Der erste Baum

#1 von Lorién , 09.07.2009 21:11

Ich will eine Geschichte erzählen, die mich in seltsamer Weise berührt. Gehört habe ich diese von meinem ehem. Mentor Kael Dan. Ich hoffe ich bekomme sie noch ganz zusammen...*hust*

Der erste Baum
Vor langer Zeit gab es einen großen Wald, in dem die ältesten Bäume standen, die es in dieser Welt gab. Unter Ihnen war auch Ebru, der erste Baum. Es heißt seine Rinde habe silbrig weiß geglänzt und seine tief grünen Blätter waren samtig und trugen oft feinen Tau, der wie tausend Sterne schimmerte. Häufig wanderte er zwischen seinen Kindern und Kindeskinder, die er über alles liebte und schätzte. Nachts, wenn alles schlief, reckte er wachsam seine Äste in den Sternenhimmel und lauschte den Geschichten des Windes. So kam es, dass er eines Tages von einer Elbenstadt am Waldrand hörte, die sich im Krieg befand. Praktisch alle unter Waffen hatten die Stadt verlassen, um sich außerhalb mit dem Feind auf einem weiten Feld zu treffen. Kaum aber, dass sie fort waren, überfiel die Finsternis die Stadt mit den Frauen und Kindern die zurückgeblieben waren. Fast alle starben, nur eine Hand voll von Ihnen konnte in den Wald flüchten.
Ebru erkannte, dass die Flüchtenden unschuldig waren und in größter Not. Er fühlte Mitleid mit Ihnen und weckte den Wald, er sollte sie beschützen, sie tief in seinem Innersten an einem See verstecken. So schlossen die Bäume alle Lücken zwischen sich, nachdem die Elben hineingelaufen waren, und die Finsternis stand vor einer massiven Wand aus Holz.
Unter den Flüchtlingen war auch ein kleines Mädchen. Sie verbeugte sich tief vor Ebru und Dankte ihm im Namen aller, die in seinem Reich Zuflucht gefunden hatten. Im selben moment aber schien ein lauter Schrei durch den Wald zu gehen..Feuer! - Es brannte ringsum.
Die Bäume und Elben rannten wirr durcheinander, gefangen in einem Ring aus Feuer. Ebru aber versuchte sie zum See zu lotsen, in dessen Mitte eine kleine Insel war. Viele trug er hinüber und auch die jüngeren Bäume, die dorthin flüchteten halfen den Elben durch die tödlichen Tiefen mit ihren Strömungen zu kommen. Als aber das Feuer so nah war, dass sich keiner der Bäume mehr ans Ufer traute, stand das kleine Mädchen noch am Ufer und weinte, denn dies war ihr sicherer Tod.
Ebru aber stieg noch einmal ins Wasser hinab und holte das Mädchen. Wie er aber die Insel erreichte, stand er lichterloh in Flammen. Er setzte das Mädchen ab und stürzte sich in die Flut. Doch es war zu spät. Das Feuer hatte ihn so verbrannt, dass er sterben würde. Mit letzter Kraft kam er auf die Insel und lies alle Blätter fallen wie Tränen. Doch wie sie am Boden anlangten, waren daraus viele kleine Blättersteine geworden, die in allen Farben glänzten.
"Diese Blätter", sagte Ebru,"sollen nun dir gehören Kind. Wem du sie gibst, der hat den Segen des Waldes, wer sie stiehlt seinen Hass. Diesen Arm von mir, der noch heil ist, nimm als ein Stab, er wird dich auf jedem Weg führen, denn er kennt alle Wege dieser Welt. Mein Holz aber, soll dir eine Harfe sein und kein Lied soll so schön klingen, wie jenes welches auf dieser Harfe gespielt ist, denn wie ich wird auch sie die Lieder des Windes, der Erde, des Wassers und der Bäume kennen. Nimm Kind, und halte diese Dinge in Ehren, sie sollen ein Bündnis sein, und immer an diesen Tag erinnern."
Mit diesen Worten verließ Ebru die Welt, die Elben jedoch haben nie vergessen und befreunden seit jeher den Wald, wie er sie befreundet hatte.

 
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RE: Der erste Baum

#2 von Inge , 10.07.2009 05:51

Schöööööööööööööön ... #snief

LG Inge

 
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