Organspende?

#1 von Anna , 04.03.2009 20:56

Nachdem es angesprochen wurde...

Könnt ihr euch vorstellen Organe zu spenden?

Ohne gewisse Teile von euch beerdigt zu werden?

Und was ist die andere Seite, würdet ihr Organe von anderen Leuten annehmen?

Anna

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RE: Organspende?

#2 von Hjördis ( Gast ) , 04.03.2009 21:04

Ich gehe Blutspenden und bin auch in der Knochenmarksspenderdatei...
Ich könnte mir auch eine Lebendspende für/von einen/m Angehörigen vorstellen.

Aber eine Organspende von einem Verstorbenen kommt für mich absolut nicht in Frage. Ich will keine Seelenanteile von irgendwem haben und ich will auch nicht, dass nach meinem Tod etwas von mir zurück bleibt.
Ich denke auch, dass Organspende ein falscher Weg ist. Nur weil etwas medizinisch machbar ist, muss es nicht gut sein. Wir sollten vielmehr lernen, Grenzen zu akzeptieren und den Tod als etwas sehen, das zum Leben dazugehört, auch wenn das schwer ist.

Hjördis

RE: Organspende?

#3 von Emrys , 04.03.2009 21:08

Das ist auch meine Meinung zum Organdspenden.
Danke, dass du es so schoen ausgedrueckt hast Hjoerdis, wir hatten letztens das Thema und ich konnte zwar meine Ansicht dazu, nicht aber die Begruendung liefern

Blutspenden wuerden fuer mich eher in Frage kommen, wenn ich denn duerfte ... Verdammtes Gesetz

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RE: Organspende?

#4 von Hjördis ( Gast ) , 04.03.2009 21:14

Dauert doch nicht mehr lange....nochmal 17 Jahre musst du nicht warten...

Hjördis

RE: Organspende?

#5 von heruka , 16.07.2009 19:48

Ich habe absolut keine Probleme mit Organspende, nach meinem Tod dürfen die Ärzte mich gerne auseinandernehmen, wenn es jemandem hilft. Ich glaube nicht, dass meine Seele an irgendwelche Körperteile gebunden ist, denn ansonsten würde sie ja mit mir verbrannt oder würde langsam vor sich hin verrotten, wenn ich mal sterbe.
Im Gegenzug würde ich auch ein gespendetes Körperteil annehmen, wenn ich es bräuchte.



Frank

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RE: Organspende?

#6 von Weisser Schatten , 16.07.2009 22:32

ich bin plasma-spender und auch manchmal einer, der sein blut hergibt,
meine patientenverfügung liegt im büro, im waldhaus und im handschuhfach meines pkw's,
darin ist alles geregelt, auch die möglichkeit der organ-entnahme, denn: wem nütze ich denn noch, falls ich mal abspringe vom sein?
vielleicht bekommt es jemandem, jemandem, der es mehr braucht als ich es zu diesem zeitpunkte brauchen könnte!
heruka stimme ich unbedingt zu,
meinen körper kann man haben - aber: meinen geist, den kriegt keiner mehr - "was ich nicht heute kann besorgen, das nützt auch keinem morgen!!!"
so einfach sehe ich dieses (sogenannte) problem

ian-jonathan der weiße schatten

 
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RE: Organspende?

#7 von heruka , 17.07.2009 08:40

Und noch eien ganz wichtige Seite ....
http://www.organspende-info.de/e...nspendeausweis/

Ist doch ein schönes Gefühl, wenn jemand überlebt oder besser lebt, nur weil man gespendet hat.

Grüße,
Frank

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RE: Organspende?

#8 von heruka , 17.07.2009 09:26

Ich denke es ist die Natur von uns Menschen, dass wir unsere scheinbaren Grenzen nicht akzeptieren. Nur so entwickeln wir uns weiter,
schmeissen Altes über Bord, öffnen uns für Neues. Und genau das unterscheidet uns von vielen Tieren. Dass da nicht nur positives bei rauskommt ist mir schon klar: Gewalt, Kriege, Umweltverschmutzung sind auch eine Seite der Medaille, aber halt auch vieles Positives. In einer Welt, in der sich
die Menscheit nicht übser sein (scheinbaren) Grenzen hinweggesetzt hätte, stände Stillstand im Vordergrund.

Bald ist Wochenende, juchuu,
Frank

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RE: Organspende?

#9 von Emrys , 19.07.2009 15:40

Ein schwieriges Thema.
Ich schließe mich Tree an, in der Hinsicht, dass es doch etwas verstörend ist, wenn ein Teil seiner Persönlichkeit auf einen anderen Menschen übergeht (wenn man den zahlreichen Berichten glauben schenken darf, was ich persönlich tue).

Blut, Blutplasma, etc. bleibt (in meinem Fall) eine Ungerechtigkeit. Wieso ist es einem gesunden Menschen nicht erlaubt Blut zu spenden, nur weil er sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt??
Und wieso ist dann, wo doch das "verbotene" Blut durch meine Organe fließt, eine Organspende ohne weiteres erlaubt/erwünscht?

Was haltet ihr davon?

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RE: Organspende?

#10 von Emrys , 19.07.2009 18:07

Ja, bei der Blutspende des Roten Kreuzes gibt es ein Feld in dem angegeben werden muss, ob man Homo- oder Heterosexuell ist.
Kreuzt man Homosexuell an wird das notiert und man bekommt freundlich aber bestimmt gesagt "Es tut uns leid, doch sie gehören zu einer Risikogruppe und dürfen deshalb kein Blut spenden, da bei ihrer Gruppe erhöhtes HIV/HBV/Hepatitis/insert disease here Risiko besteht."

Risikogruppen sind meines Wissens nach:
Männliche und weibliche Prostituierte, Drogenabhängige, Verbrecher und Homosexuelle

Was soll man da groß hinzufügen zur "nicht vorhandenen Diskriminierung"?

Emrys

 
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RE: Organspende?

#11 von Anna , 19.07.2009 19:38

also ich spende kein Blut, weil ich keins hergebe, allein beim Arzt zur Blutabnahme ist schon eine Qual...

aber ich würde sowieso nciht beim roten kreuz spenden. geh mal ins Kranknehaus und frag da nach. Die zahlen auch fürs blut.

ist auch eine andere Qualität, als beim roten kreuz...

würde ich mal versuchen...

Anna

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RE: Organspende?

#12 von inis , 20.07.2009 11:16

Hey Emrys,

das ist ja wirklich krass mit der Risikogruppe... wahrscheinlich sind diese Vorschriften älter als du und ich, und vielleicht, ganz vielleicht, war tatsächlich früher der Prozentsatz erkrankter Menschen unter Schwulen höher? Aber es ist trotzem in jedem Fall - schließlich könnte man das Blut oder den Spendewilligen doch wohl vorher testen?!?

Zum Organspende-Thema: ich hab zumindest den Ausweis unausgefüllt bei mir auf dem Schreibtisch liegen. Was hat mich bisher abgehalten? Kann ich nicht ganz genau sagen... ich glaub, ich muß noch mal mit meinem Mann drüber reden. Ich kann mir vorstellen, daß die Organentnahme für die Angehörigen ein schwer erträglicher Gedanke ist (erst recht, wenn der geliebte Mensch plötzlich und zu früh aus dem Leben gerissen wird - wenn ich wie geplant erst mit 91 im Bett oder so sterbe, ist vielleicht auch mit meinen Organen kein großer Staat mehr zu machen).
Man kann ja außerdem bestimmte Organe von der Spende ausschließen, da hab ich auch schon überlegt, ob ich nicht auf jeden Fall mit meinem Herz beerdigt werden möchte...

Tja, was die Annahme der Organe betrifft... aus meiner jetzigen gesunden Sicht kann ich das wahrscheinlich gar nicht beurteilen. Vielleicht gibt es schon ein Grusel-Gefühl oder des in-der-Schuld-Stehens, aber wenn man wirklich selbst ein neues Organ braucht und unbedingt weiterleben möchte, verschieben sich bestimmt die Paradigmen.
Was ich nicht wollen würde: ein in Lebendspende entnommenes Organ von einem Menschen in Geldsorgen. Das käme zu nahe an eine Anti-Utopie heran von Menschen zweiter Klasse, die für andere als Ersatzteillager herhalten.

 
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RE: Organspende?

#13 von Anna , 20.07.2009 11:24

Zitat von Tree
Wie jetzt?!?
Du mußt angeben, mit welchem Geschlecht Du ins Bett gehst???????
Hä??????
Beim Blutspenden??????



mir stellt sich da noch eine andere Frage, wie ehrlich sind die Menschen bei dieser Angabe??

also von einem einfachen Fragebogen auszugehen, das Blut ist sauber/nicht sauber ist schon sehr fragwürdig.



Anna

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RE: Organspende?

#14 von Emrys , 20.07.2009 11:48

Zitat von inis
Hey Emrys,

das ist ja wirklich krass mit der Risikogruppe... wahrscheinlich sind diese Vorschriften älter als du und ich, und vielleicht, ganz vielleicht, war tatsächlich früher der Prozentsatz erkrankter Menschen unter Schwulen höher? Aber es ist trotzem in jedem Fall - schließlich könnte man das Blut oder den Spendewilligen doch wohl vorher testen?!?




Das Blut, das abgegeben wird, wird so oder so im Schnelltest (Dauer ca. 3 Tage) auf alle Viren und Krankheitserreger getestet um eine Ansteckung durch eine Blutspende ausschließen zu können. Dadurch wird die "Risikogruppe" noch sinnfreier aus meiner Sicht.

Zitat von Anna
mir stellt sich da noch eine andere Frage, wie ehrlich sind die Menschen bei dieser Angabe??



Natürlich kannst du bei diesen Angaben auch lügen. Eine wirkliche Konsequenz hat das nicht, da nicht weiter nachgefragt wird. Es ist halt nur ein Problem, dass, wenn du einmal "Homosexuell" angekreuzt hast", das in deiner Akte vermerkt wird und du garnicht mehr zum Spenden auftauchen brauchst (meines Wissens nach)


Zur Organspende und der Geldnot die du angesprochen hast Inis fällt mir Indien ein.
Dort kannst du mehr oder weniger ambulant für umgerechnet 20€, die du bekommst, dir eine Niere entnehmen lassen und zum Spenden bereit stellen. Eine traurige sache, wieviele Menschen dort darauf zurück greifen müssen um am Leben zu bleiben.


Sichere Wege
Emrys

 
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RE: Organspende?

#15 von Anna , 26.10.2009 21:57

ich habe mal wieder einen Bericht über illegale Einwanderer gesehen...und Menschenhandel...

ich glaube allein deshalb wollte ich nie ein fremd Organ haben. Ich weiß nich two es her kommt udn wieso soll wegen mir ein anderer Mensch sterben?? (Um es jetzt mal böse auszudrücken: ) nur weil ich zu blöd war um auf meien Organe besser aufzupassen!

Sorry.

Aber seit dem Buch "Caravan" von Marina Lewycka.... Menschenhandel ist schon was grausames!

Anna

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