Essay zur Zeit

#1 von Rainer , 12.03.2009 20:37

Liebe Freunde,

in dieser schnell-lebigen Zeit mache ich mir so ab und an mal Gedanken zum Thema Zeit. Die Zeit ist doch neben der Gesundheit und der Liebe eines der höchsten Güter die Mensch hat. Und doch gehen wir so verschwenderisch um damit. Sind wir uns denn dessen bewußt, daß für uns alle und alles die Sanduhr tickt? Haben wir begriffen, das wir im hier und jetzt leben? Geben wir ihr den richtigen Stellenwert, von etwas sehr kostbarem? Viele machen´s nicht - und ich schließe mich da nicht unbedingt aus, obwohl ich daran arbeite.

Fast Food, schneller, härter, weiter, schnelle (immer schnellere) Autos, Flugzeuge usw. ... Macht es denn Sinn, immer alles immer schneller tun zu wollen? Durch die Schnelligkeit vielen Tuns bleibt doch die Bewußtheit auf der Strecke. Bewußtes Essen, slow Food - sorgfältig ausgewählte und liebevoll zubereitete Nahrung. Bewußtes zurücklegen einer Strecke, der Seele eine Chance zu geben mit der Geschwindigkeit Schritt zu halten. Die immer schnellere Geschwindigkeit ist für mich eine immer größer werdende Abstraktion im Ablauf des Lebens. Die Feinheiten, die Nuancen die die Schönheit des Seins, eines Weges, doch ausmachen bleiben im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke. Die Qualität einer bewußt zurückgelegten und erlebten Strecke kann doch durch die größere zurückgelegte Entfernung nicht kompensiert werden.

Um irgendwo bewußt anzukommen, muß ich doch ersteinmal bewußt zu mir selber gekommen sein. Mich selber in meiner Ganzheit wahrnehmen um aus meinem Selbst heraus ganz anzukommen. Und so nicht nur einen Teil des Weges, der Strecke, wahrzunehmen.

Die Zeit, ein Baustein des Lebens, mit dem Mensch so verschwenderisch umgeht und der doch so unendlich kostbar ist.

LG

Rainer
der Zaunreiter
)O(

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RE: Essay zur Zeit

#2 von Inge , 12.03.2009 20:49



.. es geht doch auch darum, sein eigenes Thempo zu finden, seinen eigenen Rhytmus..- In sich, mit sich sein.

Schnelligkeit ist "Gift" für unsere Seele, das Herz schlägt einen anderen Takt... Die Schamanen sagen, daß nach einer Zugfahrt die Seele noch eine Weile braucht, bis auch sie angekommen ist...

LG Inge

 
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RE: Essay zur Zeit

#3 von Rainer , 28.03.2009 18:57

Die Kunst ist nicht die Schnelligkeit - die Kunst ist das ankommen. Und das immer wieder bis sich der Kreis schließt.

Die Zeit wunderbar und einzigartig - habt ihr´s mitgekriegt, die Uhren werden umgestellt - d.h. die Sonne wird ein Stückchen verrückt, das der Tag länger ist. *toc, toc, toc... die spinnen die vermeintlich "zivilizierten" Menschen. Herrscher über die Zeit?! Über wessen Zeit, können sie herrschen, können sie über Ihre eigene Zeit herrschen? - der Sensemann wird´s ihnen erzählen wie spät es ist. Und dann ist spät, zu spät. Genießt die Zeit, genießt die Einzigartigkeit des Augenblicks - es ist überhaupt nicht wichtig was morgen, übermorgen oder nächste Woche ist. Wichtig ist das, was jetzt ist!

LG

Rainer
der Zeitlose http://www.youtube.com/watch?v=TILzJ-_4urk

 
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RE: Essay zur Zeit

#4 von angelikaherchenbach , 28.03.2009 21:40

Das mit der Uhrzeit ist doch bloß eine Bezeichnung, die gar nix aussagt, genauso wie der offizielle Kallender.
Die Sonne geht immer noch dann auf, wenn sie aufgeht, und dann unter, wenn sie untergeht. Und dazwischen liegen zur "Zeit" ziemlich genau 12 Stunden plus ein bißchen was.
Das eigentliche Problem ist, dass wir vor dem Zeitpunkt, den unser Arbeitgeber bzw. die Gesellschaft als Arbeitsbeginn setzt jetzt weniger Sonne haben.
Damit werden wir aber auch noch fertig.
Die "Sommerzeit" ist für mich nix anderes als eine weitere unsinnige Festlegung der Römer und Muggels oder wie auch immer man sie bezeichnen mag.
Die eigentliche Frage nach einem selbstbestimmten, natur-verbundenen Leben wird dadurch nur peripher berührt.

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RE: Essay zur Zeit

#5 von Weisser Schatten , 29.03.2009 15:44

die zeit ist immer relativ oder zuweilen "relat-hoch",
wie meine kleine "Zeit -Frage" von vor vielen jahren es euch beweisen mag:

Zeit - Frage[/size]

Manchmal, Liebste,
wenn wir zusammen sind,
möchte ich lachen, weinen und wieder lachen.
Dann presse ich meinen Kopf fest an Deine Schulter,
an Deinen Hals, zwischen Deine Brüste auch.
Und ich werde ganz still.
Leise und zart streiche ich über Dein Haar,
das kurz ist, wie das eines Jungen
und ich freue mich, daß Du bei mir sein kannst,
bei mir sein willst,
daß Du mich küsst und ich Dich wieder küssen darf.
Aber wenn Du dann so ganz hemmungslos
unter mein Hemd tastest -
warum vergeht gerade dann die Zeit so schnell ?

[size=85]August 1972


die zeit ist immer durch uns selbst genutztes oder verworfenes
daß es immer genutzte zeit sei, das wünscht uns allen

ian-jonathan der weiße schatten in die zeit wirft

 
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