Zaghafte Schritte

#1 von Sinaris , 16.06.2009 17:44

Zaghafte Schritte

Wie in grauen Mauern verloren, stolpere ich suchend umher. Die Wände die mich umgeben erscheinen mit Lüge, Trug und Gier errichtet. Überall verlocken falsche Weise ihnen zu folgen, zeigen heuchelnde Propheten ihren Weg ins nichts. Blind vor Worten und Taub vor Worten finde ich einen längst vergessenen Verbündeten. Instinkt klopft auf meine Schulter und reicht mir Entschlossenheit zu meiner Seite. Wenn ich Wahrheit will muss ich verkrusteten Narben falschen Denkens heilen, muss ich meinen Geist befreien, vom schieren Verlangen. Wahrheit lässt sich nicht hetzen, jagen und erlegen.

Stimmt es. Liegt was ich suche eher in mir als in fremder Weisheit. Mein erster Weg mit offenen Augen durch einen Wald den ich sonst nur aus der ferne sah. Zuerst eine Biene, dann ein Wurm und zuletzt ein Vogel. Darf ich Angst haben. Darf es mir fremd sein was ich heute erfahren habe.

Ich könnte mich selbst verfluchen. Ich bin geflohen vor einer offenen Geste. Zu sehr ist diese Welt mir noch fremd. Die ersten Lektionen habe ich verstanden und bei der letzten so versagt. Wie geduldig wird die Welt mit mir sein. Ich fühle mich wie ein Fremdkörper, fast Gift an diesem Ort. Darf ich ein weiteres mal nach dieser Nähe suchen oder wird das rascheln in den Wipfeln morgen nurnoch ein Geräusch sein.

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