Bäume als Mittler zwischen...

#1 von inis , 29.03.2009 16:21

Hallo ihr Lieben,

in einem inspirierten Augenblick in der letzten Neumondnacht fragte ich mich so halb: wie kommt es eigentlich, daß wir Bäume so besonders verehren?

Und eine Theorie, die mir durch den Kopf schoß, möchte ich euch kurz erzählen:
kann es sein, daß Bäume zu ZWEI Elementen gehören?

Die Stämme, fest in der Erde verwurzelt und aus ihr sprießend, gehören natürlich zum Element Erde.

Aber die Blätter, durch die der Wind rauscht, und die durch die Luft fliegen können - sind die nicht ein Teil des Elementes Luft?


Und daß deswegen Bäume eine ganz besondere Kraft haben, weil sie eben Mittler zwischen Himmel und Erde, Luft und Erde sein können?





Nur so ein Gedanke...

 
inis
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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#2 von Inge , 29.03.2009 20:22

Hallo Inis, habe folgendes zum weiteren Nachdenken:


Dem Baume gleich, den Fürsten des Waldes,
Gewiß, ihm gleich ist der Mensch.
Seine Haare entsprechen den Blättern,
Der Außenrinde gleicht die Haut.
Es strömt das Blut aus seiner Haut
Wie aus der Rinde des Baumes Saft.
Aus dem Verwundeten fließt Blut
Wie Saft aus einem Baum,
Den man verletzte.
Dem Holze vergleichbar ist das Fleisch,
So wie dem Bast die starke Sehne.
Die Knochen sind das Innenholz,
Das Mark vergleicht dem Marke sich...

Upanishaden






Die Punkte des Aderlasses werden hier dargestellt durch die Zweige und Wurzeln, welche die damals gebrauchten Metaphern für das Venensystem illustrierten (Stamm, Wurzeln, Zweige ).
Durch die über ihn hinausreichenden Blätter und Wurzeln wird der Mensch zum Element des Kosmos und verwurzelt sich zugleich in der Erde, die er durch seine Arbeit befruchtet.

aus: COMPENDIUM ANATOMICUM NOVA METHODO INSTITUTUM LG Inge

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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#3 von Oak King , 30.03.2009 00:44

Volle Zustimmung, inis!!! So habe ich es auch seit einiger Zeit gesehen. Und wenn man den Zyklus des Jahres mit einbezieht finden wir das Baeume eine Art Zweibahn-Strasse darstellen. Im Fruehjahr/Sommer transportieren sie die extrovertierende Kraft und Staerke der materiellen Welt nach oben und verteilen sie durch die Blaetter in den Aether waehrend sie im Herbst/Winter die introvertierenden Kraefte der geistigen Welt wieder zurueck in die Erde abfuehren. Der ewige Kreislauf von leben und sterben, Baeume zeigen uns wie's gemacht wird!
den Baeumen,
Holger

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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#4 von WaldSeele , 11.08.2010 18:29

so seh ich das auch
Danke auch anInge ..
und Oak King.. super formuliert..

Bäume verbinden das Oben und das Unten.. das Innen und das Außen.. und im Grunde alle Elemente, nicht wahr? Denn sie stehen fest verwurzelt in der Erde, mit dem Kopf in den Wolken, durch ihre Adern fließt der Saft des Lebens und die Sonne schenkt ihnen Wachstum und Nahrung und sie damit uns. Insofern verbinden sie irgendwie alle Elemente in sich.


liebe Grüße

 
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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#5 von Weisser Schatten , 11.08.2010 19:05

"mysterium baum

der versuch, das mysterium des lebewesens baum zu erfassen, führt uns in eine vielzahl bezaubernder kreisläufe. als aktives und lebendiges wesen erschließt der baum mit seinen wurzeln eine uns unbekannte,dunkle welt. eine welt, aus der wir kommen, und in die wir wieder zurückkehren werden. eine welt, die wir gern aus unseren gedanken verdrängen. vielleicht denken wir deshalb nicht so gern an dieses finstere erdenreich, weil es uns so sehr an unsere eigene vergänglichkeit erinnert.
mit seinen wurzeln durchdringt der baum diese welt. er verändert sie und tauscht sich mit ihr aus. fest verwachsen im irdischen reich der dunkelheit, wächst der stamm in ein ganz anderes element hinaus. er trägt äste mit nadeln oder blättern, mit blüten und früchten zum himmel, dem licht und der sonne entgegen. spiegelgleichzu den wurzeln in der erde tauschen sich blätter und nadeln mit licht und luft, mit wind und wetter aus. stofflich, chemisch durch die kohlensdioxydaufnahme und die sauerstoffproduktion.
seelisch, indem sie durch form und farbe und geräusch auf die sinnenwelt von mensch, tier und pflanze einfluß nehmen....
...die leichten, lichten und luftigen kräfte des himmels werden von den blättern, nadeln und ästen der baumkronen eingefangen. über den stamm und die wurzeln gelangen diese kräfte in das entgegengesetzte element erde. sauerstoff, fruchtbarkeit und leben erreichen die tief durchwurzelten erdschichten. mit diesen lebenskräften der fruchtbaren erde treiben die samen der alten baumriesen wieder junge baumkronen dem licht und der sonne entgegen.
ein kreis wird geschlossen!"

auszug aus einem wunderbaren buch des Erwin Thoma "Dich sah ich wachsen" - über das uralte und das neue Leben mit Holz, Wald und Mond - (s. 163 ff)
christian brandstätter verlag ISBN: 978-3-85033-136-4

(und ich empfehle selten bücher)

ein im haus im wald

 
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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#6 von angelikaherchenbach , 11.08.2010 19:19

Noch ein Buchtipp hierzu, in dem beschrieben ist, wie mensch dies im wörtlichen Sinne er-fahren kann:

Es gibt keinen Weg, nur gehen

v. Joachim Ernst Berendt

Leider im freien Handel nicht mehr zu erwerben

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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#7 von geraldhu , 11.08.2010 20:33

Zitat von angelikaherchenbach
Es gibt keinen Weg, nur gehen

v. Joachim Ernst Berendt

Leider im freien Handel nicht mehr zu erwerben




Irrtum - siehe: http://www.traumzeit-verlag.de/buecher/e...wegnurgehen.php

 
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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#8 von WaldSeele , 11.08.2010 21:31

das Buch hab ich .. danke für's Erinnern! ist schon soo lange her, dass ich es las.. mit meinem jetzigen Bewusst-sein freu ich mich schon drauf, es erneut in mich rein zu lassen!

und auch Danke an das liest sich wirklich seeeehr spannend

Liebe Grüße

 
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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#9 von richie oak tree , 11.08.2010 22:52

Setz dich an mich dran Druid und erzähl mir dein Geschichte,
das ich dies mit meinen würzel in der ünterwelt weiter geben kann.
Das ich durch meinen äste an der wind geben kann das der welt davon hört,
das wenn meine blätter sterben und fallen , die auf der andereseite deinen geschichte erfahren.
setz dich. Denn ich bin der Eichen Baum.

richie oak tree  
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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#10 von Fingayin , 11.08.2010 23:41

Danke, richie fürs teilen.
Aber macht einfach ...ups...so einfach ist es leider nicht... ...eine Baum oder Pflanzenmeditation.
Und werdet eins mit den Lebenssäften und Energien die sich im Ausgleich zwischen Erde und Universum befinden.
Ach was rede ich da...Ihr wisst es doch viel besser als ich.

 
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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#11 von avellana , 12.08.2010 20:34

Für mich sind Bäume Schamanen - wie Menschen auf den Kopf gestellt, die Wurzeln sind das Gehirn, das über Pilzfäden mit anderen verbunden ist und so ein Überbewusstsein bilden, dass sich über die ganze Erde erstreckt. Auch Odin hing so herum - andersrum in der Anderswelt herum
Und wenn man ein Problem hat geht man zum Dorfschamanen - oder seinen Lieblingsbaum

 
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RE: Bäume als Mittler zwischen...

#12 von Nachtschatten , 22.08.2010 18:01

Die Eichenbäume

Aus den Gärten komm ich zu euch, ihr Söhne des Berges!
Aus den Gärten, da lebt die Natur geduldig und häuslich.
Pflegend und wieder gepflegt mit dem fleißigen Menschen zusammen.
Aber ihr, ihr Herrlichen! Steht, wie ein Volk von Titanen
In der zahmeren Welt und gehört nur euch und dem Himmel,
Der euch nährt und erzog und der Erde, die euch geboren.
Keiner von euch ist noch in die Schule der Menschen gegangen,
Und ihr drängt euch, fröhlich und frei, aus der kräftigen Wurzel,
Unter einander herauf und ergreift, wie der Adler die Beute,
Mit gewaltigem Arme den Raum und gegen die Wolken
Ist euch heiter und groß die sonnige Krone gerichtet.
Eine Welt ist jeder von euch, wie die Sterne des Himmels
Lebt ihr, jeder ein Gott, in freien Bunde zusammen.
Könnt ich die Knechtschaft nur erdulden, ich neidete nimmer
Diesen Wald und schmiegte mich gern ans gesellige Leben.
Fesselte nur nicht mehr ans gesellige Leben das Herz mich,
Das von Liebe nicht läßt, wie gern würd ich unter euch wohnen.

(Friedrich Hölderlin 1770-1843)

 
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