären ist glücklicherweise scheinbar nur der Mensch der Leidtragende, obwohl ich denke das es durchaus für das Ökosystem ansich noch Probleme geben kann. Es ist wohl ein arrogantes Denken, dass das Gleichgewicht der Tierwelt ebenso "international" sein könne wie das Leben der Menschen. Ich behaupte mal, es ist unmöglich für einen Menschenist, alle Aspekte einer solchen Umsiedlung, gebietsfremder Arten vorauszuahnen. Bei den Waschbären erscheint es auf den ersten Blick noch unproblematisch aber anderorts weisen die Eingriffe der Menschen bereits schlimme Folgen auf.

Ehre und Stärke
Sinaris

Sinaris  
Sinaris
Beiträge: 882
Registriert am: 15.06.2009


RE: Waschbären in Deutschland

#3 von Gelöschtes Mitglied , 30.07.2009 08:30

Hallo Angelika,
Waschbären wurden damals vor allem um den Edersee in Nordhessen ausgewildert.
Mittlerweile haben diese sich in Nordhessen derart vermehrt, dass man schon von einer regelrechten Plage sprechen kann. Wir hier in Kassel und Umgebung sind davon sehr stark betroffen. Die possierlichen Bärchen reissen die gelben Säcke auseinander verwüsten Vorgärten , gehen auf Dächer und Dachböden und schmeißen Dachziegeln von den Dächern.
Da wundert es mich nicht, dass die Bärchen auch in Thüringen angekommen sind wir sind ja Nachbarn.
Liebe Grüße
Siochanta


RE: Waschbären in Deutschland

#4 von Nanny Ogg , 30.07.2009 08:47

Eine Bekannte von mir aus Coburg hat auch welche in ihrem Pferdestall wohnen.
Bis jetzt hat sie selbst noch keine Probleme mit ihnen, nur ihre Nachbarn

Was die Problematik des Einschleppens einer fremden Fauna in ein Land betrifft:
man schaue nur mal nach Australien.
Dort kämpft man schon seit Jahren gegen Hasen, Damwild, Karfen usw.
Es fehlen die natürlichen Feinde und das läßt die Arten dort förmlich explodieren!
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß unser heimische Fuchs etwas gegen einen Waschbären ausrichten kann. Was folgen wird, ist, man den Tieren mit Gift und Fallen zu Leibe rücken wird, was wiederrum zur Folge haben wird, daß auch einheimische Tierarten an eben diesen Giften zugrunde gehen wird!

 
Nanny Ogg
Besucher
Beiträge: 968
Registriert am: 23.08.2008


RE: Waschbären in Deutschland

#5 von Anna , 30.07.2009 08:53

Wir haben ihr ein Marienkäfer problem. Die wurden geholt, um biologisch gegen Läuse vorzugehen....

ich frag mich nur immer was daran biologisch ist, wenn ich den Artenhaushalt durcheinander bringe

Neulich war irgendwo ein interessanter Artikel. Wir tun viel zu wenig. Wir sollten da vo nNeuseeland und Australien lernen, die einmal sehr viele Wächter haben und dann auch ganz streng wachen, da sie ja als Inselvölkchen mti dieser besonderen artenwelt zeimlich verloren haben. Bei uns überlegen sie noch, ob und wie man überhaupt etwas tun muß. Aber die Forscher von den UNis schalgen shon lange Alarm. ud wenn ich in die Landschaft schaue und dieses Springkraut alles verwuchern sehe, dann werde ich wütend!

Anna

Anna  
Anna
Besucher
Beiträge: 3.277
Registriert am: 09.01.2009


RE: Waschbären in Deutschland

#6 von Inge , 30.07.2009 18:10

... Waschbären auf der Funkenburg ? Mir ist keiner im Bad begegnet ....

LG Inge


-hmmm, war jetzt kein sonderlich hilfreicher Beitrag Ich glaube ich bin Urlaubsreif - nur noch ein Tag

... ich habe dich gar nicht mehr gesehen und konnte mich nicht von dir verabschieden , daher ein nachträgliches

 
Inge
Besucher
Beiträge: 5.127
Registriert am: 28.09.2008


RE: Waschbären in Deutschland

#7 von Esme , 30.07.2009 20:49

Das größte Problem ist, denke ich, das Flora und Fauna freiwillig und unfreiwillig eingeschleppt werden, ein Mißstand dem man kaum Einhalt gebieten kann.
Mit den Unfreiwilligen müssen Tier, Mensch und Pflanze klar kommen. Die "Freiwilligen" ob Strauß oder Vogelspinne, sind einfach ausgeliefert, werden vorgezeigt als Exoten, viele werden sogar verzehrt, da schüttelt es mich einfach. Diese Tiere gehören nicht in diese Breitengrade, in unser Land, altmodisches Denken? kann sein, aber irgendwann haben die Menschen keine Kontrolle mehr und was dann?
Dann ist das Gejammer wieder groß.

Esme  
Esme
Besucher
Beiträge: 3.833
Registriert am: 07.09.2008


RE: Waschbären in Deutschland

#8 von Weisser Schatten , 30.07.2009 23:36

schaut doch bitte mal über den tag hinaus,

als ich vor vielen hunderten von jahren von der insel mit den mächtigen und kriegsführenden bis nach rom ziehen mußte,
da schleppte ich Meine art von läusen und die unsrige art von kletten auf langen zeit-wegen durch die lande,
hier blieb was hängen und dort fiel etwas ab, um sich anzusiedeln oder um abzusterben,
es waren kleine schritte und ehe die handelskarawanen von china wieder in unseren keltischen breiten war, da hatte sich vieles
totgefroren oder war sonstwie abgestorben,
selbst die exotischen tiere im "zoo" von friedrich dem apulischen kind waren nur den herrschenden zugänglich und selbst die katze wurde erst mit den ersten rückkehrern der kreuzzüge in unsere lande als exotische tierre eingebracht,
wie langsam das ging! und die natur hatte zeit, nicht viel zwar, doch hatte sie zeit, gegenmittel aufzubringen,

heutzutage fliege ich in einer stunde von F/M nach birmingham und habe in den falten meiner hose irgendeinen kram mitgeschleift, der dorten Keine feinde/gegner haben könnte und dann geht es wuselnd los,

wir sind selbst schuld an dieser misere und wenn dann noch fremde kreaturen als oftmals "zeitvertreib" und angeberei mitgenommen werden-
wundert es euch dann, ob dieser arten- framdartenvielfalt - "ui, ach, ui, das sieht aber schön aus! wo haste denn das her? das will ich auch in meinem xyz haben!"
und schon ist die kacke am dampfen und hinterher - wann ist eigentlich Hinterher??? - will es Niemand oder Keiner gewesen sein,

totschießen ist schon gar kein argument mehr, sondern oftmals nur noch notwehr,
und, jetzt fasse ich voll in diefettnäpfchen!:
das gleiche gilt für die kulturelle und spirituelle szene,
der aufkommende fundamentalismus der waschbären ist auch zu vergleichen mit anderen fundalismen, die sich breitzumachen beginnen,
und das ist keine "rechte" meinung von mir - es ist die schlußfolgerung aus der auch animalischen/biologischen entwicklung,
also seid auch in kleinigkeiten wachsam - so unliebsam es auch klingen mag,
fremdes gerne, mit abstand und keltisch verwurzeltem geist betrachtet

ian-jonathan der auch eingewandertes nicht ablehnt, aber auf die weiterungen aufmerksam machen möchte

 
Weisser Schatten
Besucher
Beiträge: 1.085
Registriert am: 11.07.2008


RE: Waschbären in Deutschland

#9 von Scathan , 10.09.2009 14:06

Bei uns ist jetzt auch ein Waschbär "eingezogen"...

Mal eine doofe Frage:
Muss ich jetzt Angst um meine (freilaufenden) Katzen haben? Greifen die sich gegenseitig an?


Viele Grüße
Scathan

Scathan  
Scathan
Beiträge: 1.010
Registriert am: 30.10.2008


RE: Waschbären in Deutschland

#10 von Hjördis ( Gast ) , 10.09.2009 16:26

Bei uns hier ist das kein Problem, die haben eine Art friedlicher Ko-Existenz bzw. gegenseitiger Ignoranz...

Hjördis

RE: Waschbären in Deutschland

#11 von Inge , 10.09.2009 20:32

@ Scatan

... vielleicht solltest du eher Angst um deinen Kühlschrank haben ...

LG Inge

 
Inge
Besucher
Beiträge: 5.127
Registriert am: 28.09.2008


RE: Waschbären in Deutschland

#12 von Scathan , 10.09.2009 21:02

Wenn er/sie an meinen Kühlschrank will, muss er/sie erstmal an mir vorbei und dann ist hier Schluss mit friedlicher Coexistenz *lol*

Scathan  
Scathan
Beiträge: 1.010
Registriert am: 30.10.2008


RE: Waschbären in Deutschland

#13 von Rainer , 10.09.2009 21:09

jawohl, wenn´s um den Mampf geht hört die Freundschaft auf

 
Rainer
Besucher
Beiträge: 3.670
Registriert am: 26.09.2008


RE: Waschbären in Deutschland

#14 von Fingayin , 10.09.2009 21:25

Die Burschen sind aber ziemlich eigen und frech. Dann nimm Dir schon mal das Nudelholz in die Hand.

 
Fingayin
Besucher
Beiträge: 2.737
Registriert am: 14.08.2009


RE: Waschbären in Deutschland

#15 von Thorgan ( Gast ) , 15.09.2009 16:11

Hi Scathan,

kleiner Tipp am Rande von einem guten Freund:
"Waschbärfell eignet sich hervorragend zur Mützenherstellung"

Thorgan

   


Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de
Datenschutz