Trauer-Bäume

#1 von Anna , 20.02.2009 14:20

Es gibt Trauer-Bäume wie die Trauerweide, Trauerbuche, Trauerbirke etc.

Aber es gibt auch Bäume, die persönlich geholfen haben.

Was sind für euch Trauerbäume?
Wen sucht ihr auf, wenn ihr Trost braucht?

Was sind die Unterschiede von Trauer-Weide, -Buche, -Birke, -Eiche etc...?

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RE: Trauer-Bäume

#2 von Inge , 20.02.2009 19:52

Warum heißt die Trauerweide Trauerweide ?

Das ist für mich unverständlich. Ich finde Trauerweiden traumhaft schön, und nur weil die Äste "abhängen" , wirken wie ein "Trauerkloss" werden sie mit Trauer verbunden? Für mich ist das ein negativer Name für einen schönen Baum.

Auf mich wirken "Trauerweiden" stark, beschützend und Ruhe und Ausgeglichenheit spendend...

LG Inge

 
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RE: Trauer-Bäume

#3 von Weisser Schatten , 21.02.2009 15:36

Mein alter Baum[/size]

Erzähle mir, mein alter Baum, von meiner Kindheit.
Von der Zeit, als mein Glück noch durch deine Blätter wisperte.
Erzähle mir von zartem Erleben, von sanften Jahren.
Sind die Frühlingsblumen von damals verwelkt für immer?
Vertrocknet die Kornblumen im Feld?
Erzähle mir von den Sommertagen, an denen ich dir alles anvertraute.
Und von den Nächten, in denen ich meine Träume in Briefpapier wickelte.
Erzähle mir von meiner ersten Liebe, mein alter Baum.
Und ob sie von Dauer war?
Denn ich vergaß schon so viel.
Erzähle mir, mein alter Baum, von meiner Jugend.
Halten konnte ich die Tage nicht.
Sie wirbelten weiter, unaufhaltsam, wie Deine Blätter im Wind,
mein alter Baum.
Rosenfelder, durch die ich einst lief - Wo sind sie geblieben?
Ich suche die Antwort.
Dornen - warum verletztet ihr mich?
Erzähle mir, mein alter Baum.... erzähle mir.....
Doch heut find' ich dich nimmermehr.
Du fielest der Axt!
So, wie auch ich irgendwann in Bälde!
Lebe wohl, mein alter Baum! Lebe in meinen Gedanken -
Denn Du bist mein Ich. Denn ich bin Du.
Vergänglich!
Mein alter Baum.
Du, mein Traum von meinem Baum.

i[size=85]an-jonathan der diesen, seinen, Lebensbaum sehr vermißt

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RE: Trauer-Bäume

#4 von Inge , 21.02.2009 23:10

seeeeehr hübsch

Da kommt mir doch direkt eines meiner Lieblingslieder in den Sinn: "mein Freund der Baum ist tod", von Alexandra Traurig, melancholisch aber schööööööööööööön !

LG Inge

 
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RE: Trauer-Bäume

#5 von Weisser Schatten , 22.02.2009 00:55

ja,ja, die alexandra, kommt wie mein vater auch aus ostpreußen,
wir hams halt mitde bäume

gute nacht euch allen (pardon - guten morgen)

ian-jonathan

 
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RE: Trauer-Bäume

#6 von Inge , 22.02.2009 07:54

Zitat von Tree
Hm..............ich weiß nicht, ob wir den Bäumen es wirklich antun sollten sie als Trauerbaum zu "mißbrauchen"
Nein mal ehrlich. Einen Lebensbaum oder Seelenbaum kann ich mir gut vorstellen.
Einen zu dem ich in allen Belangen meines Lebens gehe.
Aber einen Baum für die Trauer, einen anderen für die Freude usw............
Nee, das ist nichts für mich.
Ich habe ja auch nicht je einen Freund für die jeweilige Stimmung.
Für mich kann ein Baum ein Freund für alle Lebenslagen sein.
Tree



ich sehe das genauso wie Tree.

Wenn ich mich in so einen Baum reinversetze, so freut es mich wenn jemand mit seiner Trauer, mit seiner Freude, mit seinen Träumen etc. zu mir kommt - und nicht nur um Balast abzuwerfen und die guten "Stimmungen und Energien" bekomme ich nicht mit

Ich kenne das selbst zur genüge. "Sogenannte" Freunde finden den Weg zu einem um Balast abzuwerfen, sich auszuheulen
(nicht mißverstehen, auch das gehört zu einer Freundschaft) , sobald es ihnen besser geht sind sie weg und man selber hängt auf seinem Stuhl wie ein ausgelutschtes Handtuch Aber, daß mal jemand vorbeikommt, nur um zu sagen : hey mir geht es total gut .... Das ist eher seltener der Fall.

Auch so ein Baum braucht "alle" Energien. Wir besuchten in der Bretagne eine uralte Eiche. Einige spielten Harfe und mit der Zeit schwirrte die ganze Luft. Man konnte förmlich spüren, wie sehr sich die Eiche über unseren Besuch, die Musik und die positive Lebensfreude mitfreute. Die anderen Bäume in der Umgebung "tanzten" zu der Musik
- hmmmmm war das schööööön

Einen herzlichen Gruß an alle Bäume auf diesem Planeten >

LG Inge

 
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RE: Trauer-Bäume

#7 von Weisser Schatten , 22.02.2009 17:53

noch einmal etwas zu meinem baum:
erst in meiner mittleren jugend habe ich bewußt diesen baum gefunden, denn seit meinem 4 lebensjahr wohnte ich nicht mehr in dieser stadt,
aber wenn ich aus privaten oder aus dienstlichen gründen dort oder in der nähe zu tun hatte, da habe ich ihn aufgesucht und mit ihm erzählt, jedes mal eine freude in mir, wenn ich ihn antraf, wenn auch der park sich sehr veränderte, und immer wieder mich gefreut, daß er noch dort stand, aber eines tages....
nun: es ist nicht mein "trauerbaum" gewesen, ist ist mein "lebensbaum" geworden und das, denke ich, das ist doch etwas wunderschönes, wenn wir beide uns lange jahre haben begleiten dürfen, aus der nähe, aus der ferne - ganz beieinander!
darum ist er "mein alter baum"

ian-jonathan der nicht mehr im schatten seines baumes sitzen kann

 
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RE: Trauer-Bäume

#8 von Anna , 22.02.2009 18:38

im Rosenstein Park in Stuttgart stehen ein paar wunderhübsche Trauerweiden. So richtig Raumgebende und Raumschützende Weiden, die rundum bis zum Boden gehen. Das war immer schön darin zu sitzen und den Baum zu genießen.

Später, als ich jemanden verloren habe, bin ich auch zur Trauerweide gegangen. Mittlerweile wohnten wir woanders, und dieser Baum war nicht ganz so Raumschützend wie die Weiden im Stuttgarter Park, aber auch schön.

Es hat mich fasziniert, wie wohl es tut, wenn man trauert, in einem geschützten Raum zu sitzen. Und dann ist die Weide ja auch ein Baum, der das Leben und den Tod kennt, weil sie innerlich stirbt und außen weiter wächst. Und es hat gut getan mit ihr über den Tod zu kommunizieren, und das Leben.


Anna

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RE: Trauer-Bäume

#9 von Chiroptera , 23.02.2009 17:28

Zitat
"trauer- als erstes Glied in Pflanzen- und Tierbezeichnungen, häufig der Fachterminologie angehörend. Diese Verwendung hat in vielen Fällen in dem seelischen Eindruck, den die dunkle Färbung oder die äußere Form hervorruft, ihren Grund."

(aus "Deutsches Wörterbuch , Jacob und Wilhelm Grimm www . germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/WBB/woerterbuecher/dwb)

Dies habe ich zur Erklärung im www gefunden. Ich hatte noch nie das Gefühl, daß ein Baum speziell "nur" zur Trauer da sei. Aber es gibt Bäume, deren Energien uns gerade bei Trauer und Verlust sehr helfend zur Seite stehen können.

Ich stimme grundsätzlich auch den Meinungen zu, daß man vielleicht einen Lebensbaum als Freund haben kann, der einem in allen Belangen eben ein Freund ist, und dem man selbst auch ein Freund sein kann.
Aber ich persönlich nutze z.B. als Heiltee auch nicht immer und für alles die Brennessel sondern im Falle einer Bronchitis eben andere Kräuter als im Falle einer Blasenentzündung.

Und so denke ich, daß uns Mutter Erde auch die Kraft der Bäume schenkt, wenn wir sie denn annehmen wollen. Baumenergien sind meiner Erfahrung nach sehr heilsame Kräfte und eben für die unterschiedlichsten seelischen Belange geeignet.
Auch ich habe einen speziellen Baumfreund. Aber im Falle von Krankheit oder spezieller, ich nenne es mal "Erkenntnissuche" suche ich auch die hilfreichen Kräfte anderer Bäume.
Ich lasse ihnen ein Dankbarkeitsgeschenk da, wenn ich mit ihren Energien in Kontakt treten durfte und ich glaube nicht, dass sie sich "ausgenutzt" oder wie Inge es formulierte: "wie ein ausgelutschtes Handtuch" fühlen. Im Gegenteil, ich denke es geht ihnen, (wie sicher auch so manchem Menschen), besonders gut, wenn sie ihre speziellen Fähigkeiten und naturgegebenen Möglichkeiten voll entfalten dürfen und dies gewürdigt finden.

Aus dem Buch "Die Magie der Bäume" von Jane Gifford:
"Botschaft der Weide
Die dem Wasser verbundene Weide ermutigt dazu, tief verborgene Gefühle auszudrücken und Traurigkeit durch Tränen und Mitleid zu mildern. Sie lehrt die Folgen von Liebe und Verlusten in Herzensangelegenheiten. Sie regt dazu an, die Dinge manchmal einfach walten zu lassen, sich ganz der wässrigen Welt der Gefühle und des Unterbewussten hinzugeben, so dass wir zu einem tieferen Verständnis unsere Innenwelt finden, unsere verborgenen Motive, geheimen Ängste und Wünsche besser einschätzen. (...)"


In der Bachblütentherapie wird Willow u.a. eingesetzt, wenn man sich hilflos einer Situation ausgeliefert fühlt, sich als machtlos erlebt, was ja in einem Trauerfall durchaus stattfinden kann. Die Energie der Weide hilft einem aus diesen Gefühlen heraus und man nimmt sein Leben wieder selbstverantwortlich in die Hand und hört auf, sich als Opfer des Schicksals zu betrachten.

In der Verwendung der Baumelexiere von Richter findet man die Kiefer als den Baum, der bei der Trauer unterstützt, indem er hilft, daß wir durch harte Zeiten Erfahrungen sammeln. Die Kiefer-Energie soll uns einen starken Durchhaltewillen vermitteln und ein gestärktes Vertrauen durch die Überwindung von Lebenskrisen geben.
Während in Richters Baumheilkunde die Weide als Baumkraft beschrieben wird, die für den Prozess der Verwandlung steht und uns lehre, durch das Ausdrücken von Gefühlen, Brücken zu unseren Mitmenschen zu bauen und uns für die spirituellen Ebenen im Leben öffnen läßt.

Letztlich denke ich, daß es eine ganz individuelle Sache ist, mit welchem Baum zu welcher Lebensphase man in Kontakt tritt. Es ist sicher immer der Richtige, wenn es sich so anfühlt.

 
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RE: Trauer-Bäume

#10 von Thorgan ( Gast ) , 15.03.2009 21:19

Hallo Anna,

ich bin kein Ethnobotaniker und kann dir daher nicht sagen wie welcher Baum zu seinem (deutschen) Namen kam.
Ich kann eine Buche von einer Eiche unterscheiden aber nicht sagen wieso sie so genannt wird.
Du solltest dich da nicht vom Namen (heißt die "Trauerweide" im englischen oder französischen auch mit "Vornamen" "Trauer"?) leiten lassen.
Wir kaufen z.B. regelmäßig Wachskerzen; aber bisher ist noch keine davon gewachsen . Im Gegenteil, nach dem anzünden sind sie geschrumpft .

Spaß beiseite. Der "Gründonnerstag" hat nichts mit der Farbe grün zu tun, sondern kommt von "Greinen", einem alten Wort für Klagelieder oder Trauergesänge im weiteren Sinn.
Auch der Ort "Erzhausen" (ca. 10km nördlich von Darmstadt) hat weder was mit Erzgewinnung noch mit Erzverarbeitung zu tun; usw.

Ich habe schon öfter mit Bäumen kommuniziert, aber noch nie das bedürfnis gehabt, mich im Fall von Trauer, Freude, Glück o.ä. einem Baum anzuvertrauen.
Käme das Bedürfnis irgendwann auf, würde ich einen mir bekannten Baumfreund in der Nähe aufsuchen. Ob es sich dabei um eine Eiche, Birke, Buche, Apfelbaum ... handeln würde, käme darauf welchen Weg ich intuitiv einschlagen würde.

Hjoerdis lässt noch ausrichten, dass sie eine Trauerweide kennt, die überhaupt kein Kind von Trauerrigkeit ist; im Gegenteil sie ist eher ein lustiger Geselle.

Thorgan

   

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