Persönliche Anmerkungen

#1 von KleinerFliegenpilz , 13.03.2009 08:49

Hallo zusammen,

ich habe mir heute mal in Ruhe die verschiedenen Teile des "Runen-Workshops" angeschaut und danach möchte ich einige persönliche Anmerkungen machen, die mir ein wenig auf der Seele brennen.

Das erste, das mir aufgefallen ist, ist die Sache mit dem Ast absägen. Ich finde es gut, dass man vorher sich eine "Genehmigung" des betreffenden Baumes einholt, aber noch besser fände ich es, wenn man sich die Mühe machen würde, ein Stück Ast zu suchen, das bereits jemand anderes abgesägt hat, oder das durch Sturm o.ä. heruntergefallen ist. Und davon liegt ja normalerweise mehr als genug rum. Natürlich macht dies die Suche nach einem passenden Stück etwas schwieriger oder langwieriger, aber ich persönlich hätte dabei ein besseres Gefühl.
Übrigens wäre dies auch eine weitere Möglichkeit, an die "Holzbestimmung" heranzugehen. Warum sich nicht mal das Ziel setzen, heute sein Runenholz zu finden und dann ganz intuitiv durch den Wald marschieren, sich vom Wald leiten und sich das Holz quasi geben zu lassen? Und vor allem auch anzunehmen, ganz egal, um welche Holzsorte es sich dabei handelt?

Das zweite ist die Sache mit dem persönlichen Talisman. Runen sind unglaublich wirkkräftig. Wenn man sie nicht nur einfach nebeneinander setzt, sondern sie miteinander verbindet oder überdeckt, bezeichnet man dies als Binderune. Eine Binderune ist äußerst komplex. Ich würde niemandem, der sich nicht schon sehr intensiv mit seinem Runensatz beschäftigt hat und den Umgang mit den Runen wirklich LEBT, empfehlen, sich selbst oder anderen eine Binderune anzufertigen. Durch das Verbinden der Runen entstehen Teilrunen innerhalb des Ganzen, die ihre Kräfte ebenfalls dazu geben und die evtl. wieder "neutralisiert" werden müssten, um nicht eine andere Wirkung hervorzurufen als man eigentlich beabsichtigt hat. Das Abschätzen der Wirksamkeit ist schwierig und birgt die Gefahr, sich selbst oder anderen ungewollt mehr zu schaden als zu nützen.

 
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#2 von Serpentia , 13.03.2009 09:49

Nun ja... dazu muss man wissen, wie das ganze entstanden ist. Wir hatten Ian, den Weißen Schatten, letztes Jahr da ziemlich bedrängt, uns so ein Basiswissen zu vermitteln und uns quasi "auf den Weg zu schicken" zu den Runen. Viel mehr wurde da ja auch nicht draus. Irgendwann schlief das auch ein - ich nehme an, dass da jede/r interessierte seinen eigenen Weg gefunden hat, um mit den Runen zu arbeiten - oder auch nicht.

Davon abgesehen hast Du natürlich recht, aber da ist halt jeder in ihrer Selbstverantwortung gefragt, wie bei allem anderen.

MoonDancer, die gern mit den Runen tanzt

 
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RE: Persönliche Anmerkungen

#3 von KleinerFliegenpilz , 13.03.2009 21:38

Ich wollt auch gar nicht rumkritteln. Das erste waren spontane Gedanken und das zweite find ich halt für jemanden, der sich noch überhaupt nicht mit dem Thema Runen beschäftigt hat, ganz wichtig. Weil ich das aus eigener Erfahrung kenn', dass man in der ersten Euphorie gerne mal wild rumprobiert.

 
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RE: Persönliche Anmerkungen

#4 von Rainer , 14.03.2009 07:11

Hi kleiner Fliegenpilz,

ganz recht, Runen sind kein Spielzeug und erfordern einen verantwortungsvollen Umgang und da sprech ich aus eigener Erfahrung.

LG

Rainer

 
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RE: Persönliche Anmerkungen

#5 von Weisser Schatten , 14.03.2009 20:42

hi, du kleinerfliegenpilz,

den halben nachmittag fegte ich mit dem laubbesen durch meine flächen und holte viele, viele schnee-und andere glöckchen unter dem alten laub hervor, trat dabei, beim rückwärtsarbeiten auch einige wunder wieder in die erde hinein - schade - aber so ist es halt - vielen gibt man das licht, einige bleiben auf der strecke - leider,
und dabei dachte ich an dich und an deine zögerlichkeit, selber den schneidenden schnitt zu wagen, beim suchen des astes für die RUNEN,
aber gerade dieses habe ich mit meinen ausführungen auch bezwecken wollen: daß die/der jenige welche/r schneidet, auch mit seiner schuld (schuld?) sich wiederfindet in seinen RUNEN, auch hiermit geben wir unsere kraft, unser denken und fühlen in diese hinein,

ist nicht das, wie du schreibst....."aber noch besser fände ich es, wenn man sich die Mühe machen würde, ein Stück Ast zu suchen, das bereits jemand anderes abgesägt hat, oder das durch Sturm o.ä. heruntergefallen ist...." das hinschieben einer verantwortung auf jemanden anderes - grüßt nicht hier der Pontius Pilatus?

zur näheren erläuterung habe ich eine kurze erzählung in meinen RUNENtreath gestellt
"die sehnsucht und die schuld (schuld?)"
und wenn es mich wieder treibt, dann vervollständige ich meinen RUNENtreath in den nächsten Wochen -

der alte böse mann
ian-jonathan der weiße schatten

 
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#6 von KleinerFliegenpilz , 14.03.2009 21:49

Nein, ganz sicher will ich nicht die Verantwortung einem anderen zuschieben. Ich lauere ja nicht, bis ENDLICH jemand ein Stück des Baumes abschneidet, von dem ich gerne einen Ast hätte oder schlimmer noch, überrede ihn dazu. Ich nutze ein Stück, das unter welchen Umständen auch immer, bereits genommen wurde; vielleicht durch einen Zufall des Lebens, vielleicht ja auch durch reine Absicht; vielleicht ist es die Wahl, die der "Tat" erst einen Sinn gibt.
Ich würde es auch nicht als Zögerlichkeit bezeichnen, den entscheidenden Schnitt zu "wagen". Ich sehe einfach nicht die Notwendigkeit dafür.
Vielleicht, wenn ich mich so eindeutig auf die Kunst der Verständigung mit den Bäumen verstehen würde, wie Du es anscheinend tust, könnte ich mir sicher sein, ein solches Geschenk auch wirklich annehmen zu können. Aber das bin ich nicht. Und so beschränke ich mich eben auf die Hölzer, die ein solches "Opfer" von Seiten des Baumes gar nicht erst nötig machen.

 
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RE: Persönliche Anmerkungen

#7 von RabenStern , 04.10.2009 00:50

Zitat von KleinerFliegenpilz
Nein, ganz sicher will ich nicht die Verantwortung einem anderen zuschieben. Ich lauere ja nicht, bis ENDLICH jemand ein Stück des Baumes abschneidet, von dem ich gerne einen Ast hätte oder schlimmer noch, überrede ihn dazu. Ich nutze ein Stück, das unter welchen Umständen auch immer, bereits genommen wurde; vielleicht durch einen Zufall des Lebens, vielleicht ja auch durch reine Absicht; vielleicht ist es die Wahl, die der "Tat" erst einen Sinn gibt.
Ich würde es auch nicht als Zögerlichkeit bezeichnen, den entscheidenden Schnitt zu "wagen". Ich sehe einfach nicht die Notwendigkeit dafür.
Vielleicht, wenn ich mich so eindeutig auf die Kunst der Verständigung mit den Bäumen verstehen würde, wie Du es anscheinend tust, könnte ich mir sicher sein, ein solches Geschenk auch wirklich annehmen zu können. Aber das bin ich nicht. Und so beschränke ich mich eben auf die Hölzer, die ein solches "Opfer" von Seiten des Baumes gar nicht erst nötig machen.



Schönen Guten Abend Kleiner Fliegenpilz
kann mich deinen Beiträgen nur anschliessen. Ich denke, das ich das was ich im Moment brauche, auch zum richtigen Zeitpunkt finde - oder es mich findet, also eher der intuitive Pfad/Weg.
LG RabenStern/Birgit

 
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RE: Persönliche Anmerkungen

#8 von Rhiann , 21.10.2009 11:34

Zitat von Weisser Schatten
... daß die/der jenige welche/r schneidet, auch mit seiner schuld (schuld?) sich wiederfindet in seinen RUNEN, auch hiermit geben wir unsere kraft, unser denken und fühlen in diese hinein



Hm, ich schließe mich dem weißen Schatten an, auch wenn ich dich sehr gut verstehen kann, kleinerfliegenpilz.
Das soll jetzt nicht heißen, dass ich kein Problem damit hätte einem Baum einen Ast für meine Runen abzusägen, nein. Ich finde viel mehr, dass du durch das Absägen des Astes eine Verbindung mit dem Baum und somit auch mit dem Holz aus dem du deine Runen fertigst eingehst. Man kann es Schuld nennen, aber auch tiefe Dankbarkeit. Und dieses Gefühl der Verbindung macht die Runen zu DEINEN Runen und hilft dir besser mit ihnen zu arbeiten.
Liebe Grüße,

Rhiann

 
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RE: Persönliche Anmerkungen

#9 von Salix , 22.10.2009 00:39

Hm, es gibt eine besondere "Heransgehenweise" an einen Baum von dem man etwas haben will. Egal ob für Runen oder Zauberstab. Man lässt seine Säfte (Lebenskraft) in die Wurzel zurückfliessen damit er keinen Schaden nimmt. Von "überreden" ist allerdings nicht die Rede. Genauso wie in früheren Zeiten Tiere ihr Leben freiwillig hergaben, wenn man sie darum bat, um zu überleben...
Die alten Gesetze gelten immer noch...wenn man bereit ist um etwas was man haben möchte freundlich zu bitten

LG
*Salix*

 
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RE: Persönliche Anmerkungen

#10 von Fingayin , 22.10.2009 01:48

Zitat von Salix
Die alten Gesetze gelten immer noch...wenn man bereit ist um etwas was man haben möchte freundlich zu bitten

LG
*Salix*


Das ist es.

 
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RE: Persönliche Anmerkungen

#11 von Inge , 22.10.2009 05:43

Zitat von Salix
Hm, es gibt eine besondere "Heransgehenweise" an einen Baum von dem man etwas haben will. Egal ob für Runen oder Zauberstab. Man lässt seine Säfte (Lebenskraft) in die Wurzel zurückfliessen damit er keinen Schaden nimmt. Von "überreden" ist allerdings nicht die Rede. Genauso wie in früheren Zeiten Tiere ihr Leben freiwillig hergaben, wenn man sie darum bat, um zu überleben...
Die alten Gesetze gelten immer noch...wenn man bereit ist um etwas was man haben möchte freundlich zu bitten



- so ist es !!!!!!!!!!!!!!!

Bitten - den Baum darauf vorbereiten - einen Tag setzen lassen - am nächsten Tag ein kleines DankeSchönGeschenk mitbringen - noch einmal an die Bitte erinnern - und wenn es immer noch in Ordnung ist, den entsprechenden Ast abschneiden - die verwundete Stelle behandeln (z.B. Salbei darüber) - dem Baum danken ...

LG Inge

 
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RE: Persönliche Anmerkungen

#12 von calendula , 22.10.2009 11:04

ich bin jeden Tag mit meinem Hund im Wald und finde immer die Äste die ich brauche.
Abschneiden muss denke ich echt nicht sein.
Wenn wir mit der Bitte Holz für einen bestimmten Zweck zu finden losziehen findet sich auch was.

Meine Obstbäume werden allerdings auch geschnitten und ich frage mich jedes Jahr aufs neue ob das wirklich sein muss.

danke Inge für deine schöne Beschreibung.
Werde mich das nächste mal ausführlicher mit meinen Bäumen unterhalten.

LG Calendula

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RE: Persönliche Anmerkungen

#13 von Serpentia , 22.10.2009 11:08

Calendula, du weißt, dass das sein muss. In der Natur hat alles seine Grenzen und wo wir Menschen eingegriffen haben, müssen wir die Grenzen ziehen.

Ein moderner Obstbaum ist ein Kunstprodukt; wenn Du ihn nicht schneidest, geht er bald an sich selbst kaputt.

Die Natur ist kein fass-mich-nicht-an.

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RE: Persönliche Anmerkungen

#14 von calendula , 22.10.2009 11:17

genau der Meinung war ich auch bis ich das Buch von Sepp Holzer über Permakultur gelesen habe.
Jetzt überlege ich grad neu.
Für mich ist es auch durchaus in Ordnung Pflanzen zu sammeln, Weiden zu schneidenn usw. mit der richtigen Einstellung
mit Bitte und Danke. Für das Holz für unseren Holzofen werden auch Bäume gefällt.
Nur wenn eben so viele passende Äste im Wald zu finden sind ist es für mich persönlich schöner einen Ast zu suchen und daraus meine Runen, Redestab oder was auch immer zu machen.

LG Calendula

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RE: Persönliche Anmerkungen

#15 von Serpentia , 22.10.2009 11:34

Dann lies jetzt schnell ein anderes Buch, damit du in ein vernünftiges Gleichgewicht findest *lach* - extreme sind für Teenager.

Bewusst-sein, Achtsam-sein und Respekt können in einem Vakuum nicht leben. Sie müssen mit jeder Entscheidung neu in Konflikt treten mit unserem Willen, unseren Interessen, unserer Umwelt - nur dann sind sie wertvoll.

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