die sehnsucht und die schuld - die schuld?

#1 von Weisser Schatten , 14.03.2009 21:07

die sehnsucht und die schuld – die schuld?

„Nein, nicht schon wieder! Nein, bitte, bitte, nicht schon wieder!“ so rufe ich ich in den Tag hinein.
Hinein in den wunderschönen, sonnenbeschienenen Tag, hier im winddurchwehten, wunderbaren Hain der grünenden Bäume.
„Meine Freunde, meine Geschwister! Warum schon wieder geht sie an mir vorbei, mich anschauend mit einem Blick,
der mir das Herz erzittern läßt und mich beben läßt in allen Fasern meines Seins? Warum schon wieder?
Weiß sie denn nicht, daß ich nur lebe für sie, für diese eine?
Weiß sie denn nicht, daß ich all die langen Jahre nur geworden bin, nur gewachsen bin,
nur mit den Stürmen des Lebens gekämpft und gehadert habe, daß eines Tages sie und nur sie auf mich zugeht und meine Haut streichelt?
Nicht nur mit Blicken, sondern auch mit den Händen? Mit ihren zarten Händen soll sie mich umfassen,
sich reiben an mir, sich verbunden fühlen mit mir und meinem Geiste!
Ich habe sie geträumt, ich habe mit ihr gespielt und bin mit ihr geworden in Gedanken, in Träumen, in wunderbaren gefühlten,
mir vorgestellten Momenten.
Ich habe sie geträumt.
Geträumt in Träumen, über welche zu erzählen die Schamhaftigkeit verbietet,.
Ich weiß alles über sie, ich kenne alles von ihr, ich bin im Geiste so verbunden mit ihr,
daß ich mich von ihr ließe in Stücke schneiden, mich ließe zerteilen, mich ließe reiben und bemalen
und sogar Namen dürfte sie mir in mich ritzen – nur: Sie traut sich nicht!
Vielemale suchte sie mich schon im Unbewußten auf, unsere geistigen Strömungen rannen zusammen
in mancher lauen Frühlings- und Sommernacht.
Selbst im tiefen Winter stand sie vor mir, mich bedauern,
wenn sie mich voller Schnee entdeckte.
Ich kenne ihr Sternenzeichen,
ich kenne ihre Aszendenten, ich kenne sie, denn sie ist ich und ich bin sie.
Oft schon hat sie sich vorgenommen, mich zu verletzen und immer wieder zögerte sie,
zuckte vor dem letzten Moment des Schnittes zurück, denn sie wähnte sich dann in tiefer Schuld.
Und so lebe und wachse ich weiter dahin in einer ungestillten Sehnsucht und warte und warte und warte
– ich warte auf ihre Entscheidung. Und ich wünsche so sehr,
daß sie wenigstens einen Teil meines Ich's mit sich nimmt –
damit ich endlich meiner Bestimmung entgegensehen kann. Und darin liegt für sie nie und nimmer eine Schuld.
Und meine Bestimmung ist seit Anbeginn meines Seins, daß ich ihr, nur ihr allein, diene mit allem, was ich für sie sein darf.
Aber sie will mich nicht verletzen.
Sie möchte lieber, daß das andere auf einem Umwege tun.
Aber das wäre wohl ähnlich einem Kusse, welcher nicht selbst gegeben,
sondern über einen fremden Mund auf die Lippen, die Haut mir gehaucht würde.

Liegt nicht manchesmal in dem Umeinanderherumleben,
in dem vorsichtigen Sichnichtwehtunwollen, Sichnichtwehtunkönnen eine viel, viel tiefergehende Verletzung?
Ein viel, viel tiefergehendes Wehtun als in dem einen, kurzen, scharfen Schnitt der Tat?

Sie ist meine Obsession.
Wie nur könnte ich es ihr sagen, wie es ihr nur begreiflich machen, daß sie,
gerade sie mit einem herzhaften Streich meiner Sehnsucht nach ihr und der Sehnsucht, ihr zu dienen,
eine Erfüllung bringen könnte?
Und ich weiß doch, daß sie mich will. Mich wirklich will.

Ich bin der Baum. Ich bin ihr Baum.
Ich bin dieser Baum, der in den Jahrtausenden nur für sie allein gewachsen ist.
Damit sie, und nur sie, sich aus einem meiner Zweige die RUNENscheiben schneide,
welche sie auf dem Wege durch weitere Jahrhunderte begleiten wollen!
Ist dieser, mein Wunsch, nicht durch sie selbst erfüllbar?
Ja!
segisna snide Sichel, schneide!


und ich bin ian-jonathan der weiße schatten der hin und wieder die gedanken und die gefühle seiner geschwister bäume zu kennen glaubt

 
Weisser Schatten
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